Sollte der Bund die Bahn entschulden? Pro und Contra

Bahn-Slam · Standpunkt

„Sehr geehrte Fahrgäste, dieser Konzern trägt über 40 Milliarden Euro Schulden mit sich herum.“

Sollte der Bund die Bahn entschulden?

→ Über 40 Milliarden Euro Schulden lasten auf der Bahn. Soll der Staat sie streichen?

Lesezeit: 7 Minuten · Bahn & Geld

Worum es geht

Die Deutsche Bahn sitzt auf einem gewaltigen Schuldenberg: Ende 2023 waren es rund 41,5 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Dazu kommen Milliardenverluste. Die Zinsen und Lasten bremsen das Unternehmen und binden Geld, das eigentlich in Züge und Gleise fließen sollte. Die Frage: Sollte der Bund als Eigentümer die Schulden übernehmen und die Bahn entschulden?

Über 40 Milliarden Euro Schulden – das ist eine Zahl, die schwindelig macht.

Für die Bahn bedeutet sie hohe Zinsen und wenig Luft für Neues.

Der Bund als Eigentümer könnte die Schulden übernehmen. Wäre das klug oder gefährlich?

Gleisbaustelle mit neuem Gleis
Foto: August Geyler, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wie es zu dem Berg kam

Die Bahn muss viel investieren, verdient aber im Betrieb oft zu wenig. Die Lücke füllt sie mit Krediten.

So sind die Netto-Schulden bis Ende 2023 auf rund 41,5 Milliarden Euro gestiegen – begleitet von Milliardenverlusten.

Was Entschulden hieße

Der Bund könnte die Schulden ganz oder teilweise übernehmen. Die Bahn hätte dann keine Zinslast mehr und mehr Geld für Investitionen.

Bezahlen würde das am Ende der Steuerzahler – die Bahn gehört ja dem Staat.

Die Argumente

Dafür

+  Luft zum Investieren: Ohne Zinslast bliebe mehr Geld für Gleise, Züge und Sanierung.

+  Ehrliche Bilanz: Ein Großteil der Schulden stammt aus Investitionen, die der Staat ohnehin wollte.

+  Staatssache: Die Bahn gehört dem Bund – er steht ohnehin für sie gerade.

+  Vorbild Ausland: Andere Länder haben ihre Bahnen entschuldet, um sie handlungsfähig zu machen.

Dagegen

  Der Steuerzahler zahlt: Entschulden heißt, die Last der Allgemeinheit aufzubürden.

  Kein Anreiz zur Reform: Wer entschuldet wird, spart womöglich weniger konsequent.

  Symptom statt Ursache: Die Schulden verschwinden, die strukturellen Probleme bleiben.

  Wiederholungsgefahr: Ohne Kurswechsel wächst der nächste Schuldenberg von allein.

Warum die Schulden wichtig sind

Schulden kosten Zinsen – Geld, das dann bei Zügen, Personal und Gleisen fehlt. Zugleich stammt ein großer Teil der Bahn-Schulden aus Investitionen ins Netz, die politisch gewollt sind. Deshalb ist die Frage der Entschuldung immer auch eine Frage, wer die Infrastruktur bezahlen soll: das Unternehmen über Kredite oder der Staat direkt.

Und nun?

Eine einmalige Entschuldung kann sinnvoll sein – aber nur zusammen mit klaren Reformen.

Die Schulden einfach zu streichen und weiterzumachen wie bisher, würde den nächsten Berg vorprogrammieren.

Der richtige Weg ist ein Paket: Der Bund übernimmt die Schulden, die aus dem Netzausbau stammen, und finanziert die Infrastruktur künftig direkt und ehrlich. Im Gegenzug muss die Bahn wirtschaftlicher werden. Entschulden ja – aber nicht ohne Bedingungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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