Stimmt es, dass …?
„Auf dem Draht über dem Gleis liegen 15.000 Volt, und trotzdem sitzt dort eine Taube, als wäre nichts.“
Stimmt es, dass Vögel auf der Oberleitung keinen Stromschlag bekommen?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass …?
Kurz gesagt
Meistens ja. Solange ein Vogel nur einen Draht berührt, fließt kaum Strom durch seinen Körper. Gefährlich wird es, wenn er gleichzeitig ein geerdetes Bauteil oder einen zweiten Leiter berührt.
Wer an einer Bahnstrecke steht, sieht oft Vögel auf den Drähten über den Gleisen sitzen.
Dabei führt die Oberleitung eine Spannung von 15.000 Volt.
Wie kann das gut gehen?

Die Fakten in Zahlen
15.000 V
Spannung der Oberleitung
Wechselstrom im deutschen Bahnnetz
1 Leiter
ist ungefährlich
kein Stromkreis durch den Körper
2 Punkte
sind gefährlich
Draht und geerdetes Bauteil zugleich
Für Menschen gilt: Oberleitungen niemals nähern, schon Abstand kann nicht reichen.
Was im Draht passiert
Die Oberleitung der Bahn führt in Deutschland eine Spannung von 15.000 Volt.
Strom fließt aber nur, wenn er einen Weg zu einem anderen Spannungsniveau findet.
Ein Vogel auf einem einzigen Draht bietet diesen Weg nicht.
Seine beiden Füße liegen praktisch auf derselben Spannung.

Kein Stromkreis, kein Schlag
Für einen Stromschlag braucht es einen geschlossenen Stromkreis.
Der Strom müsste in den Vogel hinein und an anderer Stelle wieder hinaus.
Solange der Vogel nur den einen Draht berührt, gibt es keinen solchen Ausweg.
Deshalb fließt durch seinen Körper so gut wie kein Strom.
Gut zu wissen
Die Oberleitung der Bahn führt in Deutschland 15.000 Volt Wechselstrom. Ein Vogel auf einem einzelnen Draht bekommt meist keinen Schlag, weil kein Stromkreis durch seinen Körper entsteht.
Berührt er gleichzeitig ein geerdetes Bauteil, kann das tödlich sein und einen Kurzschluss auslösen. Menschen müssen immer großen Abstand halten, da der Strom überspringen kann.
Der gefährliche Moment
Anders sieht es aus, wenn ein Vogel zwei Dinge gleichzeitig berührt.
Das kann der Draht und ein geerdeter Mast oder Ausleger sein.
Dann fließt der Strom durch den Körper in die Erde.
Für den Vogel ist das tödlich.
Große Vögel sind stärker gefährdet
Besonders gefährdet sind große Vögel mit breiten Flügeln.
Wenn sie landen oder abheben, können sie leicht zwei Teile zugleich berühren.
Störche und Greifvögel sind deshalb häufiger betroffen.
Für kleine Vögel ist das Risiko geringer.
Ein Problem auch für die Bahn
Ein solcher Unfall ist nicht nur für das Tier schlimm.
Er kann auch einen Kurzschluss in der Oberleitung auslösen.
Dann schaltet sich die Stromversorgung des Abschnitts ab.
Züge können in der Folge stehen bleiben.
Schutz für Vögel
Netzbetreiber versuchen deshalb, gefährliche Stellen zu entschärfen.
Dazu gehören Abdeckungen und größere Abstände zwischen den Bauteilen.
Auch Sitzstangen an sicheren Stellen können helfen.
So werden Tiere und Technik gleichermaßen geschützt.
Was für Menschen gilt
Für Menschen gilt eine ganz andere Regel.
Bei 15.000 Volt kann der Strom sogar durch die Luft überspringen.
Schon wer der Leitung zu nahe kommt, bringt sich in Lebensgefahr.
Deshalb darf niemand auf Waggons klettern oder sich der Oberleitung nähern.
Warum Drachen und Angeln gefährlich sind
Gefährlich sind auch Gegenstände, die man in Richtung Leitung hält.
Dazu gehören Drachenschnüre, Angelruten und lange Stangen.
Der Strom kann über sie in den Körper gelangen.
An Bahnstrecken sollte man solche Dinge deshalb nie benutzen.
Das Fazit
Der Mythos stimmt also meistens.
Ein Vogel auf einem einzelnen Draht bleibt in der Regel unverletzt.
Gefährlich wird es, sobald er zwei Punkte mit unterschiedlicher Spannung berührt.
Für Menschen gibt es keinen sicheren Abstand zum Ausprobieren.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
