Stimmt es, dass …?
„Der Hogwarts-Express nach Hogsmeade fährt heute wie immer um 11 Uhr, bitte nehmen Sie ordentlich Anlauf.“
Stimmt es, dass es Gleis 9 3/4 wirklich gibt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Zum Teil. Einen echten Bahnsteig 9¾ mit abfahrenden Zügen gibt es nicht, im Londoner Bahnhof King’s Cross erinnern aber ein Schild, ein halber Gepäckwagen in der Wand und ein Laden an das berühmte Gleis.
In den Harry-Potter-Romanen beginnt jedes Schuljahr mit einer Zugfahrt, und zwar von einem Gleis, das es eigentlich gar nicht geben dürfte.
Wer durch die Wand zwischen den Gleisen 9 und 10 im Londoner Bahnhof King’s Cross läuft, erreicht Gleis 9¾ und den Hogwarts-Express.
Ob Fans dieses Gleis in London wirklich finden können, klärt dieser Mythos-Check.

Die Fakten in Zahlen
1852
Eröffnung King’s Cross
Hauptteil mit den heutigen Gleisen 1 bis 8
26,3 Mio.
Fahrgäste im Jahr 2011
im Bahnhof King’s Cross
547 Mio. £
Umbau 2008 bis 2013
Sanierung und Erweiterung des Bahnhofs
Im Roman fährt der Hogwarts-Express jedes Jahr am 1. September um 11 Uhr ab.
Das Gleis aus dem Roman
In der Romanreihe von Joanne Rowling fährt der Hogwarts-Express jedes Jahr am 1. September um 11 Uhr in London ab.
Sein Ziel ist der Bahnhof Hogsmeade in Schottland, in der Nähe der Zauberschule Hogwarts.
Abfahrtsort ist das geheime Gleis 9¾, das hinter einem unsichtbaren Durchgang in der Wand zwischen den Gleisen 9 und 10 liegt.
Für Muggel, also Menschen ohne Zauberkräfte, bleibt dieses Gleis unsichtbar.

Ein echter Bahnhof als Kulisse
Den Bahnhof King’s Cross gibt es wirklich, er ist Endstation einer der wichtigsten Eisenbahnstrecken Großbritanniens.
Der Hauptteil des Gebäudes mit den heutigen Gleisen 1 bis 8 wurde am 14. Oktober 1852 eröffnet.
Verantwortlicher Architekt des Empfangsgebäudes war Lewis Cubitt, gebaut wurde auf dem Gelände eines ehemaligen Fieber- und Pockenkrankenhauses.
Im Jahr 2011 nutzten rund 26,3 Millionen Fahrgäste den Bahnhof.
Gut zu wissen
Zwischen 2008 und 2013 wurde King’s Cross für 547 Millionen Pfund grundlegend saniert und erweitert. Dabei entstand unter anderem eine neue, halbkreisförmige Schalterhalle.
Zu Beginn gab es in King’s Cross nur je ein Ankunfts- und ein Abfahrtsgleis. Die Gleise dazwischen dienten zum Abstellen und zum Umsetzen von Lokomotiven.
Wo die echten Gleise 9 und 10 liegen
In der Wirklichkeit liegen die Gleise 9 und 10 in einem Nebengebäude.
Zwischen ihnen gibt es keine Wand, durch die man hindurchlaufen könnte.
Das Gebäude mit den Gleisen 9 bis 11 kam erst später zum ursprünglichen Bahnhof hinzu.
Die berühmte Szene aus dem Roman lässt sich an dieser Stelle also gar nicht nachstellen.
Eine Verwechslung der Autorin
Im Jahr 2001 räumte Rowling in einem Interview ein, dass sie beim Schreiben des ersten Bandes King’s Cross mit dem Bahnhof Euston verwechselt hatte.
Doch auch in Euston gibt es zwischen den Gleisen 9 und 10 keine Mauer.
Die Wand mit dem geheimen Durchgang ist also reine Fantasie.
Dass die Wahl trotzdem auf King’s Cross fiel, hat womöglich auch persönliche Gründe.
Ein Bahnhof mit Familiengeschichte
Rowlings Eltern hatten sich in einem Zug kennengelernt, der von King’s Cross abgefahren war.
Auch die Zugfahrt, bei der Rowling die Idee zu Harry Potter hatte, endete an diesem Bahnhof.
In den späteren Büchern spielt King’s Cross eine wichtige Rolle.
So wurde ein gewöhnlicher Londoner Bahnhof zum Schauplatz einer weltbekannten Romanreihe.
Was Fans heute finden
Im Bahnhof wurde an einer Mauer ein Schild mit der Aufschrift Platform 9¾ angebracht.
Daneben steckt die Hälfte eines Gepäckwagens in der Wand, als sei er gerade dabei, darin zu verschwinden.
Dort gibt es außerdem einen Harry-Potter-Laden.
Für ein Foto am berühmten Durchgang ist Gleis 9¾ damit tatsächlich zu finden, nur ein Zug fährt dort nicht ab.
Der Zug aus den Filmen
In den Harry-Potter-Filmen zieht eine echte Dampflokomotive den Hogwarts-Express.
Es handelt sich um die Lok Nummer 5972 Olton Hall der Hall-Klasse, die für Reise- und Güterzüge gebaut wurde.
Die Lok ist damit ein echtes Stück Eisenbahngeschichte, das durch die Filme weltberühmt wurde.
Einen Hogwarts Express gibt es übrigens auch im Universal Orlando Resort in Florida, dort als 676 Meter lange Standseilbahn.
Noch mehr magische Gleise
Auf der Webseite Pottermore erklärte Rowling, dass es neben Gleis 9¾ noch weitere magische Bahnsteige gibt.
Auf Gleis 7½ fährt demnach eine Art Orient-Express nur für Zauberer ab.
Dieser Zug verbindet London mit den Zaubererdörfern in Kontinentaleuropa.
In King’s Cross sucht man dieses Gleis allerdings ebenfalls vergeblich.
Das Fazit
Der Mythos stimmt teilweise, denn ein echtes Gleis 9¾ mit Zügen nach Hogwarts gibt es nicht.
Die realen Gleise 9 und 10 in King’s Cross liegen in einem Nebengebäude und haben keine Wand zwischen sich.
Wer den Bahnhof besucht, findet aber ein Schild, einen halben Gepäckwagen in der Wand und einen Laden rund um die Romanreihe.
Gleis 9¾ ist damit ein echter Ort für Fotos, aber kein Ort für Abfahrten.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
