Sollte München die zweite S-Bahn-Stammstrecke zu Ende bauen?

Standpunkt

„Hier wird 48 Meter unter der Stadt gebaut, und die Rechnung wächst schneller als der Tunnel.“

Sollte München die zweite S-Bahn-Stammstrecke zu Ende bauen?

→ Ein Standpunkt zur S-Bahn München.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt

Worum es geht

Ja. Wer schon so tief unter der Stadt gegraben hat, sollte jetzt nicht aufhören, aber genauer hinschauen.

Unter der Münchner Innenstadt entsteht ein zweiter S-Bahn-Tunnel.

Das Projekt wird immer teurer und dauert immer länger.

Manche fragen sich, ob es noch sinnvoll ist.

2 Stammstrecke Münchner Forum 1937
Foto: H-stt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Worum es geht

Die zweite Stammstrecke führt vom Bahnhof Laim bis zum Leuchtenbergring.

Sie ist rund 11 Kilometer lang.

Davon verlaufen etwa 7,5 Kilometer in einem Tunnel.

An der tiefsten Stelle liegt er rund 48 Meter unter der Erde.

2 Stammstrecke 1936
Foto: H-stt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Drei neue Stationen

Unter der Erde entstehen neue Stationen am Hauptbahnhof, am Marienhof und am Ostbahnhof.

Die Bahnhöfe Laim und Leuchtenbergring werden umgebaut.

Zwischen diesen Punkten gibt es keine weiteren Halte.

Die Züge sollen so schneller durch die Stadt kommen.

Die erste Stammstrecke von 1972

Die erste Stammstrecke wurde im Jahr 1972 eröffnet.

Durch sie fahren fast alle S-Bahn-Linien der Stadt.

Jede Störung dort bremst das ganze Netz.

Genau das soll die zweite Röhre ändern.

Lange geplant, spät begonnen

Über das Projekt wird schon seit den 1990er Jahren diskutiert.

Am 25. Oktober 2016 wurde die Finanzierung vereinbart.

Der symbolische Baubeginn war am 5. April 2017.

Die Eröffnung war zunächst für 2028 geplant.

Die Kosten steigen

Bei Baubeginn rechnete man mit knapp 3,2 Milliarden Euro.

Mit Risikopuffer waren es knapp 3,84 Milliarden Euro.

Im September 2022 nannte die Bahn plötzlich 7 Milliarden Euro.

Andere Schätzungen gehen sogar von 8,5 Milliarden Euro aus.

Die Zeit läuft davon

Statt 2028 soll die Strecke nun frühestens 2035 in Betrieb gehen.

Manche Fachleute rechnen nicht vor 2037 damit.

Bis dahin bleibt die Innenstadt eine Großbaustelle.

Am Marienhof wird mitten in der Altstadt tief gegraben.

Das Ziel und die Kritik

Die neue Strecke soll mehr Züge durch die Stadt bringen.

Außerdem soll die S-Bahn insgesamt pünktlicher werden.

Kritiker bezweifeln, dass das mit dieser Planung gelingt.

Sie hätten lieber einen Ausbau des Südrings gesehen.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.

Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.

Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.

Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.

Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.

So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Pro und Contra

Dafür

+  Die erste Stammstrecke ist überlastet und störanfällig.

+  Ein zweiter Tunnel schafft eine Ausweichmöglichkeit bei Störungen.

+  Die Stadt und das Umland wachsen weiter.

+  Ein großer Teil des Tunnels ist schon im Bau.

+  Ein Abbruch würde viel Geld ohne Nutzen verbrennen.

+  Schnelle Express-Verbindungen durch die Stadt werden möglich.

Dagegen

−  Die Kosten haben sich mehr als verdoppelt.

−  Das Geld fehlt für andere Projekte im Nahverkehr.

−  Die neue Strecke hat nur wenige Halte in der Innenstadt.

−  Die tiefen Stationen bedeuten lange Wege für Fahrgäste.

−  Alternativen wie ein Ausbau des Südrings wurden verworfen.

−  Die Bauzeit belastet die Innenstadt über viele Jahre.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Unterm Strich

Die zweite Stammstrecke ist teuer, spät und umstritten.

Doch ein Abbruch mitten im Bau wäre die teuerste aller Lösungen.

Jetzt braucht es strenge Kontrolle der Kosten und ehrliche Zeitpläne.

Und parallel sollten die Alternativen, etwa der Südring, nicht vergessen werden.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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