Regierungstermine heißen jetzt „voraussichtlich“, der Bahn wegen

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Regierungstermine heißen jetzt „voraussichtlich“, der Bahn wegen

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (voraussichtlich)

Kanzleramt Satire: Waschbär steht vor einem großen Verwaltungsgebäude mit Fahnenmasten

Der Chefredakteur hat einen Termin. Voraussichtlich. Foto: wpa (Symbolbild)

Berlin (wpa) – Das Kanzleramt versieht sämtliche Regierungstermine künftig mit dem Zusatz voraussichtlich. Die Regelung gilt seit August.

Betroffen sind Kabinettssitzungen, Empfänge und Pressetermine. Auch Termine im eigenen Haus.

Begründet wird der Zusatz mit der Verkehrslage. Im Juli verpassten Teilnehmer vier Sitzungen.

Alle vier waren mit der Bahn angereist. Das ist dokumentiert.

„Wir schaffen realistische Erwartungen“, sagt Regierungssprecher Kurt Vorsichtshalber. Realistisch ist der Vorbehalt.

Ein Termin mit dem Zusatz voraussichtlich ist nicht verbindlich. Verbindlich war er vorher auch nicht.

Neu ist die schriftliche Klarstellung. Sie steht künftig auf jeder Einladung.

Die Regierung kündigt an, was sie nicht garantiert. Garantiert wird ab jetzt nur der Vorbehalt.

Betroffen sind auch Termine im eigenen Haus. Selbst der Weg über den Flur ist jetzt voraussichtlich.

Frau Apel wartet auf einen Bescheid aus diesem Haus. Er kommt jetzt voraussichtlich, wie alles dort.

Sie hätte gern einen festen Termin gehabt. Feste Termine gibt es seit August nicht mehr.

Der Vorstand der Bahn schweigt zu dem Zusatz. Sein Fahrplan trägt ihn längst im Kleingedruckten.

Vier verpasste Sitzungen genügten für eine Wortregel. Die Züge blieben, das Wort kam dazu.

Ein Kanzleramt, das sich selbst nur voraussichtlich einlädt, hat kapituliert. Kapituliert vor dem Fahrplan.

Der Minister nennt den Zusatz eine ehrliche Erwartungssteuerung. Gesteuert wird die Erwartung nach unten.

Gemessen wird die Planbarkeit, nicht die Pünktlichkeit. Planbar ist jetzt nur die Unsicherheit.

Für förmliche Anlässe gilt der Zusatz ebenfalls. Der Staatsempfang findet voraussichtlich statt.

So passt sich die Regierung der Bahn an, indem sie ihre eigene Zeit relativiert. Alles voraussichtlich, nichts gewiss.

Das Wort steht jetzt auf jeder Einladung. Es ist das Einzige, was pünktlich kommt.

Das Kanzleramt schreibt vor jeden Termin „voraussichtlich“, seit vier Sitzungen an der Bahn scheiterten. Sogar den Gang durchs eigene Haus stellt es nun unter Vorbehalt, sicher ist nur noch das Wort.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ 14 Prozent der Regierungstermine werden mit der Bahn angereist, bei 86 Prozent gefahren oder geflogen +++

+++ Eine Unterscheidung wäre erklärungsbedürftig +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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