Der Bahnhof Jamlitz: Ankunftsort und Erinnerungsort

Lost Place · Stillgelegte Bahnhöfe

Der Bahnhof Jamlitz: Ankunftsort und Erinnerungsort

Der Bahnhof Jamlitz in Brandenburg trug bis 1958 den Namen Lieberose. Hier endeten Transporte in ein KZ-Außenlager, heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und dient als Haus für Jugendarbeit.

VORHER · 1903

Postkarte mit dem Aufdruck „Gruss aus Lieberose. Bahnhof.“ und dem handschriftlichen Datum 9.9.03. Das Schild am Gebäude nennt den Namen Lieberose, so hieß der Bahnhof bis 1958.

Postkarte mit dem Aufdruck „Gruss aus Lieberose. Bahnhof.“ und dem handschriftlichen Datum 9.9.03. Das Schild am Gebäude nennt den Namen Lieberose, so hieß der Bahnhof bis 1958. Foto: Unknown author Unknown author, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.
NACHHER · 2011

Das Empfangsgebäude im Jahr 2011, lange nach dem Ende des Zugverkehrs.

Das Empfangsgebäude im Jahr 2011, lange nach dem Ende des Zugverkehrs. Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Kurz erklärt
1876
Eröffnung als Bahnhof Lieberose
1898
Anschluss der Spreewaldbahn
1996
Personenverkehr endet
2008
Verein übernimmt das Gebäude

Lage: Jamlitz, Landkreis Dahme-Spreewald, Brandenburg, an der früheren Hauptbahn Cottbus–Frankfurt (Oder). Status: ohne Zugverkehr, Gleise abgebaut, Bahnhofsensemble seit Dezember 2006 Baudenkmal. Heute: Haus eines Vereins mit Jugend- und Bildungsarbeit, kein frei zugänglicher Lost Place.

Dieser Beitrag behandelt einen Bahnhof, der zu einem der schwersten Kapitel der brandenburgischen Geschichte gehört.

Der Bahnhof Jamlitz hieß bis 1958 Bahnhof Lieberose, und im Zweiten Weltkrieg endeten hier Transporte, die Menschen in ein Außenlager des Konzentrationslagers Sachsenhausen brachten.

Wir erzählen deshalb ohne Pointen und zeigen keine Fotos von Häftlingen oder Opfern.

Aus der frühen Zeit des Bahnhofs gibt es auf Wikimedia Commons nur wenige frei nutzbare Bilder, neben der Postkarte oben fast nur Aufnahmen aus den letzten Jahren.

Das gesamte Bildmaterial dieses Beitrags zeigt das Gebäude und die Anlagen, nicht die Menschen, die hier ankamen.

Wo der Bahnhof liegt und was er heute ist

Der Bahnhof liegt am östlichen Rand von Jamlitz im Landkreis Dahme-Spreewald, nördlich der Bundesstraße 320.

Die frühere Hauptbahn von Cottbus nach Frankfurt (Oder) verlief hier ungefähr in Nord-Süd-Richtung.

Südlich schließen sich die weiten Flächen der Lieberoser Heide an, die lange als Truppenübungsplatz genutzt wurden.

Die Kleinstadt Lieberose liegt etwa fünf Kilometer westlich, und nach ihr war der Bahnhof zeitweise benannt.

Der Bahnhof ist kein verlassener Ort zum Erkunden.

Seit 2008 gehört das Gebäudeensemble dem Berliner Verein Karuna e. V., der dort Jugend- und Bildungsarbeit betreibt.

Wer das Haus besuchen will, sollte sich vorher bei den Betreibern melden und nicht einfach über das Gelände gehen.

Entstehung: Eine Hauptbahn für die Lausitz

Die Cottbus-Großenhainer Eisenbahn-Gesellschaft baute die Strecke von Cottbus nach Frankfurt (Oder).

Sie knüpfte damit an ihre Verbindung zwischen Cottbus und Großenhain an, die 1870 in Betrieb gegangen war.

Früher diskutierte Pläne sahen einen Verlauf über Friedland und Beeskow vor, am Ende entschied man sich für eine Trasse etwas weiter östlich.

Am 31. Dezember 1876 wurde die Strecke dem Verkehr übergeben, am Tag darauf begann der reguläre Betrieb.

Zwischen Cottbus und Frankfurt entstanden die Stationen Peitz, Jamlitz, Weichensdorf, Grunow und Müllrose.

Die Station in Jamlitz trug zunächst den Namen der benachbarten Stadt und hieß Lieberose.

Das Empfangsgebäude 2016. Der südliche Teil stammt aus der Eröffnungszeit, der nördliche Teil kam Ende des 19. Jahrhunderts hinzu.
Das Empfangsgebäude 2016. Der südliche Teil stammt aus der Eröffnungszeit, der nördliche Teil kam Ende des 19. Jahrhunderts hinzu. Foto: Radler59, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Anfangs war die Bahn auch als Fernverbindung gedacht, mit durchgehenden Zügen von Frankfurt (Oder) über Cottbus nach Dresden.

Später übernahm sie vor allem den Pendelverkehr zwischen Frankfurt und Cottbus.

Schnell fahrende Züge nutzten die Strecke selten und hielten meist gar nicht in Jamlitz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg führte der Schnellverkehr zwischen Cottbus und Frankfurt über Guben und Eisenhüttenstadt, auf der Strecke über Jamlitz blieben vor allem Nahverkehrszüge.

Der Bahnhof liegt nach den Angaben der Quellen bei Streckenkilometer 109,8, gezählt ab Großenhain Cottbuser Bahnhof.

So sah es vorher aus: Ein Bahnhof für zwei Spurweiten

Ein Anschluss änderte die Bedeutung des Bahnhofs 1898.

Damals eröffnete die Spreewaldbahn, eine meterspurige Schmalspurbahn, am 29. Mai 1898 ihre ersten Strecken.

Eine davon führte von Lübben über Straupitz und Byhlen bis zum Lieberoser Anschlussbahnhof, wo sie Anschluss an die Hauptbahn hatte.

Für den Anschluss wurden die Anlagen der Normalspur erweitert und das Empfangsgebäude vergrößert.

Die Anlagen der Schmalspurbahn lagen westlich des Empfangsgebäudes, im Süden gab es eine Verbindung zwischen Schmalspur und Normalspur.

Außerdem gab es Verladeeinrichtungen und einen Anschluss zu einer Holzverarbeitung.

Man unterschied damals gelegentlich zwischen dem Staatsbahnhof an der Hauptbahn und dem Anschluss- oder Spreewaldbahnhof an der Schmalspur.

Die Schmalspurbahn hatte in der Stadt Lieberose einen eigenen Bahnhof namens Lieberose Stadt.

Ihr Personenverkehr blieb in den meisten Jahren bescheiden: 1905 verkehrten zwei Zugpaare in Richtung Byhlen und drei weitere Paare zwischen Lieberose Stadt und Lieberose.

Ein Schuppen am früheren Bahnhof, 2011.
Ein Schuppen am früheren Bahnhof, 2011. Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Die Jahre 1943 bis 1945: Der Bahnhof als Teil des Lagers

Ab 1943 entstand südlich von Jamlitz der SS-Truppenübungsplatz Kurmark, der eine Fläche von 38.854 Hektar umfassen sollte.

Der Bahnhof bekam dadurch eine neue Aufgabe für den Militärverkehr und für den Transport von Häftlingen.

Im Bereich des Bahnhofs entstanden umfangreiche Verladeanlagen.

Für den Bau der Kasernen, Straßen und militärischen Anlagen setzte die SS Zwangsarbeiter ein, die in einem Außenlager des KZ Sachsenhausen untergebracht waren.

Dieses Lager lag in der Nähe des Bahnhofs.

Seit dem Frühsommer 1944 wurden hier vor allem jüdische Menschen inhaftiert.

Am 5. Juni 1944 erreichte der erste Massentransport mit rund 2.400 ungarischen Juden aus Auschwitz den damaligen Staatsbahnhof Lieberose.

Ab Juni 1944 erreichten monatlich weitere Transporte das Lager.

Insgesamt gingen nach Schätzungen bis zu 10.000 Menschen aus zwölf europäischen Ländern durch das Lager, die meisten stammten aus Polen und Ungarn.

Vermutlich überlebten weniger als 400 von ihnen.

Am Bahnhof selbst mussten Häftlinge arbeiten.

Es gab ein Arbeitskommando „Bahnhof“, und auf dem SS-Bauhof zwischen Bahnhof und Lager waren etwa 500 Häftlinge in Werkstätten und Magazinen eingesetzt.

Zudem mussten sie an zwei Betonmischanlagen am Bahnhof die Schwellen für eine Schmalspurbahn herstellen, die zur Kasernenbaustelle in Ullersdorf führen sollte.

Kranke und entkräftete Menschen brachte die SS in Sammeltransporten zurück nach Auschwitz, um sie dort zu ermorden.

Im Februar 1945 löste die SS das Lager auf.

Die Häftlinge, die noch gehen konnten, wurden auf einen achttägigen Todesmarsch in Richtung Oranienburg getrieben und erreichten am 9. Februar das KZ Sachsenhausen.

Genau 1.342 Kranke und nicht Transportfähige blieben zurück, sie wurden zwischen dem 2. und 4. Februar 1945 ermordet.

Nach 1945: Zweites Lager und lange Verdrängung

Im September 1945 richtete der sowjetische Geheimdienst NKWD auf dem Gelände und in den Baracken des früheren KZ das Speziallager Nr. 6 ein.

Es bestand bis April 1947, rund 10.300 Menschen waren hier insgesamt inhaftiert.

Nach den russischen Totenlisten starben mindestens 3.380 von ihnen.

Als das Lager im April 1947 aufgelöst wurde, führte man die Häftlinge zur Bahnstation Lieberose.

Einige wurden in die Sowjetunion deportiert, andere in die Speziallager Mühlberg und Buchenwald gebracht.

In der DDR wurde die Nutzung des Lagers durch die Besatzungsmacht verschwiegen.

Die Baracken wurden abgerissen, auf dem Gelände entstanden kleine Wohnhäuser.

Ein Lagerstein aus dem Jahr 1944 verschwand, 1973 wurde bei Lieberose ein Mahnmal eingeweiht.

Erst nach 1990 begann eine breitere Auseinandersetzung mit dem Ort.

Am 22. Juni 2003 eröffnete man in Jamlitz zwei Freiluftausstellungen, eine zum KZ-Außenlager und eine zum Speziallager.

Niedergang: Namenswechsel, Stilllegung und Abbau

Die Schmalspurbahn verlor nach dem Krieg schnell an Bedeutung.

Am 18. Mai 1952 endete der Personenverkehr zwischen Lieberose Stadt und dem Bahnhof Lieberose, 1957 folgte der Güterverkehr.

Am 28. September 1958 wurde der Abschnitt offiziell stillgelegt, und der Normalspurbahnhof Lieberose erhielt den Namen Jamlitz.

Die Strecke von Byhlen nach Lieberose Stadt wurde 1964 stillgelegt, ihr Rückbau hing mit dem Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide zusammen.

Auf der Hauptbahn blieb der Güterverkehr wichtig, und der Bahnhof diente weiter dem Militärverkehr zum Übungsplatz.

Im Personenverkehr hatte die Strecke nur lokale Bedeutung.

In den 1980er Jahren verstärkten einige Fahrten zwischen Cottbus und Jamlitz das Angebot.

Nach der Wende ging die Bedeutung weiter zurück.

Im Juni 1993 schloss die Fahrkartenausgabe im Bahnhof.

Ein Zweistundentakt, den man 1993 einführte, hielt nur zwei Jahre.

1995 verkehrten noch vier Zugpaare an Werktagen zwischen Peitz und Grunow über Jamlitz, und zum 1. Juni 1996 stellte die Bahn den Personenverkehr zwischen Grunow und Peitz ganz ein.

Beim Güterverkehr nennen die Quellen unterschiedliche Daten.

Nach der Darstellung zum Bahnhof endete der Betrieb Ende 1998, nach dem Streckenartikel auf dem Abschnitt zwischen Peitz und Jamlitz erst am 5. November 2000.

Sicher ist, dass die Gleise im Herbst 2006 auf einer Länge von mehr als 30 Kilometern einschließlich des Bahnhofs abgebaut wurden.

Im August 2014 beantragte die DB Netz AG, die Strecke von Bahnbetriebszwecken freizustellen, und das betraf 138 Flurstücke in mehreren Gemeinden, darunter Jamlitz.

So sieht es jetzt aus

Das Bahnhofsensemble steht seit Dezember 2006 unter Denkmalschutz.

Dazu zählen das Empfangsgebäude, ein Wirtschaftsgebäude, der Güterschuppen, der Wasserturm, zwei Wasserkräne, die Rampe, der Bahnsteig und die kopfsteingepflasterten Erschließungsstraßen.

Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege beschrieb die Anlage als typischen und baulich wenig veränderten Mittelbahnhof von regionaler, verkehrs-, technik- und baugeschichtlicher sowie städtebaulicher Bedeutung.

Der frühere Bahnhof von Südsüdosten, 2020. Rechts liegt noch ein Rest Gleis.
Der frühere Bahnhof von Südsüdosten, 2020. Rechts liegt noch ein Rest Gleis. Foto: Hans G. Oberlack, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

2008 übernahm der Berliner Jugendhilfeverein Karuna e. V. das ungenutzte Gebäude.

Er wollte dort eine Begegnungsstätte für Jugendliche einrichten.

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten kritisierte das Vorhaben damals wegen der emotionalen Last, die auf dem Ort liege.

2012 erhielt die geplante Einrichtung den Namen Justus Delbrück Haus, Akademie der Mitbestimmung im Bahnhof Jamlitz.

Der Namenspatron Justus Delbrück war ein Verwaltungsjurist, der nach dem Krieg im Speziallager Jamlitz interniert war und dort ums Leben kam.

Im Oktober 2013 fanden bei der Aktion 96 Stunden umfangreiche Sanierungsarbeiten am Bahnhofsgebäude statt.

Heute bietet das Haus Ausstellungen, Kinoabende und Bildungsprogramme an.

Dazu gehört eine Wohngemeinschaft für junge Menschen, die früher wohnungslos waren.

Zusammen mit der Gedenkstätte in Jamlitz richtet sich das Angebot vor allem an benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Für den August 2026 kündigte ein internationales Workcamp dringende Arbeiten an, bei denen verwachsenes Grün auf dem Gelände zurückgeschnitten werden sollte.

Das zeigt, wie schnell die Natur das Gelände zurückholt, wenn niemand pflegt.

Der Bahnsteig, von Gras und jungen Bäumen überwachsen, 2011.
Der Bahnsteig, von Gras und jungen Bäumen überwachsen, 2011. Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Der Wasserturm des Bahnhofs, 2011. Er gehört zum geschützten Ensemble.
Der Wasserturm des Bahnhofs, 2011. Er gehört zum geschützten Ensemble. Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Blick in den Wasserbehälter in der mittleren Etage des Wasserturms, 2016.
Blick in den Wasserbehälter in der mittleren Etage des Wasserturms, 2016. Foto: Radler59, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Ein Wasserkran im Gras, 2011. Auch die beiden Wasserkräne stehen unter Denkmalschutz.
Ein Wasserkran im Gras, 2011. Auch die beiden Wasserkräne stehen unter Denkmalschutz. Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Treppenstufen im Gelände des früheren Bahnhofs, 2011.
Treppenstufen im Gelände des früheren Bahnhofs, 2011. Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Reste der abgebauten Strecke Cottbus–Frankfurt (Oder) in der Lieberoser Heide, 2013.
Reste der abgebauten Strecke Cottbus–Frankfurt (Oder) in der Lieberoser Heide, 2013. Foto: J.-H. Janßen, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Blick über die frühere Trasse beim Bahnhof, 2022. Auf Commons ist die Stelle als Radweg auf der ehemaligen Bahnstrecke beschrieben.
Blick über die frühere Trasse beim Bahnhof, 2022. Auf Commons ist die Stelle als Radweg auf der ehemaligen Bahnstrecke beschrieben. Foto: Global Fish, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Vorher und nachher: Ein Bahnhof ohne Züge

Auf der Postkarte von 1903 steht ein Bahnhofsgebäude, an dem der Name Lieberose zu lesen ist.

Die neueren Fotos zeigen ein Ziegelgebäude ohne Züge und ohne Gleise vor der Tür, mit einer ganz anderen Aufgabe.

Wo einst Fahrkarten verkauft wurden, finden heute Bildungsangebote und Jugendarbeit statt.

Der Name Lieberose ist längst Geschichte, und der Name Jamlitz steht heute auch für das Gedenken an das Lager.

Wie man sich dem Ort nähern kann

Wer sich für die Geschichte der Lager interessiert, findet in Jamlitz eine Gedenkstätte mit Freiluftausstellungen.

Die Dokumentationsstätte am Kiefernweg erinnert an das KZ-Außenlager und an das Speziallager.

Eine Gedenkstättentour endet laut einem Tourismusportal am früheren Bahnhofsgebäude, dem heutigen Justus Delbrück Haus.

Öffnungszeiten ändern sich, deshalb prüfen Besucherinnen und Besucher sie vorab bei den Trägern.

Die Geschichte in Daten

31. Dezember 1876: Übergabe der Strecke Cottbus–Frankfurt (Oder) mit der Station Lieberose, dem späteren Jamlitz.

29. Mai 1898: Eröffnung der Spreewaldbahn bis zum Lieberoser Anschlussbahnhof.

1943: Bau des SS-Truppenübungsplatzes Kurmark und des Außenlagers beginnt.

5. Juni 1944: Erster Massentransport mit rund 2.400 ungarischen Juden aus Auschwitz erreicht den Staatsbahnhof Lieberose.

Februar 1945: Auflösung des Lagers, Todesmarsch Richtung Sachsenhausen, 1.342 Zurückgebliebene werden ermordet.

September 1945 bis April 1947: Sowjetisches Speziallager Nr. 6 auf dem Lagergelände.

28. September 1958: Der Bahnhof Lieberose heißt nun Jamlitz.

1. Juni 1996: Personenverkehr zwischen Grunow und Peitz eingestellt.

Herbst 2006: Gleise auf über 30 Kilometern einschließlich des Bahnhofs abgebaut.

Dezember 2006: Bahnhofsensemble wird Baudenkmal.

2008: Karuna e. V. übernimmt das Bahnhofsgebäude.

2012: Das Haus erhält den Namen Justus Delbrück Haus.

Häufige Fragen

Ist der Bahnhof Jamlitz noch in Betrieb?
Nein, es fahren dort keine Züge mehr. Der Personenverkehr endete 1996, und die Gleise wurden im Herbst 2006 abgebaut.
Wie hieß der Bahnhof früher?
Bis 1958 hieß er Lieberose, nach der etwa fünf Kilometer entfernten Stadt. Erst nach der Stilllegung der Schmalspurbahn bekam er den Namen Jamlitz.
Welche Rolle spielte der Bahnhof im Zweiten Weltkrieg?
Er war Ankunftsort für Häftlingstransporte in das KZ-Außenlager Lieberose und Verladestelle für den SS-Truppenübungsplatz Kurmark. Am 5. Juni 1944 kam hier der erste Massentransport mit rund 2.400 ungarischen Juden aus Auschwitz an.
Darf man das Gelände betreten?
Das Gelände gehört einem Verein und wird genutzt. Wer es besichtigen möchte, fragt vorher beim Justus Delbrück Haus an.
Steht der Bahnhof unter Denkmalschutz?
Ja. Das Ensemble aus Empfangsgebäude, Wirtschaftsgebäude, Güterschuppen, Wasserturm, zwei Wasserkränen, Rampe, Bahnsteig und gepflasterten Zufahrten steht seit Dezember 2006 unter Schutz.
Wo kann ich mehr über das Lager erfahren?
In der Dokumentationsstätte am Kiefernweg in Jamlitz mit den Freiluftausstellungen zum KZ-Außenlager und zum Speziallager.

Der Bahnhof Jamlitz ist ein Gebäude, das Ankunft, Abschied und Erinnerung in sich trägt.

Dass seine Räume heute jungen Menschen offenstehen, ist kein Schlusspunkt, sondern ein Teil derselben Geschichte, die weiter erzählt werden muss.

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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