Ortstermin
„Wer hier aussteigt, steht vor einem Bahnhof, in dem früher der Vorsteher über den Wartesälen wohnte.“
Der Bahnhof Perleberg, ein Klinkerbau vor der Rolandstadt
→ Ein Ortstermin in der Prignitz.
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Kurz gesagt
Perleberg hat seit 1881 einen Bahnanschluss an der Strecke Wittenberge–Strasburg. Das Empfangsgebäude aus Klinker steht heute unter Denkmalschutz.
Im Nordwesten Brandenburgs, am Flüsschen Stepenitz, liegt die Kreisstadt Perleberg.
Ihre Altstadt liegt auf einer Insel zwischen zwei Armen des Flusses, und auf dem Markt steht ein steinerner Roland.
Wer mit dem Zug kommt, wird von einem Bahnhof begrüßt, der viel über den Alltag der Eisenbahn im 19. Jahrhundert erzählt.

Seit 1881 am Netz
Seit dem Jahr 1881 hat Perleberg einen Eisenbahnanschluss an der Strecke von Wittenberge nach Strasburg in der Uckermark.
Der Bahnhof liegt im Südwesten der Stadt, an der Kreuzung der Wittenberger und der Lenzener Straße.
Von hier aus erreicht man die Altstadt in wenigen Minuten zu Fuß.
Gleich nebenan liegt heute der zentrale Omnibusbahnhof der Stadt.

Ein Klinkerbau mit Heimatstil
Das Empfangsgebäude wurde um 1881 als Klinkerbau mit Elementen des Heimatstils errichtet.
Mit seinem zweigeschossigen Anbau, den die Bahn als Stellwerk nutzt, ist es rund 45 Meter lang.
Der Hauptbau hat zwei hohe Geschosse und ein niedriges Dachgeschoss.
Seine heutige Gestalt erhielt er durch mehrere Erweiterungen und Umbauten.

Gut zu wissen
Perleberg hat seit 1881 einen Bahnanschluss an der Strecke Wittenberge–Strasburg. Das Empfangsgebäude aus Klinker, die Güterabfertigung und die Pflasterung stehen unter Denkmalschutz.
Die Altstadt liegt auf einer Insel zwischen zwei Armen der Stepenitz. Das Stadt- und Regionalmuseum wurde 1905 gegründet und zählt zu den sammlungsreichsten Museen Brandenburgs.
Wartesäle und die Wohnung des Vorstehers
Im Erdgeschoss lagen früher Wartesäle für Reisende verschiedener Klassen.
Im Obergeschoss wohnte der Stationsvorsteher mit seiner Familie, direkt über dem Betrieb.
Später nutzte auch die Mitropa das Erdgeschoss für die Bewirtung der Reisenden.
Heute ist das Gebäude nicht mehr öffentlich zugänglich, aber gut von außen zu betrachten.

Denkmal bis zum Pflaster
Unter Denkmalschutz stehen nicht nur das Empfangsgebäude, sondern auch die Güterabfertigung.
Sogar die alte Pflasterung vor dem Bahnhof ist geschützt.
Solche Ensembles sind selten geworden, weil vieles bei Modernisierungen verschwunden ist.
In Perleberg kann man deshalb noch gut sehen, wie ein Kleinstadtbahnhof früher wirkte.

Die Westprignitzer Kreisringbahn
Nicht weit entfernt liegt der frühere Bahnhof Perleberg Süd.
Er gehörte zur Westprignitzer Kreisringbahn, einer Kleinbahn, die Dörfer der Region miteinander verband.
Solche Kreisbahnen brachten Landwirte, Pendler und Güter in die Kreisstadt.
Heute erinnern nur noch Spuren an diesen einst dichten Verkehr auf schmalen Gleisen.

Eine Altstadt auf einer Insel
Die Altstadt von Perleberg liegt auf einer Insel aus Sand zwischen zwei Armen der Stepenitz.
Funde zeigen, dass hier schon vor rund 3000 Jahren Menschen siedelten.
Im Mittelalter strebte die Stadt nach der Mitgliedschaft in der Hanse.
Historische Häuser wie das Gebäude Großer Markt 4 aus dem Jahr 1525 erzählen von dieser Blütezeit.

Die Rolandstadt
Perleberg nennt sich Rolandstadt, und der steinerne Roland auf dem Großen Markt stammt aus dem 16. Jahrhundert.
Die Figur war ein Zeichen für die Rechte und die Freiheit der Stadt.
Rund um den Markt stehen Giebelhäuser und die große Kirche St. Jacobi.
Der Platz ist bis heute der Mittelpunkt des städtischen Lebens.

Ein Museum mit reichen Schätzen
Das Stadt- und Regionalmuseum wurde im Jahr 1905 gegründet.
Mit seinen vielen Funden aus der Ur- und Frühgeschichte zählt es zu den sammlungsreichsten Museen Brandenburgs.
Seit 2002 gibt es außerdem ein Oldtimer- und Technikmuseum in einer alten Turnhalle.
Dazu kommt ein Wasserturm im Jugendstil aus den Jahren 1906 und 1907.

Ankommen in Perleberg
Wer in Perleberg aussteigt, erreicht über die Wittenberger Straße schnell die Altstadt.
Am Wasser der Stepenitz laden Wege zu einem ruhigen Spaziergang ein.
Radwege wie die Tour Brandenburg führen durch die weite Landschaft der Prignitz.
So beginnt am denkmalgeschützten Bahnhof ein Ausflug in eine der ältesten Städte der Region.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Häufige Fragen
Seit wann hat Perleberg einen Bahnhof?
Was steht am Bahnhof unter Denkmalschutz?
Wer wohnte im Obergeschoss?
Warum heißt Perleberg Rolandstadt?
An welchem Fluss liegt Perleberg?
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