Der Bahnhof Gevelsberg, ein Hauptbahnhof ohne Weichen, an dem nur die S-Bahn hält

Ortstermin

„Sehr geehrte Fahrgäste, nächster Halt Gevelsberg Hauptbahnhof; hier hält, trotz des großen Namens, nur die S-Bahn.“

Der Bahnhof Gevelsberg, ein Hauptbahnhof ohne Weichen, an dem nur die S-Bahn hält

→ Ein Ortstermin im südlichen Ruhrgebiet, im Ennepe-Ruhr-Kreis.

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Kurz gesagt

Gevelsberg ist eine Mittelstadt im Ennepe-Ruhr-Kreis mit einem sehr ungewöhnlichen Hauptbahnhof. Dieser Hauptbahnhof besitzt keine Weichen mehr und wird nur von den S-Bahn-Linien S8 und S9 bedient.

Der Name klingt groß, doch der Gevelsberger Hauptbahnhof ist einer der kleinsten seiner Art.

Betrieblich ist er nämlich nur ein Haltepunkt, denn er besitzt keine einzige Weiche mehr.

Und obwohl er Hauptbahnhof heißt, halten hier ausschließlich Züge der S-Bahn.

Damit ist Gevelsberg ein Ort, an dem ein großer Titel und ein bescheidener Bahnsteig aufeinandertreffen.

Gevelsberg Hauptbahnhof 01
Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein Hauptbahnhof ohne Weichen

Der Gevelsberger Hauptbahnhof trägt einen stolzen Namen, ist aber betrieblich nur ein Haltepunkt.

Der Grund ist einfach, denn er besitzt keine Weichen mehr, an denen Züge das Gleis wechseln könnten.

Lange Zeit war er der einzige Hauptbahnhof in Deutschland mit dieser Besonderheit.

Erst seit 2021 teilt er sich diese Rolle mit dem Hauptbahnhof von Mülheim an der Ruhr.

So ist der kleine Bahnsteig zu einer echten Kuriosität der deutschen Eisenbahn geworden.

Gevelsberg Hauptbahnhof 02
Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Nur die S-Bahn hält

Noch eine zweite Besonderheit macht den Bahnhof einzigartig.

Er ist die einzige Station mit dem Titel Hauptbahnhof, die ausschließlich von S-Bahnen bedient wird.

Kein Fernzug und kein Regional-Express halten hier, sondern nur der Nahverkehr auf zwei Gleisen.

Für die Fahrgäste ist das kein Nachteil, denn die S-Bahn fährt dicht und zuverlässig.

Der große Name bleibt am Ende vor allem ein Erbe aus früheren Zeiten.

Der große Titel bleibt auf den Schildern stehen, während die Wirklichkeit längst bescheidener ist.

Gevelsberg Hauptbahnhof 03
Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Der Gevelsberger Hauptbahnhof ist betrieblich nur ein Haltepunkt, weil er keine Weichen mehr besitzt.

Bis 2021 war er der einzige Hauptbahnhof Deutschlands mit dieser Eigenheit, seither ist es auch der Hauptbahnhof von Mülheim an der Ruhr.

Er wird ausschließlich von den S-Bahn-Linien S8 und S9 bedient, mit annähernd halbstündlichem Takt nach Wuppertal und Hagen.

Gevelsberg hat rund 30.000 Einwohner und liegt im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Zwischen Wuppertal und Hagen

Der Bahnhof liegt an der Strecke von Düsseldorf-Derendorf nach Dortmund Süd.

Bedient wird er von den S-Bahn-Linien S8 und S9 der S-Bahn Rhein-Ruhr.

Die S8 verkehrt seit Mai 2020 auf der Verbindung von Mönchengladbach über Düsseldorf und Wuppertal nach Hagen.

Zusammen mit der S9 ergibt sich ein annähernder Halbstundentakt nach Wuppertal und Hagen.

So hängt der bescheidene Bahnhof an einer der großen S-Bahn-Achsen des Ruhrgebiets.

Gevelsberg Hauptbahnhof 04
Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Drei Stationen für eine Stadt

Gevelsberg hat nicht nur einen Bahnhof, sondern gleich mehrere Stationen.

Neben dem Hauptbahnhof gibt es den Bahnhof Gevelsberg West, der noch über weitere Gleisanlagen verfügt.

An einer anderen Strecke liegt zudem der Haltepunkt Ennepetal, der früher einmal Gevelsberg hieß.

Diese Namen bringen Reisende leicht durcheinander, gehören aber alle zur selben Stadt.

Der Hauptbahnhof bleibt dabei der zentrale Halt mitten im Stadtgebiet.

Wer sich nicht auskennt, sollte beim Umsteigen genau auf den Namen der Station achten.

Gevelsberg Hauptbahnhof 05
Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Rheinische Eisenbahn und der Name

Die Strecke durch Gevelsberg wurde ab 1873 von der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft gebaut.

Am 15. September 1879 begann der Personenverkehr auf dem Abschnitt zwischen Wuppertal und Hagen.

Damals trug die Station den Zusatz Rh. für die rheinische Gesellschaft.

Erst später wurde aus dem einfachen Halt der Hauptbahnhof, wie man ihn heute kennt.

Sein Name erzählt so ein Stück von den Anfängen der Eisenbahn in dieser Gegend.

Gevelsberg Hauptbahnhof 06
Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der Mord von 1225

Die Geschichte Gevelsbergs reicht weit vor die Eisenbahn zurück.

An der Stelle, an der 1225 der Kölner Erzbischof Engelbert von Berg ermordet wurde, entstand später ein Kloster.

Um dieses Kloster bildete sich das sogenannte Stift- und Klosterviertel.

Der Ort selbst ging aus der alten Bauerschaft Mylinghausen hervor, die schon 1096 erwähnt wurde.

So verbindet Gevelsberg eine mittelalterliche Tat mit einer viel jüngeren Industriestadt.

So trägt selbst der Stadtname eine Erinnerung an dieses ferne Ereignis in sich.

Gevelsberg Hauptbahnhof 07
Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Harkort und die Kohlenbahn

Im Ortsteil Silschede finden sich Spuren einer sehr frühen Bahn.

Dort verlief die Schlebusch-Harkorter Kohlenbahn, die auch Silscheder Kohlenbahn genannt wurde.

An ihr war der Wirtschaftspionier Friedrich Harkort beteiligt, ein Vorkämpfer der frühen Industrie.

Die Bahn brachte Kohle aus dem Revier hinunter zur Hasper Hütte.

Damit gab es in Gevelsberg schon Schienen, lange bevor die großen Bahnhöfe entstanden.

Gevelsberg Hauptbahnhof 08
Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Eine Mittelstadt im südlichen Ruhrgebiet

Gevelsberg ist heute eine Mittelstadt mit rund 30.000 Einwohnern.

Sie gehört zum Ennepe-Ruhr-Kreis am Südrand des Ruhrgebiets.

Zu ihren Bauwerken zählt die evangelische Erlöserkirche über der Stadt.

Über einhundert Gebäude in Gevelsberg stehen unter Denkmalschutz.

Zwischen Hügeln und Tälern liegt die Stadt am Übergang vom Ruhrgebiet zum Bergischen Land.

Von der Erlöserkirche aus überblickt man die Dächer der alten Fabrik- und Handelsstadt.

RE13, 1, Gevelsberg, Ennepe Ruhr Kreis
Foto: GeorgDerReisende, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Gevelsberg

Ankommen in Gevelsberg heißt, an einem Hauptbahnhof auszusteigen, der eigentlich ein kleiner Halt ist.

Der große Name und der schlichte Bahnsteig erzählen zusammen eine kuriose Geschichte.

Von hier sind es nur wenige Schritte in eine Stadt mit Kloster, Kohle und Eisenbahn.

Und wer weiterfährt, steigt einfach in die nächste S-Bahn Richtung Wuppertal oder Hagen.

Dieser kurze Ortstermin lohnt sich schon wegen des kuriosen Bahnhofs allein.

Hauptbahnhof, 1, Gevelsberg, Ennepe Ruhr Kreis
Foto: GeorgDerReisende, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Warum ist Gevelsberg Hauptbahnhof ein Haltepunkt?
Weil er keine Weichen mehr besitzt und die Züge das Gleis nicht wechseln können. Betrieblich gilt er deshalb als Haltepunkt, nicht als Bahnhof.
Halten in Gevelsberg wirklich nur S-Bahnen?
Ja, es ist die einzige Station mit dem Titel Hauptbahnhof, die ausschließlich von S-Bahnen bedient wird. Fern- und Regionalzüge halten nicht.
Welche Linien fahren hier?
Die S-Bahn-Linien S8 und S9 der S-Bahn Rhein-Ruhr. Zusammen ergeben sie einen annähernden Halbstundentakt nach Wuppertal und Hagen.
Gibt es mehrere Bahnhöfe in Gevelsberg?
Ja, neben dem Hauptbahnhof gibt es den Bahnhof Gevelsberg West und den Haltepunkt Ennepetal, der früher Gevelsberg hieß. Das sorgt gelegentlich für Verwirrung.
Was hat Gevelsberg mit der frühen Eisenbahn zu tun?
Im Ortsteil Silschede verlief die Schlebusch-Harkorter Kohlenbahn, an der Friedrich Harkort beteiligt war. Sie brachte Kohle zur Hasper Hütte, lange vor den heutigen Bahnhöfen.

Weiterfahrt

→ Der Bahnhof Ennepetal, der den Namen der Nachbarstadt trägt – Ennepetal ist der Nachbar, dessen Haltepunkt früher schlicht Gevelsberg hieß.

→ Der Bahnhof Schwelm, wo die S-Bahn unter der Hauptstrecke abtaucht – Hagen ist der große Bahnknoten, den die S-Bahn von Gevelsberg aus ansteuert.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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