Zahlen, bitte!
„Nächster Halt Stadtmitte: Im Tunnel unter der Innenstadt folgt werktags tagsüber alle zweieinhalb Minuten eine S-Bahn.“
Wie viele Fahrgäste hat die S-Bahn Stuttgart?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die S-Bahn Stuttgart beförderte im Jahr 2025 rund 105,8 Millionen Fahrgäste. An einem Werktag waren es nach dem Stand von 2018 etwa 435.000 Menschen.
Die S-Bahn gehört zu den wichtigsten Verkehrsmitteln in der Region Stuttgart.
Ihre Linien reichen von der Innenstadt bis nach Kirchheim unter Teck, Herrenberg, Backnang, Filderstadt und Weil der Stadt.
Wie viele Menschen damit Tag für Tag unterwegs sind, zeigen die folgenden Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
105,8 Mio.
Fahrgäste im Jahr 2025
2019 waren es knapp 133 Millionen
435.000
Fahrgäste pro Werktag
montags bis freitags, Stand 2018
215 km
Streckennetz
mit 83 Stationen
Im Innenstadttunnel folgen die Züge werktags tagsüber im Abstand von 2,5 Minuten aufeinander.
Gut hundert Millionen im Jahr
Im Jahr 2025 zählte die S-Bahn Stuttgart rund 105,8 Millionen Fahrgäste.
Rechnerisch sind das an jedem Tag des Jahres fast 290.000 Fahrten.
Im Jahr 2019 waren es sogar knapp 133 Millionen Fahrgäste gewesen.
Das Niveau von damals hat die S-Bahn damit noch nicht wieder erreicht.

Ein ganz normaler Werktag
Montags bis freitags steigen nach dem Stand von 2018 rund 435.000 Fahrgäste pro Tag in die S-Bahn.
Zwischen 2003 und 2014 wuchs die Zahl der werktäglichen Fahrgäste um 27 Prozent auf mehr als 400.000.
An Samstagen legte die Nachfrage im selben Zeitraum sogar um 41 Prozent zu, an Sonntagen um 39 Prozent.
Im Jahr 2016 zählte man an einem Werktag rund 800.000 Ein- und Ausstiege im ganzen Netz.
Gut zu wissen
Im Januar 2019 beschlossen Land und Region, die S-Bahn mit dem Zugsicherungssystem ETCS auszurüsten. Die Züge erhalten dazu Technik für automatisiertes Fahren, damit sie im Tunnel dichter aufeinander folgen können.
Eine Verkehrsprognose vom Januar 2020 erwartet für das Jahr 2030 rund 450.000 Fahrgäste pro Tag. In einer Variante mit zusätzlichen Zügen und Einschränkungen für den Autoverkehr wären es sogar 500.000.
Die Stunde zwischen sieben und acht
Am größten ist der Andrang in der Spitzenstunde zwischen 7 und 8 Uhr am Morgen.
Dann fahren im Durchschnitt rund 70.000 Menschen mit der S-Bahn, so der Stand von 2017.
Die zweithöchste Belastung folgt am Nachmittag zwischen 16 und 18 Uhr mit jeweils mehr als 50.000 Fahrgästen pro Stunde.
Im Schnitt legte ein S-Bahn-Fahrgast im VVS-Tarif im Jahr 2019 eine Strecke von 13,5 Kilometern zurück.
Die S1 liegt vorn
Die meistgenutzte Linie ist die S1 mit etwa 102.000 Fahrgästen an einem Werktag.
Dahinter folgen die S2 mit rund 70.000 Fahrgästen und die S6 zusammen mit der S60 mit mehr als 70.000.
Die S3 kommt auf mehr als 60.000, die S4 und die S5 jeweils auf mehr als 40.000 Menschen pro Werktag.
Diese Werte stammen aus dem Jahr 2016 und zeigen, wie ungleich sich die Last im Netz verteilt.
215 Kilometer und 83 Stationen
Das Streckennetz der S-Bahn Stuttgart ist 215 Kilometer lang.
Auf ihm liegen 83 Stationen, sieben davon unter der Erde.
Zusammen mit der Schusterbahn und der Teckbahn kam der Betrieb im Jahr 2021 auf rund 12,2 Millionen Zugkilometer.
Dafür waren damals 210 Triebzüge mit 948 Zugfahrten pro Tag im Einsatz.
Der Tunnel unter der Innenstadt
Herzstück des Netzes ist die unterirdische Stammstrecke vom Hauptbahnhof bis zur Station Schwabstraße.
Alle Linien außer der Expresslinie S62 fahren durch diesen zweigleisigen Tunnel mit den Halten Stadtmitte und Feuersee.
Werktags folgen die Züge dort tagsüber im Abstand von zweieinhalb Minuten, was schon nahe an der technischen Grenze liegt.
Rund 250.000 der werktäglichen Ein- und Ausstiege entfielen im Jahr 2016 allein auf diesen kurzen Abschnitt.
Wenden in der Schleife
Die Hälfte aller Fahrten endet an der Station Schwabstraße, dem Endpunkt der Linien S4, S5, S6 und S60.
Dahinter liegt eine der wenigen Wendeschleifen im deutschen Eisenbahnnetz, rund 1,5 Kilometer lang und fast ganz eingleisig.
In ihr kehren die Züge um, ohne dass der Lokführer den Führerstand wechseln muss.
Gleich daneben klettern die Züge durch den Hasenbergtunnel mit einer Steigung von 35 Promille bergauf, während die Verbindungsbahn an ihrer steilsten Stelle sogar 38 Promille erreicht.
Der Start am 1. Oktober 1978
Der Betrieb der S-Bahn Stuttgart begann am 1. Oktober 1978, zeitgleich mit dem Start des Verkehrsverbunds VVS.
Zum Auftakt fuhren drei Linien ab der Station Schwabstraße nach Plochingen, Ludwigsburg und Weil der Stadt.
Das Grundnetz war damals 65 Kilometer lang und damit nicht einmal ein Drittel so groß wie heute.
Nach Rhein-Ruhr, München und Rhein-Main war Stuttgart das vierte S-Bahn-System, das nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland entstand.
Eine Idee aus dem Jahr 1930
Der erste Vorschlag für eine unterirdische Vorortbahn durch die Stuttgarter Innenstadt stammt bereits aus dem Jahr 1930.
Die Bauarbeiten begannen dann am 5. Juli 1971 auf dem Gelände des Hauptbahnhofs.
Damals plante man bis 1980 ein Netz von 164 Kilometern Länge, das 64 Gemeinden erschließen sollte.
Kernstück war der 2,7 Kilometer lange Tunnel zwischen dem Hauptbahnhof und der Schwabstraße.
Von 48 auf 215 Fahrzeuge
Zur Eröffnung im Jahr 1978 standen 48 Triebwagen der Baureihe 420 bereit.
Im Jahr 1985 waren es schon 85 Triebwagen, im Jahr 2003 dann 116.
Im Dezember 2025 umfasste die Flotte 215 Fahrzeuge, nämlich 60 Einheiten der Baureihe 423 und 155 Einheiten der Baureihe 430.
Eine Einheit ist rund 70 Meter lang, und bis zu drei davon bilden gemeinsam einen 210 Meter langen Langzug.
Das Rätsel vom Frühjahr 1993
Im Frühjahr 1993 stellte die Bahn nach auffällig starkem Verschleiß an den Radsätzen fast alle Stuttgarter S-Bahn-Züge ab.
Das geschah am 19. April 1993, einen Tag nach der Eröffnung der Flughafenlinie S2.
Ausgeliehene S-Bahn-Züge aus München und Frankfurt sowie Züge mit Lokomotiven hielten den Verkehr notdürftig aufrecht.
Nach einigen Wochen fand man die Ursache in einem Schmierfett für die Spurkränze, das danach nicht mehr verwendet wurde.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
