Wie steil ist die Stanserhornbahn?

Zahlen, bitte!

„Sehr geehrte Fahrgäste, bitte halten Sie sich gut fest: Gleich geht es bergauf, und das obere Deck dieser Seilbahn hat kein Dach.“

Wie steil ist die Stanserhornbahn?

→ Eine Bergbahn in Zahlen.

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Kurz gesagt

Die Stanserhornbahn besteht aus zwei Teilen: Die untere Standseilbahn von 1893 überwindet auf 1550 Metern bis zu 27,5 Prozent Steigung, die offene CabriO-Seilbahn von 2012 sogar bis zu 72,94 Prozent. Zusammen bringen sie Fahrgäste von Stans auf 450 Metern hinauf zum 1898 Meter hohen Gipfel des Stanserhorns.

Das Stanserhorn ist ein Aussichtsberg über dem Vierwaldstättersee in der Zentralschweiz.

Wer hinauf will, nimmt zwei Bahnen hintereinander: unten eine alte Standseilbahn, oben eine offene Seilbahn.

Beide zusammen machen die Fahrt zu einer der steilsten und ungewöhnlichsten der Schweiz.

Stanserhorn Seilbahn Cabriogondel 1
Foto: Pentachlorphenol, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Stanserhornbahn in Zahlen

1898 m

Höhe des Stanserhorns

über dem Meer, Ziel der Bahn

27,5 %

max. Steigung unten

Standseilbahn Stans–Kälti

72,94 %

max. Steigung oben

offene CabriO-Seilbahn

1893

Eröffnung

erste Standseilbahn mit Zangenbremse

1550 m

Länge der Standseilbahn

Stans (450 m) bis Kälti (710 m)

60

Fahrgäste je CabriO-Kabine

bis zu 30 auf offenem Oberdeck

Quellen: deutschsprachige Wikipedia zur Stanserhorn-Bahn mit den technischen Daten der Standseilbahn und der CabriO-Bahn. Alle Werte gerundet.

Zwei Bahnen, ein Berg

Die Stanserhornbahn ist keine durchgehende Linie, sondern ein Wechsel von zwei Fahrzeugen.

Unten in Stans beginnt die Fahrt in einer klassischen Standseilbahn, die seit 1893 fast unverändert fährt.

Sie endet auf halber Höhe an der Zwischenstation Kälti.

Dort steigt man um in die CabriO-Seilbahn, die seit 2012 den oberen Teil übernimmt.

Erst beide zusammen überwinden den Höhenunterschied vom Tal bis fast auf den Gipfel.

Stanserhorn Seilbahn Cabriogondel 2
Foto: Pentachlorphenol, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die alte Standseilbahn von 1893

Die untere Sektion ist das Herzstück und zugleich das älteste Stück der Anlage.

Sie verbindet die Talstation Stans auf 450 Metern mit der Station Kälti auf 710 Metern.

Dazwischen liegen 1550 Meter Gleis in Meterspur, eingleisig mit einer Ausweiche in der Mitte.

Die Bahn gilt als eher flach, denn im Schnitt steigt sie nur 17 Prozent an.

An ihrer steilsten Stelle erreicht sie aber immerhin 27,5 Prozent.

Gut zu wissen

Die untere Standseilbahn und die obere CabriO-Bahn werden an der Station Kälti verbunden. Wer die ganze Strecke fährt, wechselt dort einmal das Fahrzeug.

Das offene Oberdeck der CabriO-Bahn ist über eine Wendeltreppe erreichbar und bietet bis zu 30 Personen Platz. Die übrigen Fahrgäste reisen im geschlossenen Unterdeck.

Warum 1893 ein besonderes Jahr war

Als die Stanserhornbahn 1893 eröffnet wurde, war sie mehr als nur eine neue Ausflugsbahn.

Sie war weltweit die erste Standseilbahn, die ohne die bis dahin übliche Zahnradbremse auskam.

Stattdessen bremste sie mit einer neu patentierten Zangenbremse, die das Tragseil umklammerte.

Gebaut wurde sie von den Unternehmern Franz Josef Bucher-Durrer und Josef Durrer-Gasser.

Damit gehört die Bahn zu den technischen Pionieren des Schweizer Bergbahnbaus.

Von drei Sektionen zu zwei Bahnen

Ursprünglich führte die Bahn in drei getrennten Sektionen auf den Berg.

Zusammen maßen diese Abschnitte knapp vier Kilometer, jeweils mit eigener Antriebsstation.

Die zweite Sektion reichte von Kälti über 1090 Meter zur Alp Bluematt auf rund 1220 Metern.

Die dritte Sektion stieg über 1280 Meter weiter, durch einen 160 Meter langen Tunnel und über einen Viadukt.

Diese beiden oberen Sektionen gibt es als Standseilbahn heute nicht mehr.

Der Umbau von 1975

1970 zerstörte ein Blitzschlag das Berghotel und die Bergstation der dritten Sektion.

Weil ohnehin die Betriebsbewilligung auslief, entschied man sich für einen großen Umbau.

1975 ersetzte eine einzige, 2330 Meter lange Luftseilbahn die beiden oberen Sektionen.

Ihre Talstation lag weiterhin in Kälti, wo die Standseilbahn endet.

Jede ihrer beiden Kabinen konnte 60 Fahrgäste aufnehmen.

Die CabriO-Bahn seit 2012

2012 wurde auch diese Luftseilbahn ersetzt, weil erneut die Konzession auslief.

An ihre Stelle trat die CabriO-Bahn der Schweizer Seilbahnfirma Garaventa.

Sie gilt als weltweit erste Seilbahn mit einem offenen Oberdeck.

Über eine Wendeltreppe gelangen die Fahrgäste auf das Dach der Kabine.

Dort fahren sie ohne Fenster und ohne Dach durch die Bergluft nach oben.

Wie steil die CabriO-Bahn wirklich ist

Die offene Seilbahn ist deutlich steiler als die Standseilbahn im Tal.

Auf einer schrägen Länge von 2319 Metern überwindet sie 1138 Meter Höhenunterschied.

Im Mittel steigt die Fahrbahn dabei um 56,38 Prozent an.

An der steilsten Stelle erreicht sie sogar 72,94 Prozent.

Getragen wird das Ganze von nur vier Stützen zwischen Tal- und Bergstation.

Platz für 60 Fahrgäste

Jede der beiden CabriO-Kabinen fasst 60 Personen.

Bis zu 30 von ihnen dürfen sich auf dem offenen Oberdeck aufhalten.

Die beiden Fahrbahnen haben je fünf Meter Spurweite, das Tragseil misst 66 Millimeter im Durchmesser.

Pro Stunde und Richtung kann die Bahn so rund 465 Menschen befördern.

Der Hauptantrieb leistet dafür 919 Kilowatt.

Der Berg und die Aussicht

Ziel der ganzen Fahrt ist der Gipfel des Stanserhorns auf 1898 Metern über dem Meer.

Der Berg gehört zu den Voralpen der Zentralschweiz und steht frei über dem Tal.

Von oben reicht der Blick weit über den Vierwaldstättersee und die umliegenden Gipfel.

Direkt an der Bergstation steht ein Drehrestaurant, das sich langsam im Kreis bewegt.

Schon zur Eröffnung 1893 gab es hier oben ein luxuriöses Berghotel.

Wie man früher nach Stans kam

Die Talstation in Stans lag nicht zufällig dort, wo sie steht.

Zwischen 1893 und 1903 brachte eine kleine Straßenbahn die Gäste vom Dampfschiff in Stansstad heran.

Ab 1898 kam zusätzlich eine Eisenbahn von Stansstad Richtung Engelberg hinzu.

Aus ihr wurde später die Strecke Luzern–Stans–Engelberg, die heute die Zentralbahn betreibt.

So war das Stanserhorn schon früh gut an See und Schiene angebunden.

Die Zahlen im Vergleich

27,5 Prozent klingen steil, sind für eine Standseilbahn aber eher moderat.

Zahnradbahnen wie die Pilatusbahn schaffen ein Vielfaches davon.

Die 72,94 Prozent der CabriO-Bahn sind dagegen typisch für eine Pendel-Seilbahn am Hang.

Ein Höhenunterschied von rund 1450 Metern vom Tal bis zum Gipfel ist für einen Ausflugsberg beachtlich.

Und die Mischung aus alter Schiene und offener Kabine gibt es so kein zweites Mal.

Was die Technik heute leistet

Die Standseilbahn fährt bis heute auf ihrer Trasse von 1893, erneuert wurde vor allem die Technik.

Die CabriO-Bahn ist technisch eine Pendelbahn mit zwei fest geführten Kabinen.

Sie hat zwei Seilschleifen, eine über die Berg- und eine über die Talstation.

Diese Bauweise erlaubt es, bei einer Blockierung beide Kabinen zu einer Station zu fahren.

So bleibt die Anlage auch bei einer Störung beherrschbar.

Warum sich die Zahlen lohnen

Die Stanserhornbahn zeigt, wie sich Bergbahntechnik über 130 Jahre verändert hat.

Unten fährt noch fast dieselbe Standseilbahn wie zur Zeit der ersten Gäste.

Oben steht mit dem offenen Oberdeck eine der modernsten Seilbahnideen der Schweiz.

Zwischen 450 und 1898 Metern liegen zwei ganz verschiedene Arten, einen Berg zu bezwingen.

Genau dieser Kontrast macht die Fahrt für viele Gäste zu einem Erlebnis.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Häufige Fragen

Wie steil ist die Stanserhornbahn?
Die untere Standseilbahn erreicht bis zu 27,5 Prozent Steigung, die obere offene CabriO-Seilbahn bis zu 72,94 Prozent. Im Mittel steigt die CabriO-Bahn um 56,38 Prozent an.
Wie hoch liegt das Stanserhorn?
Der Gipfel liegt auf 1898 Metern über dem Meer. Die Talstation in Stans liegt auf rund 450 Metern, der Höhenunterschied beträgt damit etwa 1450 Meter.
Wie alt ist die Stanserhornbahn?
Die untere Standseilbahn wurde 1893 eröffnet und gilt als weltweit erste Standseilbahn mit einer Zangenbremse statt einer Zahnradbremse.
Was ist die CabriO-Bahn?
Die CabriO-Bahn ist die seit 2012 fahrende obere Seilbahn der Firma Garaventa. Sie gilt als weltweit erste Seilbahn mit offenem Oberdeck und fasst je Kabine 60 Fahrgäste.
Muss man unterwegs umsteigen?
Ja. In der Station Kälti wechselt man von der Standseilbahn in die CabriO-Seilbahn, die den oberen Teil bis kurz unter den Gipfel übernimmt.

Weiterfahrt

→ Wie steil ist die Pilatusbahn? – die steilste Zahnradbahn der Welt

→ Wie lang ist die Gornergratbahn? – Zahnradbahn im Wallis

→ Wie alt ist die Rigibahn? – die erste Bergbahn Europas

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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