Zahlen, bitte!
„Willkommen an Bord des langsamsten Schnellzugs der Welt, Ankunft in Zermatt in rund acht Stunden.“
Wie lange dauert eine Fahrt mit dem Glacier Express?
→ Eine Reise in Zahlen.
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Kurz gesagt
Eine Fahrt mit dem Glacier Express von St. Moritz nach Zermatt dauert rund acht Stunden. Unterwegs fährt der Zug über 291 Brücken, durch 91 Tunnel und über den 2033 Meter hohen Oberalppass.
Der Glacier Express verbindet seit 1930 die Schweizer Urlaubsorte St. Moritz und Zermatt.
Er ist kein schneller Zug, sondern ein Panoramazug, der sich viel Zeit für die Alpen nimmt.
Wie lange die Reise dauert und was unterwegs passiert, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
8 Std.
Fahrzeit
von St. Moritz bis Zermatt
291
Brücken
dazu 91 Tunnel
2033 m
höchster Punkt
am Oberalppass
Der erste Glacier Express brauchte im Jahr 1930 noch knapp elf Stunden.
Rund acht Stunden
Die gesamte Fahrt von St. Moritz bis Zermatt dauert rund acht Stunden.
Deshalb wird der Glacier Express oft als der langsamste Schnellzug der Welt bezeichnet.
Früher fuhr er tatsächlich als Schnellzug, heute trägt er die Zugkategorie Panorama Express.
Die lange Fahrzeit ist gewollt, denn der Zug ist vor allem auf den Tourismus ausgerichtet.

Von St. Moritz nach Zermatt
Der Zug fährt von St. Moritz im Engadin über Chur, Disentis, Andermatt, Brig und Visp nach Zermatt.
Die ganze Strecke ist schmalspurig mit einer Spurweite von einem Meter angelegt.
Unterwegs durchquert der Zug die Kantone Graubünden, Uri und Wallis.
Betrieben wird er gemeinsam von der Rhätischen Bahn und der Matterhorn-Gotthard-Bahn.
Gut zu wissen
Seit 2006 fährt im Sommer zusätzlich ein Zugpaar zwischen Zermatt und Davos Platz. Einzelne Züge beginnen oder enden auch in Chur oder Brig.
Seit der Saison 2018 fahren neben Zügen mit sechs Wagen auch Züge mit fünf Wagen. Seit Dezember 2019 heißen alle Schweizer Panoramazüge offiziell Panorama Express.
291 Brücken und 91 Tunnel
Auf seinem Weg fährt der Glacier Express über 291 Brücken und durch 91 Tunnel.
Er überquert den 2033 Meter hohen Oberalppass in der Nähe der Quelle des Rheins.
Weiter rheinabwärts durchfährt er die Rheinschlucht.
Zwischen Thusis und St. Moritz nutzt er die Albulabahn, die zum Welterbe der UNESCO gehört und den Albulapass in einem Tunnel unterquert.
Auf und ab durch die Alpen
Der Zug überwindet vier große An- und Abstiege zwischen den Hochalpen und den Tälern von Rhein und Rhone.
Der tiefste Punkt liegt in Chur auf 585 Metern, im Wallis sinkt die Strecke in Visp auf 658 Meter.
St. Moritz liegt auf 1775 Metern, Zermatt auf 1604 Metern über dem Meer.
Im Albulatunnel erreicht die Strecke 1820 Meter und am Oberalppass schließlich 2033 Meter.
Zwei große Wasserscheiden
Unterwegs überquert der Glacier Express zwei große Wasserscheiden Europas.
Sie trennen die Einzugsgebiete der Rhone zum Mittelmeer, des Rheins zum Atlantik und der Donau zum Schwarzen Meer.
Der Endpunkt St. Moritz liegt zudem nicht weit von der Wasserscheide zur Adria entfernt.
So führt eine einzige Zugfahrt durch die Einzugsgebiete gleich mehrerer großer Flüsse Europas.
Knapp elf Stunden im Jahr 1930
Am 25. Juni 1930 um 7.30 Uhr startete der erste Glacier Express in Zermatt.
An Bord waren 70 geladene Gäste, und St. Moritz erreichte der Zug erst nach knapp elf Stunden.
Möglich wurde die durchgehende Fahrt durch die Verbindungsstrecke von Visp nach Brig, die am 6. Juni 1930 eröffnet worden war.
Die Strecke über Furka- und Oberalppass fuhr schon seit dem 4. Juli 1926.
Erst Dampf, dann Strom
Bis 1942 fuhr auf dem Abschnitt der Furka-Oberalp-Bahn noch eine Dampflok, auf den anderen Bahnen dagegen schon elektrisch.
Die Speisewagen konnten deshalb anfangs nur auf dem Netz der Rhätischen Bahn mitfahren.
Von 1943 bis 1946 wurde der Zug eingestellt, weil die ausländischen Touristen ausblieben.
Als der Glacier Express 1947 zurückkehrte, konnte er durchgehend elektrisch fahren.
Woher der Name kommt
Bis 1981 fuhr der Zug durch den alten Furka-Scheiteltunnel auf rund 2160 Metern Höhe.
Von dieser Bergstrecke aus konnten die Fahrgäste den Rhonegletscher sehen, und Gletscher heißt auf Französisch glacier.
Die Bergstrecke war allerdings nur etwa vier Monate im Sommer befahrbar.
Den Rest des Jahres ruhte der Verkehr dort wegen Schnee und Wetter.
Der Basistunnel von 1982
Am 25. Juni 1982 wurde der 15,38 Kilometer lange Furka-Basistunnel eingeweiht.
Seitdem kann der Glacier Express das ganze Jahr über fahren.
Den Blick auf den Rhonegletscher haben die Fahrgäste seitdem allerdings nicht mehr.
Die alte Bergstrecke gehört heute der Dampfbahn Furka-Bergstrecke, die sie am 12. August 2010 nach 28 Jahren erstmals wieder durchgehend befuhr.
Panoramawagen seit 1993
Ab 1982 wuchs die Zahl der Fahrgäste stark, und es wurden mehr Züge und Wagen eingesetzt.
Im Jahr 1993 fuhr erstmals ein Zug, der ganz aus Panoramawagen bestand, damals nur in der ersten Klasse.
Seit 2006 gibt es Panoramawagen in beiden Klassen, und das Mittagessen wird direkt am Platz serviert.
Über Kopfhörer erfahren die Fahrgäste in sechs Sprachen mehr über die Strecke.
Die Excellence Class
Ab 2019 fuhr von März bis Oktober in einem Zugpaar ein Wagen der sogenannten Excellence Class mit.
Er hat nur 20 Sitzplätze an Zweiertischen und eine eigene Bar.
Der Aufpreis zur ersten Klasse beträgt 420 Franken, dafür sind ein Menü und weitere Leistungen enthalten.
Von außen erkennt man diese Wagen an zusätzlichen goldenen Schrägstreifen.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
