Zahlen, bitte!
„Sehr geehrte Fahrgäste, dieser Zug fährt von Europa nach Asien – und bleibt dabei die ganze Zeit im selben Land.“
Wie lang ist das Schienennetz der Türkei?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Türkische Staatsbahn betreibt rund 10.984 Kilometer Strecke (Stand 2019). Knapp die Hälfte ist elektrifiziert, und auf den neuen Schnellfahrstrecken fahren Züge mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde.
Die Türkei liegt auf zwei Kontinenten, und ihre Bahn verbindet beide.
Das Netz ist größer als man denkt und wächst seit Jahren vor allem nach oben, Richtung Tempo.
Wie lang es wirklich ist, lässt sich erstaunlich genau beziffern.

Die wichtigsten Zahlen
≈ 10.984 km
Streckennetz
Stand 2019
rund 45 %
elektrifiziert
nach Angaben der Bahn
bis 300 km/h
Höchsttempo YHT
auf den Schnellfahrstrecken
1435 mm
Spurweite
Normalspur wie in Deutschland
Quellen: Wikipedia zu den Türkischen Staatsbahnen (TCDD). Werte gerundet, Netzlänge Stand 2019.
Die kurze Antwort
Das türkische Streckennetz ist rund 10.984 Kilometer lang.
Betrieben wird es von der Türkischen Staatsbahn, kurz TCDD.
Damit liegt die Türkei im Mittelfeld der großen Bahnländer, hinter Frankreich, aber vor vielen kleineren Staaten.

Was die Zahl genau meint
Gemeint ist die Streckenlänge, also die Länge der Linien ohne jedes Nebengleis.
Ältere Angaben nennen ein etwas größeres Netz, weil Strecken für Umbauten zeitweise ruhten.
Die Bahn baut vor allem neue Schnellfahrstrecken, sodass die Zahl eher wieder steigt.
Gut zu wissen
Der Tunnel unter dem Bosporus gehört zum Projekt Marmaray und wurde 2013 eröffnet.
Er macht Istanbul zu einer der wenigen Städte, in denen eine Bahn einen Kontinent mit dem anderen verbindet.
Normalspur wie bei uns
Die Gleise liegen in Normalspur von 1435 Millimetern, genau wie in Deutschland.
Deshalb passen europäische Fahrzeuge technisch auf das Netz, ohne umgespurt zu werden.
An der Ostgrenze trifft die Normalspur allerdings auf die Breitspur der Nachbarn, dort wird gewechselt.
Wie viel Strom im Netz steckt
Rund 45 Prozent des Netzes sind elektrifiziert.
Auf dem Rest fahren Dieselloks, oft durch bergiges, dünn besiedeltes Land.
Die Elektrifizierung wird seit Jahren ausgebaut, vor allem auf den Hauptachsen.
Die schnellen Strecken
Seit 2009 fährt die Türkei Hochgeschwindigkeit, zuerst zwischen Ankara und Eskişehir.
Heute verbinden die YHT-Züge Ankara mit Istanbul und Konya mit Tempo bis zu 300 Kilometern pro Stunde.
Rund 200 Kilometer Schnellfahrstrecke sind in Betrieb, mehrere Hundert weitere im Bau.
Ein Tunnel unter dem Meer
Seit 2013 verbindet ein Tunnel die europäische und die asiatische Seite Istanbuls unter dem Bosporus.
Durch ihn fahren Nahverkehrszüge der Linie Marmaray von einem Kontinent zum anderen.
Es ist eine der wenigen Stellen der Welt, an der ein Zug trockenen Fußes von Europa nach Asien rollt.
Im Vergleich mit Deutschland
Das deutsche Netz ist mit gut 33.000 Kilometern rund dreimal so lang.
Die Türkei ist aber deutlich größer als Deutschland und verteilt ihre Gleise über weite Ebenen und Gebirge.
Pro Fläche ist das Netz daher dünner als das enge deutsche.
Wie alt das Netz ist
Die ersten Strecken bauten im 19. Jahrhundert ausländische Gesellschaften, etwa von Izmir aus ins Landesinnere.
Später kam die berühmte Bagdadbahn hinzu, die weit nach Südosten führte.
Nach der Gründung der Republik übernahm der Staat das Netz und baute es selbst weiter.
Wer die Züge fährt
Fast der gesamte Fernverkehr liegt bei der Türkischen Staatsbahn.
Sie betreibt die Strecken, die Bahnhöfe und einen großen Teil der Züge.
Daneben gibt es in den großen Städten eigene U- und Vorortbahnen.
Brücke zwischen den Welten
Die Türkei liegt genau dort, wo Europa, Asien und der Nahe Osten aneinanderstoßen.
Ihr Netz ist deshalb auch ein Transitweg für Güter zwischen diesen Regionen.
Neue Strecken sollen den Weg zwischen Europa und dem Kaukasus über die Schiene verkürzen.
Der Ausbau geht weiter
Kaum ein Land baut sein Hochgeschwindigkeitsnetz so entschlossen aus wie die Türkei.
Mehrere Hundert Kilometer neue Schnellfahrstrecke sind gleichzeitig im Bau.
Das Ziel ist, die großen Städte Schritt für Schritt mit schnellen Zügen zu verbinden.
Was die Zahl für Reisende heißt
Auf den Schnellstrecken ist man zügig unterwegs, etwa zwischen Ankara und Istanbul.
Abseits davon fahren gemächliche Fernzüge durch eindrucksvolle Landschaften, teils über Nacht.
Wer Zeit mitbringt, erlebt ein Land, das man vom Gleis aus besonders gut kennenlernt.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Häufige Fragen
Wie lang ist das türkische Schienennetz?
Wie schnell fahren Züge in der Türkei?
Welche Spurweite hat die Türkei?
Fährt ein Zug von Europa nach Asien?
Wie viel des Netzes ist elektrifiziert?
Weiterfahrt
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