Stimmt es, dass eine Bahn in Ostafrika Lunatic Express hieß?

Stimmt es, dass …?

„Nächster Halt: eine Bahn, die ihre Gegner für den hellen Wahnsinn hielten.“

Stimmt es, dass eine Bahn in Ostafrika Lunatic Express hieß?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Die Behauptung stimmt weitgehend. Die britische Uganda-Bahn von der Küste zum Victoriasee bekam schon beim Bau den Spottnamen Lunatic Line, aus dem später das bekannte Wort Lunatic Express wurde.

Zwischen dem Indischen Ozean und einem riesigen Binnensee entstand um 1900 eine Bahn, über die halb London den Kopf schüttelte.

Kritiker im britischen Parlament hielten das Vorhaben für reine Geldverschwendung.

Der Spottname, der dabei entstand, hat bis heute überlebt.

Train on Uganda Railway bridge c1910
Foto: Phelps Publishing Co., Public domain, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

1896–1901

Bauzeit

Mombasa bis zum Victoriasee

über 30.000

Arbeiter

viele aus Britisch-Indien

1.000 mm

Spurweite

schmaler als bei uns

Die Hauptstrecke wird je nach Zählung mit gut tausend bis rund 1.340 Kilometern angegeben.

Was wirklich gebaut wurde

Die Bahn begann 1896 in der Hafenstadt Mombasa am Indischen Ozean, im heutigen Kenia.

Ihr Ziel war der Victoriasee, den sie 1901 im Ort Kisumu erreichte.

Trotz des Namens Uganda-Bahn lag der größte Teil der ersten Strecke auf dem Gebiet des heutigen Kenia.

Erst später wuchs das Netz über die Grenze bis nach Uganda weiter.

Gebaut wurde in Meterspur, also mit nur einem Meter Abstand zwischen den Schienen.

Uganda Railway in Nairobi ()
Foto: Ninara, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Woher der Spottname kommt

Der Bau verschlang enorme Summen und galt vielen Menschen in London als sinnlos.

Ein Abgeordneter nannte das ganze Projekt eine riesige Torheit.

So entstand schon während der Arbeiten der Spottname Lunatic Line, also verrückte Linie.

Das heute geläufige Wort Lunatic Express wurde vor allem durch ein Sachbuch aus dem Jahr 1971 verbreitet.

Der Kern des Spotts aber blieb über die Jahrzehnte derselbe.

Gut zu wissen

Die Meterspur mit tausend Millimeter Abstand ist in vielen früheren britischen Kolonien bis heute verbreitet.

Der Victoriasee ist der größte See Afrikas und speist über seinen Abfluss den weißen Nil.

Line oder Express

Genau genommen lautete der zeitgenössische Spott Lunatic Line.

Lunatic Express setzte sich erst später durch den Titel eines bekannten Buches durch.

Im heutigen Sprachgebrauch werden beide Begriffe fast gleichbedeutend verwendet.

Wer die Bahn Lunatic Express nennt, liegt also nicht falsch, trifft aber nicht den allerersten Wortlaut.

Die Arbeiter aus Britisch-Indien

Für den Bau holte die Kolonialmacht mehr als dreißigtausend Arbeiter ins Land.

Viele von ihnen kamen aus den Regionen Punjab und Gujarat im damaligen Britisch-Indien.

Die Arbeit war gefährlich, und mehrere tausend Menschen kamen dabei ums Leben.

Krankheiten, Unfälle und das raue Gelände forderten einen hohen Preis.

Nach dem Bau blieben viele der angeworbenen Arbeiter dauerhaft in Ostafrika.

Die Löwen von Tsavo

Beim Bau einer Brücke über den Fluss Tsavo kam es 1898 zu einer berüchtigten Episode.

Zwei männliche Löwen ohne Mähne rissen über Wochen Arbeiter aus dem Lager.

Berichte nennen mindestens achtundzwanzig Opfer, manche Darstellungen sprechen von weit mehr.

Die Angriffe legten die Arbeiten an der Brücke zeitweise ganz lahm.

Die Geschichte wurde später mehrfach verfilmt und verstärkte den düsteren Ruf der Bahn.

Warum überhaupt gebaut wurde

Großbritannien wollte das Gebiet rund um den Victoriasee an die Küste anbinden.

Eine durchgehende Bahn sollte Verwaltung, Handel und Kontrolle im Landesinneren sichern.

Der See am Ursprung des Nils galt den damaligen Mächten als strategisch wichtig.

Ohne Bahn war der Transport ins Innere mühsam, teuer und langsam.

Die Linie veränderte Ostafrika auf lange Sicht tiefgreifend.

Eine Stadt entsteht an der Strecke

Mitten auf der Strecke wuchs aus einem einfachen Eisenbahnlager eine neue Siedlung.

Aus diesem Lager wurde die heutige Millionenstadt Nairobi.

Die Bahn legte damit den Grundstein für die spätere Hauptstadt Kenias.

Entlang der Gleise entstanden weitere Orte, Werkstätten und Märkte.

Technik und Landschaft

Die Strecke überwand von der heißen Küste aus große Höhenunterschiede.

Sie führte durch trockene Steppe, über Flüsse und hinauf ins ostafrikanische Hochland.

Die Meterspur erlaubte engere Kurven und senkte die Baukosten.

Zahlreiche Brücken und Dämme waren nötig, um das Gelände zu bezwingen.

Gerade die Brücke am Tsavo wurde zum Sinnbild aller Schwierigkeiten.

Was aus der Bahn wurde

Die Linie bildet bis heute einen wichtigen Teil des Schienenverkehrs in der Region.

Über Jahrzehnte prägte sie Wirtschaft und Besiedlung in Kenia und Uganda.

In jüngerer Zeit entstand daneben eine moderne Strecke in Normalspur.

Die alte Meterspurstrecke gilt vielen Menschen dennoch als historisches Erbe.

Das Fazit

Die Behauptung stimmt mit einer kleinen Einschränkung.

Die Uganda-Bahn trug tatsächlich den Spottnamen, zuerst als Lunatic Line und später als Lunatic Express.

Der Name spielte auf die hohen Kosten, die Gefahren und die vielen Toten beim Bau an.

Wer die Bahn in Ostafrika Lunatic Express nennt, erzählt also eine im Kern wahre Geschichte.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.

Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.

Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.

Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.

Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.

So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.

Häufige Fragen

Hieß die Bahn offiziell Lunatic Express?
Nein, offiziell war es die Uganda-Bahn; Lunatic Line und später Lunatic Express waren reine Spottnamen.
Wo begann und endete die ursprüngliche Strecke?
Sie führte von Mombasa am Indischen Ozean bis Kisumu am Victoriasee.
Warum galt der Bau als verrückt?
Wegen der enormen Kosten, der schwierigen Natur und der vielen Todesfälle während des Baus.
Was hat es mit den Löwen von Tsavo auf sich?
1898 rissen zwei Löwen beim Brückenbau zahlreiche Arbeiter und hielten die Baustelle wochenlang in Atem.
Liegt die Strecke in Uganda oder in Kenia?
Der größte Teil der ersten Strecke lag im heutigen Kenia; das Netz wuchs erst später bis Uganda.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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