Stimmt es, dass …?
„Einfahrt der Lokomotive „Moravia“, bitte Vorsicht, hier beginnt das Dampfzeitalter in Österreich.“
Stimmt es, dass Österreichs erste Dampfeisenbahn die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn war?
→ Dampf ja, aber die allererste Bahn Österreichs zogen noch Pferde.
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Kurz gesagt
Ja, das stimmt. Die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn war ab 1837 Österreichs erste Dampfeisenbahn; die allererste Eisenbahn des Landes war aber eine von Pferden gezogene Bahn.
Österreich gehört zu den Ländern mit einer sehr frühen Eisenbahngeschichte.
Wenn von der ersten Dampfeisenbahn die Rede ist, fällt schnell ein langer Name.
Doch die ganze Wahrheit braucht noch ein zweites Kapitel mit Pferden.

Die Fakten in Zahlen
23. November 1837
erste Fahrt
Floridsdorf–Deutsch-Wagram
6. Januar 1838
planmäßiger Betrieb
Lok „Moravia“, 218 Fahrgäste
1827
noch mit Pferden
Österreichs erste Bahn war eine Pferdebahn
Quelle: deutschsprachige Wikipedia „Kaiser-Ferdinands-Nordbahn“ und „Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden“.
Worum es bei dem Mythos geht
Die Behauptung lautet, Österreichs erste Dampfeisenbahn sei die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn gewesen.
Der Name klingt nach Kaiserreich und großer Geschichte.
Tatsächlich steht er für den Beginn des Dampfzeitalters im Land.
Doch das Wort „erste“ verlangt einen genauen Blick.

Die Nordbahn geht in Betrieb
Der erste Abschnitt führte von Floridsdorf nach Deutsch-Wagram bei Wien und war rund 13 Kilometer lang.
Am 23. November 1837 fuhr dort die erste Dampflok, dieses Datum gilt als Geburtsstunde der Dampfeisenbahn in Österreich.
Der planmäßige Betrieb begann wenig später, am 6. Januar 1838.
Den ersten fahrplanmäßigen Zug zog die Lokomotive „Moravia“ aus dem Wiener Nordbahnhof.
An Bord waren 218 zahlende Fahrgäste, ein für die Zeit beachtlicher Andrang.
Gut zu wissen
Die erste Lokomotive im planmäßigen Betrieb trug den Namen „Moravia“ und zog am 6. Januar 1838 einen Zug mit 218 zahlenden Fahrgästen aus Wien.
Benannt ist die Bahn nach Kaiser Ferdinand I.; den Namen schlug der Bankier Salomon Rothschild vor, der die Konzession erhalten hatte.
Ein Name für einen Kaiser
Die Konzession für die Strecke erhielt am 4. März 1836 der Bankier Salomon Rothschild.
Geplant war eine lange Bahn von Wien bis nach Bochnia im Norden.
Rothschild schlug vor, die Bahn nach dem damaligen Kaiser Ferdinand I. zu benennen.
So wurde aus einem Geschäft zugleich eine Ehrung des Herrschers.
Warum sie „Nordbahn“ hieß
Der Name verrät die Richtung, in die die Strecke zielte.
Von Wien aus sollte sie nach Norden führen, nach Mähren und weiter nach Galizien.
Dort lagen wichtige Städte und Rohstoffe, etwa Salz und Kohle.
Die Bahn sollte die Hauptstadt mit diesem reichen Hinterland verbinden.
Die allererste Bahn zogen Pferde
Vor der Dampfkraft gab es in Österreich bereits eine Eisenbahn.
Es war die Pferdeeisenbahn von Budweis nach Linz, deren erster Abschnitt schon am 7. September 1827 eröffnet wurde.
Vollständig befahrbar war die Strecke bis Linz im Jahr 1832.
Die Wagen zogen Pferde, meist kräftige Noriker, nicht Lokomotiven.
Sie gilt als eine der ersten öffentlichen Eisenbahnen auf dem europäischen Festland.
Dampf gegen Pferd
Pferdebahnen waren ein großer Fortschritt, aber langsam und von der Kraft der Tiere abhängig.
Die Dampflok konnte schwerer, schneller und ohne Ruhepausen ziehen.
Mit der Nordbahn hielt diese neue Kraft in Österreich Einzug.
Das erklärt, warum man hier von der ersten „Dampf“-Eisenbahn spricht.
Wie das Netz wuchs
Die Nordbahn blieb nicht bei ihrem kurzen ersten Stück.
Schon 1839 erreichte sie Brünn, 1841 folgte Olmütz.
1847 war die Strecke bis Oderberg an der Grenze ausgebaut.
So wurde die Nordbahn zu einer der wichtigsten frühen Bahnen des Reiches.
Ihr Ausgangspunkt in Wien war der eigens gebaute Nordbahnhof.
Was von der Nordbahn geblieben ist
Die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn steht bis heute für den Aufbruch Österreichs ins Eisenbahnzeitalter.
Teile ihrer Strecke werden noch immer befahren.
Ihr Name taucht in Geschichtsbüchern und auf alten Karten immer wieder auf.
Sie verband Technik, Geld und Politik zu einem großen Projekt.
Das Fazit
Die Antwort lautet: Das stimmt, mit einer Ergänzung.
Die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn war ab 1837 Österreichs erste Dampfeisenbahn.
Die allererste Eisenbahn des Landes aber war die Pferdeeisenbahn von Budweis nach Linz.
Erst mit der Nordbahn begann in Österreich das Zeitalter der Dampfkraft.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Häufige Fragen
War die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn Österreichs erste Dampfeisenbahn?
Was war dann die allererste Eisenbahn Österreichs?
Woher kommt der Name der Nordbahn?
Welche Strecke fuhr die Nordbahn zuerst?
Wie ging es mit der Nordbahn weiter?
Weiterfahrt
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→ Stimmt es, dass die erste Eisenbahn von Pferden gezogen wurde? – Schienen vor der Dampflok
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