Stimmt es, dass in China ein Zug mitten durch ein Wohnhochhaus fährt?
Mitten in einer Millionenstadt rollt eine Bahn durch die Etagen eines Wohnturms – über ihr und unter ihr leben Menschen in ihren Wohnungen.
Bahnhöfe kennt man am Boden, über der Straße oder tief unter der Erde.
In der chinesischen Millionenstadt Chongqing gibt es jedoch eine ganz andere Lösung.
Dort fährt eine Hochbahn tatsächlich mitten durch ein hohes Wohnhaus.
In mittlerer Höhe liegt sogar eine komplette Station innerhalb des Gebäudes.

Ja. In der chinesischen Millionenstadt Chongqing fährt eine Hochbahn mitten durch ein Wohnhochhaus. In mittlerer Höhe liegt sogar eine Station im Gebäude, während über und unter der Bahn Menschen wohnen.
Eine Stadt der Berge und Türme
Chongqing ist eine riesige Stadt, die sich über steile Hügel und enge Täler erstreckt.
Platz ist dort ein äußerst knappes und wertvolles Gut.
Hohe Wohntürme drängen sich dicht an steile Hänge und übereinander.
In dieser Enge musste man beim Verkehr besonders kreativ werden.
Jeder Quadratmeter wollte möglichst mehrfach genutzt sein.
Die Bahn trifft auf das Hochhaus
Als die Hochbahn geplant wurde, stand an einer Stelle bereits ein Wohnhaus im Weg.
Statt das Gebäude abzureißen oder die Strecke umzuleiten, wählte man einen kühnen Weg.
Man führte die Trasse einfach quer durch das Hochhaus hindurch.
In den mittleren Etagen entstand eine eigene Haltestelle für die Bahn.
So teilen sich Zug und Bewohner heute ein und dasselbe Gebäude.
Wohnen über und unter den Gleisen
Rund um die Station im Haus liegen ganz normale Wohnungen.
Über der Bahn und unter ihr leben Menschen in ihren vier Wänden.
Die Etagen mit der Bahn sind vom übrigen Wohnbereich sauber abgetrennt.
Dadurch stören sich Verkehr und Wohnen erstaunlich wenig gegenseitig.
Was zuerst unmöglich klingt, funktioniert im Alltag erstaunlich gut.
Leiser als gedacht
Viele fragen sich sofort, ob der Lärm für die Bewohner nicht unerträglich sein müsse.
Tatsächlich fährt die Bahn deutlich leiser, als man es erwarten würde.
Die Fahrzeuge laufen auf gummibereiften Rädern über einen einzelnen Balken.
Besondere Schallschutzmaßnahmen dämpfen die Geräusche zusätzlich.
So bleibt der Lärm in den Wohnungen in erträglichen Grenzen.

Eine Einschienenbahn
Die Bahn in Chongqing ist eine sogenannte Einschienenbahn.
Sie fährt nicht auf zwei Schienen, sondern rittlings auf einem einzelnen Betonbalken.
Diese Bauweise ist platzsparend und passt gut in die enge Stadt.
Sie klettert leichtfüßig über Hänge, Straßen und eben auch durch Gebäude.
Gerade in der bergigen Stadt ist das ein großer Vorteil.
Ein Ziel für Neugierige
Die ungewöhnliche Station ist längst zu einer echten Attraktion geworden.
Touristen aus aller Welt reisen an, nur um den Zug durch das Haus fahren zu sehen.
Viele stellen sich davor auf und warten auf den perfekten Schnappschuss.
Aus einem reinen Verkehrsbauwerk wurde so ein beliebtes Fotomotiv.
Die Stadt wirbt inzwischen sogar mit diesem kuriosen Anblick.
Geplant oder zufällig?
Oft heißt es, die Bahn sei nachträglich einfach durch das Haus gezwängt worden.
In Wirklichkeit wurden Gebäude und Bahn von Anfang an aufeinander abgestimmt.
Ingenieure und Architekten planten die Durchfahrt gemeinsam und bewusst.
Das macht die Lösung technisch sauber und sicher.
Zufall war hier also weniger im Spiel, als viele vermuten.
Vorbild für enge Städte
Das Beispiel zeigt, wie man in dicht bebauten Städten mit wenig Platz umgehen kann.
Verkehr und Wohnen müssen sich nicht zwingend ausschließen.
Klug geplant, lassen sie sich sogar im selben Gebäude vereinen.
Andere Metropolen schauen durchaus interessiert auf diese Idee.
Die Zukunft der Städte könnte solche Mischungen häufiger sehen.
Wenn Technik verblüfft
Der Zug durch das Hochhaus bleibt ein eindrucksvolles Stück moderner Verkehrsplanung.
Er beweist, dass auch ungewöhnliche Lösungen funktionieren können.
Für die Bewohner ist das Besondere längst zum Alltag geworden.
Platz sparen in der Megastadt
Chongqing wächst seit Jahrzehnten in atemberaubendem Tempo und platzt beinahe aus allen Nähten.
In einer solchen Stadt muss jeder Quadratmeter oft gleich mehrfach genutzt werden.
Dass sich Bahn und Wohnhaus ein Gebäude teilen, ist dafür ein besonders eindrucksvolles Beispiel.
Verkehr und Wohnen rücken hier so dicht zusammen wie kaum irgendwo sonst.
Die kühne Lösung ist damit auch eine Antwort auf die ständige Raumnot der Megastadt.
Ein Wahrzeichen der Stadt
Was als reine Notlösung begann, ist längst zu einem Markenzeichen Chongqings geworden.
Die Stadt wirbt stolz mit dem Zug, der mitten durch das Hochhaus fährt.
Für viele Besucher gehört ein Foto der Durchfahrt zum Pflichtprogramm.
So wurde aus einem technischen Detail ein beliebtes Ziel für Reisende.
Die ungewöhnliche Station steht heute sinnbildlich für die ganze Stadt.
Ein Blick aus dem Zugfenster
Fährt man mit der Bahn durch das Gebäude, gleitet der Blick für einen Moment direkt an den Wohnungen vorbei.
Gleich darauf öffnet sich wieder die weite Sicht über die zerklüftete, von Hochhäusern gesäumte Stadtlandschaft.
Diese ständige Abfolge von Enge und Weite macht die kurze Fahrt zu einem echten Erlebnis.
Kaum eine andere Strecke führt den Fahrgästen das Leben einer Megastadt so unmittelbar vor Augen.
Man spürt beim Durchfahren förmlich, wie dicht Verkehr und Wohnen hier verwoben sind.
Wenn Planung mutig wird
Das Beispiel zeigt, dass gute Verkehrsplanung manchmal ungewöhnliche und mutige Wege gehen muss.
Statt ein Hindernis einfach zu umfahren, band man es kurzerhand in die Strecke selbst ein.
Ingenieure und Architekten mussten dafür von Anfang an eng und vorausschauend zusammenarbeiten.
Das Ergebnis ist eine Lösung, die weltweit Aufmerksamkeit und Bewunderung findet.
Mut zur ungewöhnlichen Idee hat sich hier sichtbar ausgezahlt.
Merke: Ja, in Chongqing fährt eine Hochbahn mitten durch ein Wohnhochhaus – mit einer Station in den mittleren Etagen, während darüber und darunter Menschen wohnen.
