Sollte Basel das Herzstück der trinationalen S-Bahn als Innenstadttunnel bauen?

Standpunkt

„Wer in Basel von der einen S-Bahn in die andere will, muss heute quer durch die Stadt, der Innenstadttunnel soll das ändern.“

Sollte Basel das Herzstück der trinationalen S-Bahn als Innenstadttunnel bauen?

→ Ein Standpunkt zu einem grenzüberschreitenden Bahnprojekt am Rheinknie.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt

Worum es geht

Ja. Basel ist die einzige große Agglomeration der Schweiz ohne S-Bahn-Durchmesserlinie, das Herzstück schließt diese Lücke über drei Länder hinweg.

Basel liegt dort, wo die Schweiz, Deutschland und Frankreich aneinanderstoßen.

Seine S-Bahn hat jedoch eine große Lücke genau in der Mitte der Stadt.

Das Herzstück soll diese Lücke als Innenstadttunnel schließen, und das wirft eine klare Standpunktfrage auf.

Basel Bahnhof SBB 06
Foto: Wikimedia Commons, CC BY 2.0 de, via Wikimedia Commons

Eine Lücke mitten in Basel

Das Herzstück bezeichnet eine geplante unterirdische S-Bahn-Durchmesserlinie in der Stadt Basel.

Sie soll die beiden dezentralen Knotenpunkte Bahnhof SBB und Badischer Bahnhof direkt verbinden.

Damit würde die Lücke im trinationalen S-Bahn-Netz der Region geschlossen.

Heute fehlt ausgerechnet im Zentrum die durchgehende Verbindung.

Basel Bahnhof SBB 07
Foto: Wikimedia Commons, CC BY 2.0 de, via Wikimedia Commons

Warum zwei Bahnhöfe ein Problem sind

Basel verteilt seinen Bahnverkehr auf mehrere Bahnhöfe am Rand des Zentrums.

Wer von der einen Seite auf die andere will, muss heute umständlich umsteigen.

Dabei kostet jeder Richtungswechsel und jedes Umsteigen wertvolle Zeit.

Ein Tunnel durch die Mitte würde diese Wege deutlich verkürzen.

Drei Länder, ein Netz

Das Herzstück soll die direkte Zufahrt ins Stadtzentrum aus drei Richtungen ermöglichen.

Betroffen sind das Baselbiet in der Schweiz, das Elsass in Frankreich und Südbaden in Deutschland.

Konkret geht es um die S-Bahn-Linien S1, S3, S4, S5 und S6.

So würde aus Teilnetzen ein zusammenhängendes grenzüberschreitendes System.

Was der Tunnel verbindet

Kern des Projekts ist die unterirdische Verbindung zwischen Bahnhof SBB und Badischem Bahnhof.

Als Option bleibt eine unterirdische Abzweigung zum Bahnhof St. Johann offen.

Diese würde die Entwicklungsgebiete in Basel Nord und den EuroAirport anbinden.

Das Herzstück ist damit mehr als nur eine Verbindung zweier Bahnhöfe.

Das Vorbild Zürich

Anders als viele Städte ähnlicher Größe hat Basel bisher keine S-Bahn-Durchmesserlinie.

Zürich zeigt, wie stark eine solche Linie den Verkehr bündeln und beschleunigen kann.

Verkehrsplaner und regionale Politik sehen deshalb einen klaren Nachholbedarf.

Basel wäre mit dem Herzstück an diesem Standard orientiert.

Eine alte Idee

Die Idee einer Durchmesserlinie wurde bereits in den 1980er Jahren vorgebracht.

Angestoßen hatte sie die regionale Organisation Regio Basiliensis.

Zwischen 2002 und 2004 folgte eine Studie der beiden Basler Halbkantone und der Bundesbahnen.

Das Projekt reift damit seit Jahrzehnten und ist gut untersucht.

Kosten und drei Geldgeber

Ein Innenstadttunnel ist ein teures Vorhaben, das über viele Jahre geplant werden muss.

Weil drei Länder beteiligt sind, ist auch die Finanzierung besonders komplex.

Zuständigkeiten und Beiträge müssen über Grenzen hinweg abgestimmt werden.

Das macht das Projekt anspruchsvoll, aber nicht unmöglich.

Mehr als ein Tunnel

Ein durchgebundenes Netz rückt die ganze Region enger zusammen.

Viele Fahrgäste würden die S-Bahn nutzen, die heute im Auto sitzen.

Der Nutzen reicht damit weit über die Stadtgrenze von Basel hinaus.

Eine grenzüberschreitende Region verdient ein grenzüberschreitendes Bahnnetz.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Kleine Dinge, große Wirkung

Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.

Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.

Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.

In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.

Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.

So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.

Pro und Contra

Dafür

+  Basel ist die einzige große Agglomeration der Schweiz ohne S-Bahn-Durchmesserlinie.

+  Das Herzstück verbindet die zwei getrennten Bahnhöfe direkt unter der Stadt.

+  Es ermöglicht die direkte Zufahrt aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland ins Zentrum.

+  Zeitraubende Richtungswechsel und das Umsteigen entfallen für viele Fahrgäste.

+  Eine Option bindet zusätzlich den EuroAirport und Basel Nord an.

+  Das Vorbild Zürich zeigt den großen Nutzen einer Durchmesserlinie.

Dagegen

−  Ein Innenstadttunnel ist ein teures Vorhaben über viele Jahre.

−  Die Finanzierung über drei Länder hinweg ist besonders komplex.

−  Das Projekt wird seit Jahrzehnten diskutiert und ist noch nicht gebaut.

−  Über die genaue Linienführung und die Varianten muss erst entschieden werden.

−  Die Mittel könnten auch in andere Verkehrsprojekte der Region fließen.

−  Große Tunnelvorhaben tragen das Risiko steigender Kosten.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Unterm Strich

Basel hat als einzige große Schweizer Region keine S-Bahn-Durchmesserlinie.

Das Herzstück schließt diese Lücke und verbindet drei Länder im Zentrum.

Finanzierung und Linienführung sind anspruchsvoll und brauchen Zeit.

Weil der Nutzen für die ganze Grenzregion groß ist, überwiegen die Gründe dafür.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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