Standpunkt
„Wer in Basel von der einen S-Bahn in die andere will, muss heute quer durch die Stadt, der Innenstadttunnel soll das ändern.“
Sollte Basel das Herzstück der trinationalen S-Bahn als Innenstadttunnel bauen?
→ Ein Standpunkt zu einem grenzüberschreitenden Bahnprojekt am Rheinknie.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt
Worum es geht
Ja. Basel ist die einzige große Agglomeration der Schweiz ohne S-Bahn-Durchmesserlinie, das Herzstück schließt diese Lücke über drei Länder hinweg.
Basel liegt dort, wo die Schweiz, Deutschland und Frankreich aneinanderstoßen.
Seine S-Bahn hat jedoch eine große Lücke genau in der Mitte der Stadt.
Das Herzstück soll diese Lücke als Innenstadttunnel schließen, und das wirft eine klare Standpunktfrage auf.

Eine Lücke mitten in Basel
Das Herzstück bezeichnet eine geplante unterirdische S-Bahn-Durchmesserlinie in der Stadt Basel.
Sie soll die beiden dezentralen Knotenpunkte Bahnhof SBB und Badischer Bahnhof direkt verbinden.
Damit würde die Lücke im trinationalen S-Bahn-Netz der Region geschlossen.
Heute fehlt ausgerechnet im Zentrum die durchgehende Verbindung.

Warum zwei Bahnhöfe ein Problem sind
Basel verteilt seinen Bahnverkehr auf mehrere Bahnhöfe am Rand des Zentrums.
Wer von der einen Seite auf die andere will, muss heute umständlich umsteigen.
Dabei kostet jeder Richtungswechsel und jedes Umsteigen wertvolle Zeit.
Ein Tunnel durch die Mitte würde diese Wege deutlich verkürzen.
Drei Länder, ein Netz
Das Herzstück soll die direkte Zufahrt ins Stadtzentrum aus drei Richtungen ermöglichen.
Betroffen sind das Baselbiet in der Schweiz, das Elsass in Frankreich und Südbaden in Deutschland.
Konkret geht es um die S-Bahn-Linien S1, S3, S4, S5 und S6.
So würde aus Teilnetzen ein zusammenhängendes grenzüberschreitendes System.
Was der Tunnel verbindet
Kern des Projekts ist die unterirdische Verbindung zwischen Bahnhof SBB und Badischem Bahnhof.
Als Option bleibt eine unterirdische Abzweigung zum Bahnhof St. Johann offen.
Diese würde die Entwicklungsgebiete in Basel Nord und den EuroAirport anbinden.
Das Herzstück ist damit mehr als nur eine Verbindung zweier Bahnhöfe.
Das Vorbild Zürich
Anders als viele Städte ähnlicher Größe hat Basel bisher keine S-Bahn-Durchmesserlinie.
Zürich zeigt, wie stark eine solche Linie den Verkehr bündeln und beschleunigen kann.
Verkehrsplaner und regionale Politik sehen deshalb einen klaren Nachholbedarf.
Basel wäre mit dem Herzstück an diesem Standard orientiert.
Eine alte Idee
Die Idee einer Durchmesserlinie wurde bereits in den 1980er Jahren vorgebracht.
Angestoßen hatte sie die regionale Organisation Regio Basiliensis.
Zwischen 2002 und 2004 folgte eine Studie der beiden Basler Halbkantone und der Bundesbahnen.
Das Projekt reift damit seit Jahrzehnten und ist gut untersucht.
Kosten und drei Geldgeber
Ein Innenstadttunnel ist ein teures Vorhaben, das über viele Jahre geplant werden muss.
Weil drei Länder beteiligt sind, ist auch die Finanzierung besonders komplex.
Zuständigkeiten und Beiträge müssen über Grenzen hinweg abgestimmt werden.
Das macht das Projekt anspruchsvoll, aber nicht unmöglich.
Mehr als ein Tunnel
Ein durchgebundenes Netz rückt die ganze Region enger zusammen.
Viele Fahrgäste würden die S-Bahn nutzen, die heute im Auto sitzen.
Der Nutzen reicht damit weit über die Stadtgrenze von Basel hinaus.
Eine grenzüberschreitende Region verdient ein grenzüberschreitendes Bahnnetz.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Pro und Contra
Dafür
+ Basel ist die einzige große Agglomeration der Schweiz ohne S-Bahn-Durchmesserlinie.
+ Das Herzstück verbindet die zwei getrennten Bahnhöfe direkt unter der Stadt.
+ Es ermöglicht die direkte Zufahrt aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland ins Zentrum.
+ Zeitraubende Richtungswechsel und das Umsteigen entfallen für viele Fahrgäste.
+ Eine Option bindet zusätzlich den EuroAirport und Basel Nord an.
+ Das Vorbild Zürich zeigt den großen Nutzen einer Durchmesserlinie.
Dagegen
− Ein Innenstadttunnel ist ein teures Vorhaben über viele Jahre.
− Die Finanzierung über drei Länder hinweg ist besonders komplex.
− Das Projekt wird seit Jahrzehnten diskutiert und ist noch nicht gebaut.
− Über die genaue Linienführung und die Varianten muss erst entschieden werden.
− Die Mittel könnten auch in andere Verkehrsprojekte der Region fließen.
− Große Tunnelvorhaben tragen das Risiko steigender Kosten.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Unterm Strich
Basel hat als einzige große Schweizer Region keine S-Bahn-Durchmesserlinie.
Das Herzstück schließt diese Lücke und verbindet drei Länder im Zentrum.
Finanzierung und Linienführung sind anspruchsvoll und brauchen Zeit.
Weil der Nutzen für die ganze Grenzregion groß ist, überwiegen die Gründe dafür.
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