Zahlen, bitte!
„Vorsicht an der Bahnsteigkante, es fährt eine rote Lok der Baureihe 101 ein, einst gebaut für 220 Stundenkilometer.“
Wie schnell fährt die Baureihe 101?
→ Eine Lok in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Baureihe 101 ist die schnelle Reisezuglok der Deutschen Bahn und war ab Werk für 220 km/h zugelassen. Seit dem 1. Dezember 2014 fahren die meisten Maschinen planmäßig 200 km/h, nur vier behielten die 220.
Wer an einem großen Bahnhof auf den Intercity wartet, sieht oft eine rote Lokomotive mit keilförmiger Front an der Spitze des Zuges.
Diese Maschine ist die Baureihe 101, die lange das Rückgrat im lokbespannten Fernverkehr der Deutschen Bahn bildete.
Ihre wichtigste Zahl ist die Höchstgeschwindigkeit, und die hat im Lauf der Jahre eine kleine Geschichte.

Die wichtigsten Zahlen
220 km/h
Bauart-Höchstgeschwindigkeit
seit Ende 2014 meist 200 km/h
6400 kW
Dauerleistung
rund 8700 PS
145 + 1
gebaute Lokomotiven
Hersteller Adtranz, Bombardier
Gebaut wurde die Serie ab Mitte der 1990er Jahre, sie umfasst 145 Lokomotiven und einen Nachbau.
Die kurze Antwort
Die Baureihe 101 wurde für eine Höchstgeschwindigkeit von 220 Kilometern pro Stunde gebaut.
Damit gehörte sie zu den schnellsten Lokomotiven im deutschen Reisezugverkehr.
Seit dem 1. Dezember 2014 sind die meisten Maschinen planmäßig für 200 Kilometer pro Stunde zugelassen.
Vier Loks mit den Nummern 101 124, 126, 130 und 131 behielten die Zulassung für 220.

Wofür die Lok gebaut wurde
Die Baureihe 101 ist eine elektrische Lokomotive von DB Fernverkehr für schnelle Reisezüge.
Sie zieht vor allem Intercity- und Eurocity-Wagen, oft mit einem Steuerwagen am anderen Zugende.
So kann der Zug die Richtung wechseln, ohne dass die Lok umgesetzt werden muss.
Diese Wendezug-Technik spart an Kopfbahnhöfen viel Zeit.
Gut zu wissen
Die Zahl 101 ist die Bezeichnung der Baureihe, die einzelne Lok trägt zusätzlich eine dreistellige Ordnungsnummer wie 101 124.
Die rote Lackierung und die keilförmige Front machen die Baureihe 101 auf vielen Bahnhöfen leicht erkennbar.
Ersatz für die legendäre 103
Beschafft wurde die Baureihe 101 Mitte der 1990er Jahre.
Sie ersetzte die damals rund 25 Jahre alten Lokomotiven der Baureihe 103.
Die 103 hatte den schnellen Fernverkehr der Bundesbahn über viele Jahre geprägt.
Mit der 101 kam eine modernere Antriebstechnik auf die Gleise.
Wer die Lok gebaut hat
Den Auftrag über 145 Lokomotiven erhielt das Unternehmen Adtranz.
Adtranz ging später in Bombardier Transportation auf.
Zur Serie kam noch ein Nachbau hinzu, sodass die Statistik 145 plus eine Maschine zählt.
Gebaut wurden die Loks in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre.
Was in der Lok steckt
Die Dauerleistung der Baureihe 101 liegt bei 6400 Kilowatt.
Das entspricht rund 8700 Pferdestärken.
Die Maschine wiegt im Dienst etwa 84 Tonnen.
Ihren Strom bezieht sie aus der Oberleitung mit 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselspannung.
Warum 220 km/h selten gebraucht werden
Für 220 Kilometer pro Stunde braucht es passend ausgebaute Strecken und Signale.
Im Alltag lassen viele Hauptstrecken selten mehr als 200 Kilometer pro Stunde zu.
Darum wurde die planmäßige Höchstgeschwindigkeit der meisten Loks Ende 2014 auf 200 gesenkt.
Die schnellsten Verbindungen übernehmen ohnehin die ICE-Triebzüge.
Die vier schnellen Ausnahmen
Vier Maschinen behielten die Zulassung für 220 Kilometer pro Stunde.
Es sind die Loks mit den Betriebsnummern 101 124, 126, 130 und 131.
Sie lassen sich dort einsetzen, wo die Strecke das Tempo zulässt.
Für den Fahrgast ist der Unterschied zwischen 200 und 220 im Alltag kaum spürbar.
Räder und Antrieb
Die Treibräder haben im neuen Zustand einen Durchmesser von 1250 Millimetern.
Durch Abnutzung und Nachdrehen sinkt der Wert bis auf etwa 1170 Millimeter.
Die Lok nutzt eine moderne Drehstrom-Antriebstechnik.
Diese gilt als kräftig, war in den ersten Jahren aber auch anfällig.
Kinderkrankheiten der Baureihe
An den Drehgestellen traten an Schweißnähten Risse auf, die saniert werden mussten.
Ein Stromrichter war anfangs nicht gut genug abgeschirmt und störte den Rangierfunk.
Auch die Drehzahlgeber der Fahrmotoren machten Probleme.
Solche Mängel sind bei einer großen Neukonstruktion nicht ungewöhnlich und wurden nach und nach behoben.
Die Metropolitan-Loks
Vier Loks waren für den Metropolitan Express Train besonders ausgerüstet.
Sie erhielten einen zusätzlichen Zugbus und einen Bordcomputer je Führerstand.
Damit ließen sich Daten des Wagenzuges von der Lok und vom Steuerwagen aus abrufen und steuern.
Der Metropolitan war ein besonders komfortabler Zug der Deutschen Bahn.
Auch nachts im Einsatz
Nachts und an Wochenenden zogen viele Loks der Baureihe 101 auch Güterzüge.
Dazu gehörten die sogenannten Parcel-Intercitys mit 160 Kilometern pro Stunde.
Diese schnellen Paketzüge fuhren im Auftrag von DB Cargo.
So war die teure Lok rund um die Uhr ausgelastet.
Wie sie sich einordnet
Mit 220 Kilometern pro Stunde ist die 101 schneller als die meisten Nahverkehrstriebwagen.
Ein Bombardier Talent 2 etwa erreicht 160 Kilometer pro Stunde.
An die 300 Kilometer pro Stunde eines ICE 3 kommt sie aber nicht heran.
Die 101 ist damit eine klassische schnelle Reisezuglok, kein Hochgeschwindigkeitszug.
Das Ende im Fernverkehr
Die Deutsche Bahn plante, die Baureihe 101 nach und nach aus dem Fernverkehr zu nehmen.
Nach älteren Angaben sollten die Maschinen bis etwa 2025 ausscheiden.
Ob einzelne Loks als Putz- oder Schlepploks weiterfahren, war noch nicht entschieden.
Ihre schnellen Jahre vor den Intercity-Zügen bleiben dennoch ein Stück Bahngeschichte.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
