Bahnhofshalle wird Kühlraum, 1,50 Euro für 30 Minuten Schatten

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Bahnhofshalle wird Kühlraum, 1,50 Euro für 30 Minuten Schatten

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Aufenthalt kostenpflichtig)

Bahnhofshalle Satire: Waschbär steht in einer großen kühlen Bahnhofshalle mit hohen Fenstern

Der Chefredakteur bleibt eine halbe Stunde. Es kostet 1,50 Euro. Foto: wpa (Symbolbild)

Gelsenkirchen (wpa) – Die Bahn hat 41 Bahnhofshallen als Kühlräume ausgewiesen. Die Regelung gilt seit Juli.

Anlass war die Hitzewelle. In den Hallen ist es rund acht Grad kühler als draußen.

Der Aufenthalt kostet 1,50 Euro für 30 Minuten. Bezahlt wird am Drehkreuz.

Die Drehkreuze kamen im Juni. Kosten: 2,4 Millionen Euro.

„Wir schaffen ein Angebot für heiße Tage“, sagt Bahnhofsmanagerin Ilona Kühltarif. Angeboten wird der Schatten, gegen Gebühr.

Der Schatten war vorher umsonst. Jetzt hat er ein Drehkreuz.

Die Halle ist ohnehin klimatisiert. Sie wird gekühlt, seit die Ladenflächen vermietet sind.

Gekühlt wird für die Mieter, damit ihre Ware nicht leidet. Der Fahrgast stand zufällig im selben Luftzug.

Bis Juli war das kostenlos, weil niemand daran dachte, es zu berechnen. Seit Juli denkt jemand daran.

Frau Domke ist 74 und wartet bei 38 Grad auf ihren Zug. Der Schatten kostet sie jetzt 1,50 Euro.

Sie wollte sich nur setzen, wo es kühler ist. Kühler ist es nur noch hinter dem Drehkreuz.

Die Kühlung läuft für die Läden weiter, ob sie zahlt oder nicht. Berechnet wird ihr trotzdem der Eintritt.

Der Vorstand nennt das ein soziales Hitzeangebot. Sozial ist ein Angebot, das man sich leisten können muss.

2,4 Millionen kostete die Technik, um den freien Schatten einzuzäunen. Refinanziert wird sie mit 1,50 Euro pro Rentnerin.

Der Minister lobt die kreative Reaktion auf den Klimawandel. Kreativ ist, den Klimawandel als Einnahmequelle zu lesen.

Gemessen wird der Umsatz pro Halle, nicht die Zahl der Hitzeopfer. Umsatz macht der, der drinnen bleibt.

Wer die 1,50 Euro nicht hat, bleibt draußen. Draußen sind es acht Grad mehr, umsonst.

Für nächstes Jahr sind Kühlräume erster Klasse geplant. Mit Sitzplatz, für 3 Euro.

So macht man aus der Hitze ein Geschäft. Der Schatten fällt gratis, kassiert wird er trotzdem.

Die Bahn kühlt die Halle für ihre Ladenmieter und verkauft dem Fahrgast denselben Luftzug für 1,50 Euro. Wer die Gebühr nicht zahlt, schwitzt draußen, damit die Auslage drinnen frisch bleibt.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Zutritt zum klimatisierten Wartebereich 1,50 Euro, Ticketnachweis am Drehkreuz, Automat dahinter +++

+++ An neun Tagen über 35 Grad wurden 2.400 Euro eingenommen +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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