Ortstermin
„Einsteigen bitte, der Zug in den Norden Uruguays fährt ab, so klang es hier bis zum Jahr 2003.“
Ortstermin: Montevideo Estación Central
→ Ein Ortstermin in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays am Río de la Plata.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Die Estación Central General Artigas ist der einstige Hauptbahnhof von Montevideo und seit 1975 ein Nationaldenkmal. Seit 2003 fahren hier keine Linienzüge mehr, doch das neoklassizistische Gebäude erzählt bis heute von der großen Zeit der Eisenbahn in Uruguay.
Wer in Montevideo vor der Estación Central General Artigas steht, blickt auf ein wahres Denkmal der Eisenbahn.
Der prächtige Bau von 1897 war einst der große Hauptbahnhof der Stadt.
Heute ist er ein geschütztes Nationaldenkmal im Herzen der Hauptstadt Uruguays.

Ein Denkmal für die Eisenbahn
Die Estación Central General Artigas war lange der wichtigste Bahnhof von Montevideo.
Der Bau trägt den Namen des uruguayischen Nationalhelden José Gervasio Artigas.
Schon im Jahr 1975 wurde das Gebäude zum Nationalen Historischen Monument erklärt.
Damit steht es unter besonderem Schutz und gilt als bedeutendes Baudenkmal.
Für Bahnfreunde ist der Ort ein stilles, aber eindrucksvolles Ziel.

Eröffnet im Jahr 1897
Der Bahnhof wurde am 15. Juli 1897 feierlich eröffnet.
Entworfen hat ihn der aus Italien stammende Ingenieur und Architekt Luigi Andreoni.
Das Gebäude ist im Stil des Neoklassizismus gehalten.
Hohe Hallen und strenge Fassaden gaben dem Bahnhof ein würdevolles Gesicht.
Er war ein Symbol für den Aufbruch Uruguays in das Zeitalter der Eisenbahn.

Gut zu wissen
Die Estación Central General Artigas wurde 1897 eröffnet, 1975 zum Nationaldenkmal erklärt und 2003 für den Personenverkehr geschlossen.
Montevideo ist die Hauptstadt Uruguays, liegt am Río de la Plata und zählt rund 1,3 Millionen Einwohner.
Stille seit dem Jahr 2003
Am 1. März 2003 wurde die Estación Central für den Personenverkehr geschlossen.
Seither halten in der großen alten Halle keine Linienzüge mehr.
Rund 500 Meter weiter nördlich entstand ein neuer Bahnhof.
Dessen Bau hatte 1999 begonnen, und er wurde im selben Jahr 2003 eröffnet.
Der alte Prachtbau aber blieb als Denkmal erhalten.

Ein Bahnhof wird zur Bühne
Schon vor der Schließung diente die große Halle nicht mehr nur den Zügen.
Seit den späten 1980er Jahren fanden hier Ausstellungen und Konzerte statt.
Sogar international bekannte Bands traten in dem ehrwürdigen Gebäude auf.
Am 19. September 2019 rollten zum Tag des Eisenbahnarbeiters noch einmal Züge an den Bahnhof.
So bleibt der Ort trotz der Stille mit der Bahn verbunden.

Schienen nach Norden und Osten
Von Montevideo führen Eisenbahnstrecken in nördliche und in östliche Richtung.
Sie durchziehen das kleine Land zwischen dem Río de la Plata und der Grenze zu Brasilien.
Der Personenfernverkehr wird heute vor allem mit Bussen abgewickelt.
Im Stadtteil Tres Cruces liegt dafür ein großes Busterminal.
Von dort geht es ins übrige Uruguay und in die Nachbarländer.

Die Hauptstadt am Río de la Plata
Montevideo ist die Haupt- und zugleich größte Stadt Uruguays.
Die Metropole liegt am weiten Mündungstrichter des Río de la Plata.
Rund 1,3 Millionen Menschen leben in der Stadt.
Sie ist das wirtschaftliche, administrative und kulturelle Zentrum des Landes.
Einer Studie des Jahres 2019 zufolge bietet Montevideo die höchste Lebensqualität aller Städte Südamerikas.

Durch die Ciudad Vieja
Das historische Herz der Stadt ist die Ciudad Vieja, die Altstadt.
Im alten Cabildo ist das Nationalmuseum für Geschichte untergebracht.
Ganz in der Nähe steht die zwischen 1790 und 1804 erbaute Catedral Metropolitana.
Am Hafenrand lockt der Mercado del Puerto mit seinen Garküchen und Grillrestaurants.
Auf der Plaza Independencia erinnert ein Mausoleum an den Nationalhelden Artigas.

Vom Cerro bis zur Rambla
Über der Bucht erhebt sich der Cerro de Montevideo mit seiner alten Festung.
In ihr ist heute ein militärgeschichtliches Museum eingerichtet.
Entlang des Wassers zieht sich die kilometerlange Uferpromenade, die Rambla.
Unweit davon steht das berühmte Estadio Centenario, eine große Fußballarena.
Die lange Avenida 18 de Julio führt als Hauptstraße quer durch das Zentrum.

Ankommen in Montevideo
Ankommen in Montevideo heißt, in einer entspannten Hauptstadt am großen Fluss auszusteigen.
Auch wenn die alte Estación Central heute still ist, lohnt der Blick auf ihr prächtiges Gebäude.
Von dort ist es nicht weit bis in die Ciudad Vieja und an die Rambla.
Wer mag, verbindet den Besuch mit einem Spaziergang am Wasser und einem Essen am Hafenmarkt.
So wird der Ortstermin in Montevideo zu einer Reise zwischen Bahngeschichte und Meeresluft.

Häufige Fragen
Kann man die Estación Central noch mit dem Zug erreichen?
Wann wurde der Bahnhof gebaut?
Warum ist das Gebäude so bedeutend?
Wie reist man heute durch Uruguay?
Was kann man vom Bahnhof aus entdecken?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Buenos Aires Retiro – auch dort lohnt sich ein Ortstermin am großen Bahnhof
→ Ortstermin: Rio de Janeiro Central do Brasil – ebenfalls ein sehenswerter Bahn-Halt in Südamerika
