Modal Split

Ich verstehe nur Bahnhof · Das Wörterbuch · Begriff 249

„Der Anteil der Schiene am Modal Split soll deutlich steigen.“

Modal Split

→ Übersetzt: Eine Prozentzahl, hinter der Millionen einzelner Alltagsentscheidungen stehen.

Lesezeit: 8 Minuten · Das System Bahn

Die 30-Sekunden-Antwort

Der Modal Split beschreibt, wie sich der gesamte Verkehr auf die verschiedenen Verkehrsmittel verteilt. Er wird meist in Prozent der Verkehrsleistung angegeben. In Deutschland dominiert bislang klar das Auto, die Schiene liegt deutlich dahinter. Politische Ziele zur Verkehrswende beziehen sich fast immer auf genau diese Kennzahl.

Jeden Tag treffen Millionen Menschen dieselbe Entscheidung.

Auto, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß.

Jede einzelne Entscheidung wirkt für sich völlig unbedeutend.

Zusammengenommen ergeben sie eine der wichtigsten Kennzahlen.

Sie heißt Modal Split und klingt sehr technisch.

Tatsächlich beschreibt sie ganz konkretes Alltagsverhalten.

Und sie steht im Zentrum fast jeder Verkehrsdebatte.

Ein Bahnübergang, an dem eine Straße mit Autos und eine Bahnstrecke aufeinandertreffen
An dieser Kreuzung entscheidet sich täglich millionenfach der Modal Split. Symbolbild, mit KI erstellt.

Was die Kennzahl genau misst

Der Modal Split verteilt den Gesamtverkehr auf einzelne Verkehrsmittel.

Angegeben wird meist der prozentuale Anteil.

Als Grundlage dient dabei die Verkehrsleistung.

Also nicht die Zahl der Fahrten, sondern deren Weite.

Man kann ihn für Personen und Güter getrennt berechnen.

Auch für einzelne Städte oder Regionen ist das möglich.

Genau diese lokalen Werte sind oft besonders interessant.

Wie die Verteilung in Deutschland aussieht

Im Personenverkehr dominiert das Auto klar.

Es kommt auf etwa drei Viertel der Verkehrsleistung.

Die Bahn liegt bei rund einem Zehntel.

Der Rest verteilt sich auf Bus, Flugzeug und Fahrrad.

Im Güterverkehr ist der Lkw ähnlich dominant.

Die Schiene hält dort etwa ein Fünftel.

Diese Verteilung ist seit Jahrzehnten erstaunlich stabil.

Was den Modal Split beeinflusst

ANGEBOT

entscheidend

Ohne dichten Takt und gute Anbindung wählt kaum jemand die Bahn.

PREIS

sehr wichtig

Das Deutschlandticket hat gezeigt, wie stark der Preis wirkt.

ZEIT

oft ausschlaggebend

Die Tür-zu-Tür-Reisezeit entscheidet meist mehr als der reine Fahrpreis.

GEWOHNHEIT

unterschätzt

Einmal eingespielte Wege ändern Menschen nur bei größeren Anlässen.

In Großstädten liegt der Anteil des Umweltverbundes deutlich höher als bundesweit.

Warum Städte ganz andere Werte haben

In Großstädten ist das Auto oft in der Minderheit.

Dort dominieren Nahverkehr, Fahrrad und Fußwege.

Kurze Wege und dichte Angebote machen das möglich.

Auf dem Land sieht die Lage genau umgekehrt aus.

Dort fehlt oft jede brauchbare Alternative zum Auto.

Ein bundesweiter Durchschnitt verdeckt diese Unterschiede.

Was die Politik erreichen will

Erklärtes Ziel ist eine Verdopplung der Fahrgastzahlen im Fernverkehr.

Auch der Güterverkehr soll deutlich mehr auf die Schiene.

Dafür müsste der Anteil der Bahn spürbar steigen.

Das erfordert zusätzliche Kapazität im gesamten Netz.

Ohne Ausbau bleiben solche Ziele unerreichbar.

Genau deshalb hängen alle Ziele am Infrastrukturausbau.

Video: „Wie verteilt sich der Modal Split?“ vom Kanal Reisender Raumplaner.

„Der Anteil der Schiene am Modal Split soll deutlich steigen.“

→ Übersetzt: Millionen Menschen müssten dafür ihre tägliche Entscheidung ändern.

Warum Veränderung so langsam geht

Verkehrsverhalten ist stark von Gewohnheit geprägt.

Wer ein Auto besitzt, nutzt es meist auch.

Die Anschaffungskosten sind ohnehin bereits bezahlt.

Jede zusätzliche Fahrt erscheint dann fast kostenlos.

Ein Bahnticket wirkt dagegen als sichtbare Einzelausgabe.

Diese Wahrnehmung benachteiligt die Bahn systematisch.

Was tatsächlich Wirkung zeigt

Das Deutschlandticket hat messbare Verlagerung ausgelöst.

Ein einfacher Preis senkt die Hürde erheblich.

Auch ein dichterer Takt wirkt sehr direkt.

Wo alle zwanzig Minuten ein Zug fährt, steigen mehr Menschen ein.

Angebot schafft dabei nachweislich Nachfrage.

Diese Erkenntnis ist inzwischen gut belegt.

Der Blick in die Schweiz

Die Schweiz hat den höchsten Bahnanteil Europas.

Dort legt jede Person im Schnitt sehr viele Bahnkilometer zurück.

Der Grund liegt in einem extrem dichten Taktangebot.

Fast jeder Ort ist stündlich oder öfter angebunden.

Dazu kommen abgestimmte Anschlüsse an allen Knoten.

Dieses System wurde über Jahrzehnte konsequent aufgebaut.

Es zeigt, dass ein hoher Bahnanteil erreichbar ist.

Was daraus zu lernen wäre

Entscheidend war dort nicht eine einzelne große Maßnahme.

Es war jahrzehntelange, verlässliche Investition.

Auch der Fahrplan wurde konsequent vom Kunden her gedacht.

Genau diese Kontinuität fehlte in Deutschland lange.

Der Deutschlandtakt greift diese Idee inzwischen auf.

Bis zur Wirkung werden aber noch viele Jahre vergehen.

Geduld ist damit auch beim Modal Split die wichtigste Zutat.

Verkehrsverhalten ändert sich nicht in Monaten, sondern in Jahrzehnten.

Was der Modal Split über uns verrät

Er zeigt nicht nur Technik. Er zeigt Gewohnheiten.

Wer einen guten Takt vor der Tür hat, steigt öfter um.

Wie sich der Modal Split in Deutschland verteilt

Die Zahlen sind seit Jahren erstaunlich stabil.

Im Personenverkehr dominiert das Auto mit etwa drei Vierteln der Verkehrsleistung.

Die Bahn liegt bei rund zehn Prozent, der öffentliche Straßenverkehr etwas darunter.

Im Güterverkehr fährt rund ein Fünftel auf der Schiene.

Trotz aller Debatten hat sich an dieser Verteilung in den letzten zwanzig Jahren wenig geändert.

Was den Modal Split wirklich verändert

Der Preis ist nicht der stärkste Hebel, das zeigte das 9-Euro-Ticket.

Entscheidender ist das Angebot. Wo ein verlässlicher Takt existiert, steigen deutlich mehr Menschen um.

Ebenso wichtig ist die letzte Meile. Ein Bahnhof ohne Anschluss bleibt ungenutzt.

Und drittens die Verlässlichkeit. Wer dreimal zu spät zur Arbeit kam, nimmt wieder das Auto.

Deshalb setzen Fachleute auf Takt, Pünktlichkeit und gute Anbindung. Der Preis kommt erst danach.

Alle Fragen zum Thema

Was ist der Modal Split?

Die Aufteilung des Verkehrs auf die verschiedenen Verkehrsmittel. Gemessen wird meist in Verkehrsleistung oder in Zahl der Wege. Er zeigt, wie Menschen und Güter tatsächlich unterwegs sind.

Wie sieht er in Deutschland aus?

Im Personenverkehr dominiert das Auto mit etwa drei Vierteln. Die Bahn liegt bei rund zehn Prozent. Im Güterverkehr fährt etwa ein Fünftel auf der Schiene.

Was ist das politische Ziel?

Eine Verdopplung der Fahrgastzahlen im Personenverkehr und fünfundzwanzig Prozent Schienenanteil im Güterverkehr. Beides gilt als sehr ehrgeizig. Erreicht ist bisher keines davon.

Warum ändert er sich so langsam?

Weil Verkehrsverhalten mit Wohnort, Arbeitsplatz und Infrastruktur zusammenhängt. Diese ändern sich über Jahrzehnte. Ein einzelnes Ticket verschiebt wenig.

Was hat das 9-Euro-Ticket gezeigt?

Dass der Preis allein nicht reicht. Es gab viele zusätzliche Fahrten, aber wenig Verlagerung vom Auto. Wo kein Zug fährt, hilft kein billiges Ticket.

Was wirkt am stärksten?

Ein verlässlicher Takt, gute Anbindung auf der letzten Meile und Pünktlichkeit. Diese drei zusammen verändern das Verhalten. Der Preis ist ein nachgeordneter Faktor.

Wie messen Fachleute den Modal Split?

Über Verkehrsleistung in Personenkilometern oder über die Zahl der zurückgelegten Wege. Beide Werte können stark voneinander abweichen. Für Städte ist die Wegezählung üblicher.

Welche Städte haben einen guten Modal Split?

In Deutschland etwa Freiburg, Münster und Karlsruhe. International liegen Kopenhagen und Amsterdam vorn. Alle haben über Jahrzehnte konsequent umgebaut.

Kann ich als Einzelperson etwas bewirken?

Für die Statistik wenig, für dich selbst viel. Wirksamer ist der politische Weg über die Kommune. Dort wird über Takt, Radwege und Bahnhofsumfeld entschieden.

Der Chefübersetzer sagt

„Der Modal Split klingt nach trockener Statistik, misst aber Millionen Alltagsentscheidungen. Er ändert sich nur, wenn sich das Angebot ändert. Appelle allein haben in der Verkehrsgeschichte noch nie eine Verlagerung bewirkt.“

Das heißt für dich am Gleis

1. Vergleiche städtische und ländliche Werte niemals mit derselben Erwartung.

2. Ordne verkehrspolitische Ziele immer an dieser Kennzahl ein.

3. Beachte, dass Angebot und Takt stärker wirken als reine Appelle.

4. Verstehe die Tür-zu-Tür-Zeit als wichtigsten Faktor bei der Verkehrsmittelwahl.

Weiterfahrt

Verkehrsleistung – Begriff 246 im Wörterbuch

Deutschlandticket

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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