Stimmt es, dass in Myanmar ein Zug über ein über hundert Jahre altes Stahlviadukt fährt?

Mythen

„Der Zug kriecht im Schritttempo über ein filigranes Stahlgerüst, und tief unten liegt eine Schlucht.“

Stimmt es, dass in Myanmar ein Zug über ein über hundert Jahre altes Stahlviadukt fährt?

→ Warum die Fahrt über das Gokteik-Viadukt für viele ein Abenteuer ist.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Mythen

Gokteik viaduct Myanmar train
Gokteik viaduct Myanmar train. Foto: Adam Jones from Kelowna, BC, Canada, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Kurz erklärt

Stimmt.

Bauwerk
Gokteik-Viadukt, Stahl-Trestle-Brücke in Myanmar
Erbaut
um 1900 von einer amerikanischen Stahlfirma
Höhe
rund 100 Meter über der Schlucht
Tempo
der Zug fährt im Schritttempo hinüber
Ruf
eine der aufregendsten Zugstrecken Asiens

Der Mythos

Ein Zug, der sich zögerlich über ein uraltes, filigranes Stahlgerüst tastet, klingt nach einer Szene aus einem Abenteuerfilm.

Viele halten solche Geschichten für reichlich übertrieben.

Tatsächlich aber gibt es in Myanmar genau eine solche Fahrt.

Sie führt über das berühmte Gokteik-Viadukt hoch über einer tiefen Schlucht.

Die kurze Antwort lautet daher: Ja, dort fährt ein Zug über ein über hundert Jahre altes Stahlviadukt.

Was das Gokteik-Viadukt ist

Das Gokteik-Viadukt ist eine große Eisenbahnbrücke im Osten Myanmars.

Sie überspannt eine tiefe, bewaldete Schlucht im Bergland des Landes.

Die Brücke besteht aus einem fein wirkenden Gerüst aus vielen Stahlstreben.

Solche Bauwerke nennt man wegen ihrer Bauweise auch Trestle-Brücken.

Von Weitem sieht die Konstruktion fast zu zierlich aus, um einen Zug zu tragen.

Genau dieser Eindruck macht die Überquerung so aufregend.

Erbaut um 1900

Das Viadukt wurde bereits um das Jahr 1900 errichtet.

Gebaut wurde es von einer amerikanischen Stahlfirma.

Damals galt es als eine der größten Brücken seiner Art auf der Welt.

Für das abgelegene Bergland war es eine technische Meisterleistung.

Es sollte die Region erschließen und an das übrige Bahnnetz anbinden.

Bis heute ist es eine der höchsten Brücken des ganzen Landes.

Hoch über der Schlucht

Die Brücke führt in großer Höhe über den Grund der Schlucht.

Zwischen den Gleisen und dem Boden liegen rund hundert Meter Tiefe.

Wer aus dem Fenster blickt, schaut weit hinab auf Bäume und Felsen.

Die Strecke selbst verbindet größere Orte im Norden des Landes.

Das Viadukt ist dabei der spektakulärste Punkt der ganzen Linie.

Für viele Reisende ist allein diese eine Stelle der Grund für die Fahrt.

Myanmar railway steel trestle bridge
Myanmar railway steel trestle bridge. Foto: Vyacheslav Argenberg, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Fahrt im Schritttempo

Über das Viadukt fährt der Zug ausgesprochen langsam.

Er bewegt sich kaum schneller als im Schritttempo.

Das hat vor allem mit dem Alter und dem Zustand der Brücke zu tun.

Eine langsame Fahrt schont das Bauwerk und erhöht die Sicherheit.

Zugleich haben die Reisenden so mehr Zeit für den Blick in die Tiefe.

Das vorsichtige Tempo verstärkt die besondere, fast andächtige Stimmung.

Ein Abenteuer für Reisende

Für viele Reisende ist die Überquerung ein echtes kleines Abenteuer.

Das leise Knarren und Rattern auf dem Stahl ist dabei deutlich zu hören.

Manche Gäste schauen gebannt hinab, andere lieber vorsichtig geradeaus.

Die Fahrt gilt als eine der aufregendsten Zugstrecken in ganz Asien.

Fotos von einem Zug auf dem Viadukt sind weltweit bekannt.

Gerade das Gefühl von Höhe und Alter macht den besonderen Reiz aus.

Eine Brücke mit Geschichte

Über die Jahrzehnte hat das Viadukt viel erlebt.

Es überstand Kriege, Stürme und den Zahn der Zeit.

Immer wieder musste es ausgebessert und gesichert werden.

Dass es bis heute befahren wird, ist für sich schon bemerkenswert.

Für die Region ist es ein wichtiges Bauwerk und ein Stück Identität.

Zugleich ist es ein Denkmal früher Ingenieurskunst.

Warum man hier überhaupt baute

Die Gegend im Bergland ist zerklüftet und schwer zugänglich.

Ohne die Brücke hätte die Bahn die tiefe Schlucht nicht überwinden können.

Ein großer Umweg wäre teuer und langwierig gewesen.

So entschied man sich für den kühnen Bau über den Abgrund.

Das Viadukt verband damit zwei Seiten einer sonst trennenden Landschaft.

Bis heute ist es die entscheidende Verbindung an dieser Stelle.

Was davon im Alltag zählt

Das Gokteik-Viadukt zeigt, wie eine alte Brücke bis heute den Verkehr tragen kann.

Die langsame Fahrt hoch über der Schlucht ist ihr großes Markenzeichen.

Der Mythos vom Zug auf dem alten Stahlviadukt stimmt also vollständig.

Er verbindet mutige Ingenieurskunst mit einem unvergesslichen Reiseerlebnis.

Ein Bauwerk aus einer anderen Zeit

Das Gokteik-Viadukt im Osten Myanmars entstand um das Jahr 1900 und war damals eine technische Sensation ersten Ranges.

Eine amerikanische Firma errichtete die gewaltige Stahlkonstruktion, um eine tiefe, dicht bewaldete Schlucht zu überwinden.

Über filigran wirkende Stahltürme führt die Strecke in schwindelerregender Höhe über den Grund der Schlucht.

Für das damals abgelegene Land war dieses Bauwerk ein Symbol für Fortschritt und kühne Ingenieurskunst.

Bis heute zählt das Viadukt zu den eindrucksvollsten Eisenbahnbrücken ganz Südostasiens.

Im Schritttempo über die Schlucht

Wenn ein Zug das Viadukt erreicht, drosselt er sein Tempo auf kaum mehr als Schrittgeschwindigkeit.

Vorsichtig tastet er sich über die alte Konstruktion, während unter den Wagen die Schlucht in die Tiefe fällt.

Jeder Stoß der Räder an den Schienenstößen ist in dieser Höhe deutlich zu spüren und zu hören.

Viele Fahrgäste halten in diesem Moment unwillkürlich den Atem an und blicken gebannt nach unten.

Die Überquerung dauert nur Minuten, bleibt aber für immer im Gedächtnis.

Eine Fahrt für Mutige

Die Strecke über das Gokteik-Viadukt gilt als eine der aufregendsten und zugleich abenteuerlichsten Zugfahrten der Welt.

Die alten Wagen, das langsame Tempo und die enorme Höhe verbinden sich zu einem einzigartigen Erlebnis.

Wer schwindelfrei ist, wird mit einem Ausblick belohnt, den man so kaum ein zweites Mal erlebt.

Reisende aus aller Welt nehmen weite Umwege auf sich, nur um einmal hier hinüberzufahren.

So ist aus einem reinen Zweckbau ein echtes Reiseziel geworden.

Merke: Manchmal ist die aufregendste Stelle einer Bahnstrecke keine schnelle Gerade, sondern ein langsamer Weg über den Abgrund.

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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