Ortstermin
„Nächster Halt Wetter (Ruhr); das alte Bahnhofsgebäude bittet um Ruhe, denn hier wird heute gelesen.“
Der Bahnhof Wetter (Ruhr), wo im Empfangsgebäude heute die Bücherei wohnt
→ Ein Ortstermin in Wetter an der Ruhr im Ennepe-Ruhr-Kreis.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Der Bahnhof Wetter (Ruhr) wurde am 9. März 1849 an der Strecke Elberfeld–Dortmund eröffnet und zählt zu den frühen Bahnhöfen des Ruhrgebiets. Das denkmalgeschützte Empfangsgebäude beherbergt heute die Stadtbücherei, während oberhalb der Stadt der Harkortturm und die Burg Volmarstein über die Ruhr blicken.
Wetter an der Ruhr ist eine Stadt, die nach einem einzigen Menschen benannte Seen, Berge und Türme hat.
Der Name Harkort begegnet einem hier überall, denn die Stadt gilt als eine Wiege der Industrie im Ruhrgebiet.
Ihr Bahnhof gehört zu den ältesten der Region und hat heute eine ungewöhnliche neue Aufgabe.

Ankunft in der Harkortstadt
Der Bahnhof Wetter liegt mitten im Zentrum der Stadt, ganz in der Nähe der Ruhr.
Wer aussteigt, steht sofort im Ort und muss nicht erst lange laufen.
Der Name der Stadt hat nichts mit dem Himmel zu tun, sondern ist uralt und stammt von einer Burg.
Umso öfter begegnet man dafür dem Namen Harkort, der auf Schildern, Seen und Bergen auftaucht.
Wetter ist eine kleine Stadt, aber eine mit einer großen Rolle in der Geschichte der Industrie.

Ein Bahnhof von 1849
Der Bahnhof Wetter wurde am 9. März 1849 als Durchgangsbahnhof eröffnet.
Gebaut hat ihn die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft, eine der großen frühen Bahngesellschaften im Westen.
Er liegt an der Strecke von Elberfeld nach Dortmund, die das Bergische Land mit dem Ruhrgebiet verband.
Damit gehört Wetter zu den ältesten Bahnhöfen der ganzen Region.
Für die junge Industrie an der Ruhr war die Bahn ein entscheidender Schub.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Wetter (Ruhr) liegt an der Strecke Elberfeld–Dortmund; im Stundentakt halten die S5 und Züge der Ruhr-Lenne-Achse.
Das Empfangsgebäude von 1905 steht seit 1988 unter Denkmalschutz und beherbergt heute die Stadtbücherei.
Sehenswert sind der Harkortsee, der Harkortturm von 1884 und die Ruine der Burg Volmarstein über dem Ruhrtal.
Das zweite Empfangsgebäude
Das erste Bahnhofsgebäude von 1850 war bald zu klein.
1905 rissen die Preußischen Staatseisenbahnen es ab und setzten an seine Stelle das Gebäude, das noch heute steht.
Es ist ein stattlicher Bau, der das Bild des Bahnhofs bis heute prägt.
1988 wurde es unter der Nummer 89 in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen.
Seither steht das alte Empfangsgebäude unter Denkmalschutz.

Vom Bahnhof zur Bücherei
Die Bahn nutzt das Gebäude heute nicht mehr für ihren Betrieb.
Stattdessen zog 2007 die Stadtbücherei in die alten Räume ein.
Wo früher Fahrkarten verkauft wurden, stehen nun Regale voller Bücher.
Im Frühjahr 2008 kam noch ein gastronomischer Betrieb dazu.
So blieb das Baudenkmal lebendig, auch ohne Schalter und Gepäckwagen.

Züge nach Dortmund und Hagen
Heute ist Wetter kein großer Bahnhof mehr, sondern ein Haltepunkt.
1994 wurde er an das Netz der S-Bahn Rhein-Ruhr angeschlossen.
Im Stundentakt halten die S5 sowie Züge auf der Ruhr-Lenne-Achse.
Damit ist Dortmund in der einen und Hagen in der anderen Richtung schnell erreichbar.
Die Stadt gehört zum Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, sodass ein Ticket weit über die Grenzen hinaus gilt.

Der Mann, nach dem alles heißt
Fast alles in Wetter, was einen Namen braucht, heißt nach Friedrich Harkort.
Harkort lebte von 1793 bis 1880 und gilt als einer der Pioniere der Industrie im Ruhrgebiet.
Wegen seiner engen Verbindung zur Stadt wird Wetter auch die Harkortstadt genannt.
Nach ihm und seiner Familie sind der Harkortsee, der Harkortberg und der Harkortturm benannt.
So trägt eine ganze Landschaft den Namen eines einzigen Unternehmers.

Harkortsee und Harkortturm
Der Harkortsee ist ein Stausee, für den die Ruhr im Osten der Stadt aufgestaut wurde.
An seinem Ufer treffen sich Wanderer, Radfahrer und Menschen auf Inlineskates.
Über dem See erhebt sich der Harkortberg mit weiter Sicht in das Ardeygebirge.
Auf ihm steht der Harkortturm, der 1884 errichtet wurde und rund 35 Meter hoch ist.
Er ist nur zu bestimmten Anlässen zu besteigen, bietet dann aber einen Blick über den See bis ins Sauerland.

Burg Volmarstein und Henriette Davidis
Hoch über dem Ruhrtal liegt die Ruine der Burg Volmarstein.
Sie wurde um das Jahr 1100 vom Kölner Erzbischof Friedrich I. angelegt und bietet heute eine schöne Fernsicht.
Im Ortsteil Alt-Wetter steht außerdem ein Rathaus von 1909, ein Geschenk an die Stadt.
In Wetter erinnert ein kleines Museum an Henriette Davidis, die wohl bekannteste deutsche Kochbuchautorin.
Von ihr stammt die berühmte Wendung, mit der so viele Rezepte beginnen, man nehme.

Ankommen in Wetter (Ruhr)
Ankommen in Wetter an der Ruhr heißt, mitten in einer kleinen Stadt mit großer Geschichte auszusteigen.
Gleich am Bahnhof lädt das alte Empfangsgebäude als Bücherei zum Verweilen ein.
Von dort ist es nicht weit zum Harkortsee, wo man am Wasser entlanggehen kann.
Wer höher hinaus will, wandert zum Harkortturm oder zur Burg Volmarstein.
Und am Abend bringt die S-Bahn einen bequem zurück nach Dortmund oder Hagen.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof Wetter (Ruhr) eröffnet?
Was befindet sich heute im Bahnhofsgebäude?
Welche Züge halten in Wetter?
Warum heißt Wetter die Harkortstadt?
Was kann man in Wetter unternehmen?
Weiterfahrt
→ Ortstermin Witten Hauptbahnhof: Wo die Ruhr das Ruhrgebiet betritt – Die Nachbarstadt an der Ruhr ist mit der S-Bahn in wenigen Minuten erreichbar.
→ Ortstermin: Der Bahnhof Wittenberg – Die Stadt am Rand des Sauerlands liegt in der anderen Richtung der Strecke.
