Ortstermin
„Im Jahr 1951 rollte hier ein ganzer Zug aus der Tschechoslowakei über die Grenze, und an Bord waren Menschen auf der Flucht.“
Der Bahnhof Selb, in der Porzellanstadt an der Grenze
→ Ein Ortstermin im Fichtelgebirge.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Selb liegt an der Bahnstrecke von Oberkotzau nach Cheb, die über Aš nach Tschechien führt. Die Stadt ist als Porzellanstadt bekannt und liegt direkt an der Grenze.
Im Nordosten Bayerns, dicht an der Grenze zu Tschechien, liegt die Stadt Selb.
Sie ist berühmt für ihr Porzellan.
Und ihre Bahnstrecke erzählt eine der spannendsten Geschichten aus der Zeit des Kalten Krieges.

Eine Strecke nach Böhmen
Selb liegt an der Bahnstrecke von Oberkotzau nach Cheb.
Sie führt über Aš und Františkovy Lázně nach Tschechien.
Auf Deutsch hießen diese Orte Asch, Franzensbad und Eger.
Die Strecke verbindet Oberfranken mit Westböhmen.

Getrennt durch die Grenze
Nach dem Zweiten Weltkrieg trennte die Grenze die Strecke.
Die Bundesbahn fuhr ihre Personenzüge nun zwischen Selb Stadt und Hof.
Letzter Bahnhof vor der Grenze wurde Selb-Plößberg.
Der Reiseverkehr nach Böhmen kam lange fast ganz zum Erliegen.

Gut zu wissen
Selb liegt an der grenzüberschreitenden Bahnstrecke Cheb–Oberkotzau, die über Aš und Selb-Plößberg führt. Nach 1945 fuhren die Personenzüge der Bundesbahn zwischen Selb Stadt und Hof, Grenzbahnhof war Selb-Plößberg.
Im September 1951 fuhren tschechoslowakische Eisenbahner und Regimegegner einen Personenzug von Aš über die Grenze, er kam vor Selb-Plößberg zum Stehen. Selb ist als Porzellanstadt bekannt.
Der Freiheitszug von 1951
Im September 1951 geschah hier etwas Unglaubliches.
Eisenbahner und Gegner des Regimes in der Tschechoslowakei übernahmen in Aš einen planmäßigen Personenzug.
Sie fuhren ihn einfach weiter über die Grenze.
Der Zug kam auf deutschem Gebiet vor Selb-Plößberg zum Stehen.

Porzellan braucht Rohstoffe
Die Porzellanindustrie bei Selb brauchte Rohstoffe aus Böhmen.
Deshalb blieb die Verbindung für Güter lange wichtig.
Die Bahn war eine Lebensader der Industrie.
Ohne sie wäre die Produktion kaum möglich gewesen.

Wieder über die Grenze
In den 1990er Jahren wurde die Strecke bei Selb für eine Umgehungsstraße unterbrochen.
Später wurde sie wiederhergestellt.
Heute fahren wieder Züge von Bayern über Aš nach Tschechien.
Die Grenze ist für Reisende kaum noch zu spüren.

Die Porzellanstadt
Selb ist als Porzellanstadt bekannt.
Hier wurde über Generationen feines Porzellan hergestellt.
Bekannte Marken haben hier ihre Wurzeln.
Die Stadt liegt an der Bayerischen Porzellanstraße.

Ein Museum für Porzellan
In Selb gibt es ein großes Porzellanmuseum.
Es ist in alten Fabrikgebäuden untergebracht.
Besucher sehen dort, wie Porzellan entsteht.
Auch Kunstwerke aus vielen Epochen sind zu bewundern.

Ankommen an der Grenze
Wer in Selb aussteigt, ist nur wenige Kilometer von Tschechien entfernt.
Die Nachbarstadt Aš liegt gleich hinter der Grenze.
Beide Städte arbeiten eng zusammen.
So erzählt ein Besuch in Selb von Porzellan, Grenzen und Freiheit.


Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Häufige Fragen
An welcher Strecke liegt Selb?
Was war der Freiheitszug?
Fahren heute Züge nach Tschechien?
Warum heißt Selb Porzellanstadt?
Welche Stadt liegt gleich hinter der Grenze?
Weiterfahrt
→ Berlin Hauptbahnhof: Europas größter Kreuzungsbahnhof – Ortstermin auf fünf Ebenen – die große Stadt im Norden
→ Leipzig Hauptbahnhof: größter Kopfbahnhof Europas – Ortstermin in der Riesenhalle – weiter im Fichtelgebirge
