Der Bahnhof Nymburk, wo fünf Strecken an der Elbe zusammenlaufen

Ortstermin

„Nymburk hlavní nádraží, bitte umsteigen in Richtung Mladá Boleslav, Kolín und Děčín.“

Der Bahnhof Nymburk, wo fünf Strecken an der Elbe zusammenlaufen

→ Ein Ortstermin in Mittelböhmen.

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Kurz gesagt

Nymburk ist ein alter Eisenbahnknoten an der Elbe, rund vierzig Kilometer nordöstlich von Prag. Hier treffen mehrere Strecken der früheren Österreichischen Nordwestbahn aufeinander.

Wer in Nymburk aussteigt, steht an einem der verzweigtesten Bahnhöfe Mittelböhmens.

Von hier führen Gleise in fünf Richtungen hinaus in die böhmische Ebene.

Zugleich beginnt gleich hinter dem Empfangsgebäude eine alte Königsstadt an der Elbe.

Nymburk
Foto: The original uploader was Elrim at Czech Wikipedia, Public domain, via Wikimedia Commons

Eine Königsstadt an der Elbe

Nymburk, auf Deutsch früher Nimburg oder Neuenburg an der Elbe genannt, liegt in der Mittelböhmischen Region.

Die Stadt wurde um das Jahr 1275 vom böhmischen König Přemysl Otakar II. als Königsstadt gegründet.

Sie erhielt damals den deutschen Namen Nuenburch und wurde mit Siedlern aus dem Westen besiedelt.

Im Laufe des 14. Jahrhunderts wuchs der Anteil der tschechischen Bürger stetig an.

Während der hussitischen Zeit stand die Stadt ab 1425 unter der Kontrolle der Taboriten.

Heute leben hier rund fünfzehntausend Menschen am Ufer der Elbe.

Nymburk, kostel svatého Jiljí, z ulice Na Příkopě
Foto: ŠJů, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der Knotenpunkt der Nordwestbahn

Die Eisenbahn hat Nymburk im 19. Jahrhundert stark geprägt.

Durch die Stadt verläuft die Strecke von Znojmo nach Nymburk, die ursprünglich die Österreichische Nordwestbahn erbaute.

Diese Linie führte über Havlíčkův Brod, Čáslav und Kolín heran und band die Stadt an ihr weites Streckennetz an.

In Nymburk ging sie in die Strecke nach Děčín an der sächsischen Grenze über.

Damit lag Nymburk an einer wichtigen Nord-Süd-Verbindung durch Böhmen.

Der Bahnhof entwickelte sich so früh zu einem bedeutenden Umschlagplatz für Menschen und Güter.

Nymburk, ochranný přístav a hradby
Foto: ŠJů, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Nymburk liegt rund vierzig Kilometer nordöstlich von Prag an der Mündung der Mrlina in die Elbe.

Der große Bahnhof heißt Nymburk hlavní nádraží und ist ein Knoten mehrerer Strecken der früheren Österreichischen Nordwestbahn.

In der Stadt sind die mittelalterlichen Backsteinmauern, die Kirche des heiligen Ägidius und das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert sehenswert.

Wo die Strecken zusammenlaufen

Vom Hauptbahnhof Nymburk gehen heute mehrere Strecken in verschiedene Richtungen ab.

Eine Linie führt nach Mladá Boleslav im Norden, eine andere nach Děčín an die Elbe.

Von Poříčany her kommt eine weitere Verbindung an, und auch die alte Nordwestbahn aus Richtung Kolín endet hier.

So wird der Bahnhof zu einem Stern, von dem aus Gleise in die ganze Ebene reichen.

Für Reisende bedeutet das viele Umsteigemöglichkeiten an einem einzigen Ort.

Nymburk gilt deshalb bis heute als einer der wichtigen Knoten im böhmischen Netz.

Nymburk, kostel svatého Jiljí, z ulice Na Fortně, ochoz a hodiny
Foto: ŠJů, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Empfangsgebäude und die Gleise

Das Empfangsgebäude steht am Rand der Altstadt und empfängt die Reisenden mit einer weiten Bahnsteighalle.

Vor dem Bahnhof breitet sich ein großzügiges Gleisfeld aus, auf dem Personen- und Güterzüge warten.

Immer wieder rollen moderne Lokomotiven und Regionaltriebwagen durch die Anlage.

Zwischen den Bahnsteigen erkennt man die typische Betriebsamkeit eines Umsteigebahnhofs.

Reisende finden hier Verbindungen in Richtung Prag ebenso wie in den Norden Böhmens.

Der Bahnhof bleibt damit das pochende Herz des Ortes.

Nymburk, kostel svatého Jiljí, z ulice Na Fortně, hodiny
Foto: ŠJů, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Zwei Bahnhöfe, ein Name

In Nymburk gibt es nicht nur einen, sondern zwei Bahnhöfe mit ähnlichem Namen.

Der große Knoten heißt Nymburk hlavní nádraží, also Nymburk Hauptbahnhof.

Daneben besteht der kleinere Bahnhof Nymburk město, der näher an der Innenstadt liegt.

Von Nymburk město zweigt zudem eine eigene Strecke nach Veleliby ab.

Wer in die Stadt will, sollte auf den richtigen der beiden Halte achten.

Dieser Ortstermin gilt dem großen Hauptbahnhof und seinen weit verzweigten Gleisen.

Nymburk hlavní nádraží, jednotka 471
Foto: PatrikPaprika, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Backsteinmauern der Altstadt

Hinter dem Bahnhof beginnt eine der besterhaltenen Stadtbefestigungen Böhmens.

Die mittelalterlichen Mauern aus rotem Backstein umschließen bis heute weite Teile der Altstadt.

Zwischen den Mauern und dem Fluss zieht sich ein schmaler Park entlang.

Mitten im Ort steht die gotische Kirche des heiligen Ägidius, auf Tschechisch kostel svatého Jiljí.

Ihr hoher Bau prägt die Silhouette der Stadt schon von Weitem.

Ein Spaziergang entlang der Mauern führt zurück ins mittelalterliche Nymburk.

Nymburk, Kostel sv. Jiljí.
Foto: H2k4, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Am Wasser von Mrlina und Elbe

Nymburk liegt an der Stelle, an der die Mrlina in die Elbe mündet.

Das Wasser hat die Stadt über Jahrhunderte geprägt und ihr Handel und Fischfang gebracht.

Eine schmale Fußgängerbrücke, die lávka, verbindet die Altstadt mit dem anderen Ufer.

Von der Brücke aus fällt der Blick weit über den ruhigen Strom.

Am Ufer laden Wege zum Spazieren und zum Beobachten der Boote ein.

So verbindet sich in Nymburk die Welt der Schiene mit der des Flusses.

Nymburk, Labe, mosty a kostel
Foto: ŠJů, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Rathaus, Mariensäule und Markt

Im Zentrum der Altstadt liegt der alte Marktplatz mit seinen Bürgerhäusern.

Dort steht das Rathaus, das im 16. Jahrhundert errichtet wurde.

In der Mitte des Platzes erhebt sich eine Mariensäule aus dem Jahr 1713.

Rund um den Platz reihen sich Cafés und kleine Geschäfte aneinander.

An Markttagen füllt sich der Platz mit Ständen und Menschen.

Von hier sind es nur wenige Minuten zurück zum Bahnhof.

Nymburk, Labe, mosty a kostel (01)
Foto: ŠJů, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Nymburk

Wer heute in Nymburk ankommt, spürt gleich den Takt eines echten Bahnknotens.

Vom Hauptbahnhof führt ein kurzer Weg an den Mauern entlang in die Altstadt.

Unterwegs wechseln sich Backstein, Fluss und stille Gassen ab.

Die Stadt lässt sich bequem zu Fuß in einem halben Tag erkunden.

Für Bahnfreunde lohnt schon der Blick auf das große Gleisfeld vor der Abreise.

Nymburk bleibt so ein Ort, an dem Stadt und Schiene eng beieinanderliegen.

Nymburk, Kamenný most, od Bělidel
Foto: ŠJů, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wo liegt Nymburk?
Nymburk liegt in Mittelböhmen, etwa vierzig Kilometer nordöstlich von Prag, an der Mündung der Mrlina in die Elbe.
Warum ist der Bahnhof Nymburk so wichtig?
In Nymburk treffen mehrere Strecken aufeinander, unter anderem die von der Österreichischen Nordwestbahn erbaute Linie aus Richtung Kolín.
Gibt es in Nymburk mehr als einen Bahnhof?
Ja, neben dem großen Nymburk hlavní nádraží gibt es den kleineren Bahnhof Nymburk město näher an der Innenstadt.
Was kann man in Nymburk besichtigen?
Sehenswert sind die gut erhaltenen Backsteinmauern, die gotische Kirche des heiligen Ägidius, das Rathaus und die Mariensäule am Markt.
Wann wurde Nymburk gegründet?
Die Stadt wurde um 1275 vom böhmischen König Přemysl Otakar II. als Königsstadt gegründet.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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