Der Bahnhof Neustadt (Dosse), ein Knoten in der Stadt der Pferde

Ortstermin

„Sehr geehrte Fahrgäste, wir erreichen Neustadt (Dosse), die Stadt der Pferde an der Berlin-Hamburger Bahn.“

Der Bahnhof Neustadt (Dosse), ein Knoten in der Stadt der Pferde

→ Ein Ortstermin in der Prignitz im Nordwesten Brandenburgs.

Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin

Kurz gesagt

Der Bahnhof Neustadt (Dosse) wurde 1846 an der Berlin-Hamburger Bahn eröffnet und wuchs zum Knoten von drei weiteren Strecken. Bekannt ist die Stadt vor allem für ihr Landgestüt, das ihr den Beinamen Stadt der Pferde gab.

Neustadt (Dosse) ist eine kleine Stadt in der Prignitz, und doch hielten hier früher die Bahnen aus vier Richtungen.

Der Bahnhof liegt an der alten Verbindung von Berlin nach Hamburg und wurde 1846 eröffnet.

Zwei Kilometer vom Bahnhof entfernt liegt das Landgestüt, das der Stadt den Namen Stadt der Pferde gab.

Bf neustadt dosse eg
Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein Knoten in der Prignitz

Der Bahnhof Neustadt (Dosse) ist ein Durchgangsbahnhof im Landkreis Ostprignitz-Ruppin.

Er liegt am Kilometer 75,4 der Berlin-Hamburger Bahn, die hier von Südosten nach Nordwesten verläuft.

Eröffnet wurde er am 15. Oktober 1846, als die Strecke von Berlin nach Hamburg in Betrieb ging.

Damit gehört er zu den älteren Bahnhöfen des Landes Brandenburg.

Bf neustadt dosse ng
Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Wie aus einer Station ein Knoten wurde

Zuerst war Neustadt nur ein Halt an der Fernstrecke.

Im Jahr 1887 kam die Strecke über Kyritz und Pritzwalk nach Meyenburg hinzu.

Die Ruppiner Kreisbahn nach Neuruppin folgte 1902, die Brandenburgische Städtebahn nach Rathenow 1904.

Mit diesen Strecken wurde Neustadt endgültig zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt.

BfNeustadtDosseEmpfangsgebäude
Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Der Bahnhof Neustadt (Dosse) wurde am 15. Oktober 1846 an der Berlin-Hamburger Bahn eröffnet und war ab 1904 Knoten von drei weiteren Strecken nach Meyenburg, Neuruppin und Rathenow.

Heute fahren von den Nebenstrecken nur noch Personenzüge nach Meyenburg; Bahnhofsgebäude, Kesselfüllwasserturm und Lokschuppen mit Drehscheibe stehen unter Denkmalschutz.

Die Stadt trägt seit 2000 wegen ihres Landgestüts den Zusatz Stadt der Pferde.

Der Städtebahnhof nebenan

Für die beiden Privatbahnen nach Neuruppin und Rathenow wurde ein eigener Bahnhofsteil gebaut, der Städtebahnhof.

Er lag getrennt vom Bahnhof der Fernstrecke und diente den Zügen der Ruppiner Kreisbahn und der Brandenburgischen Städtebahn.

So bekam die kleine Stadt gleich zwei Bahnhofsanlagen dicht beieinander.

Neustadt war lange ein Ort zum Umsteigen zwischen den großen und den kleinen Bahnen.

Neustadt (Dosse) Bahnhof ()
Foto: Ingolf, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Was von den Strecken blieb

Von den drei Nebenstrecken ist heute nur noch eine im Personenverkehr, die Bahn über Pritzwalk nach Meyenburg.

Die Strecke nach Neuruppin wird für den Güterverkehr vorgehalten.

Die Verbindung nach Rathenow ist stillgelegt.

An der Fernstrecke ist der nächste Bahnhof im Westen das 16 Kilometer entfernte Breddin, im Südosten das rund 14 Kilometer entfernte Friesack.

Neustadt (Dosse) Bahnhof ()
Foto: Ingolf, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Wasserturm, Lokschuppen und Drehscheibe

Vom alten Betrieb sind mehrere Bauwerke erhalten, die unter Denkmalschutz stehen.

Dazu gehören das Bahnhofsgebäude und ein Kesselfüllwasserturm am ehemaligen Güterbahnhof.

Auch ein Lokschuppen mit Drehscheibe blieb bewahrt.

Diese Reste erzählen davon, dass hier einmal Lokomotiven versorgt und gedreht wurden.

Neustadt (Dosse) Bahnhof ()
Foto: Ingolf, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Die Stadt der Pferde

Am 1. Januar 2000 bekam Neustadt (Dosse) den Zusatz Stadt der Pferde verliehen.

Der Grund ist das Haupt- und Landgestüt, das Landgestüt des Landes Brandenburg.

Es liegt am Rand der Stadt und ist weit über die Region hinaus bekannt.

Wer vom Bahnhof kommt, ist in wenigen Minuten bei den Ställen und Koppeln.

Neustadt (Dosse) Bahnhof ()
Foto: Ingolf, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Von der Burg zum Schloss

Schon 1375 wird Neustadt als eine zur Prignitz gehörige Burg erwähnt, die den Herren von Bredow gehörte.

Später besaßen die Quitzows den größten Teil der Burg.

An die Stelle der verfallenen Burg setzte die Familie Winterfeldt ein Schloss mit einer Kapelle.

Ein Großfeuer zerstörte 1666 Schloss und Kirche der Stadt.

Neustadt (Dosse) Bahnhof ()
Foto: Ingolf, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Zwischen Dosse und Gestüt

Die Dosse, ein kleiner Fluss, gibt der Stadt ihren Namenszusatz.

Der alte Kern bestand einst nur aus der Kirche, einer Straße und einer Wassermühle am Dossestau.

Heute ist Neustadt eine ruhige Kleinstadt, deren Leben stark mit den Pferden verbunden ist.

Zwischen Fluss, Gestüt und Bahnhof lässt sich der Ort gut zu Fuß erkunden.

Neustadt (Dosse) Bahnhof ()
Foto: Ingolf, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Neustadt (Dosse)

Wer in Neustadt (Dosse) aussteigt, ist an einem Bahnhof, der einmal viel größer gedacht war als die Stadt.

Vom Bahnsteig aus sind es keine zwei Kilometer bis in die Innenstadt.

Von dort ist es nicht weit zum Landgestüt, dem Herzstück der Stadt der Pferde.

So beginnt ein Besuch dort, wo einst die Bahnen aus vier Richtungen zusammenkamen.

Neustadt (Dosse) Bahnhof ()
Foto: Ingolf, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wann wurde der Bahnhof Neustadt (Dosse) eröffnet?
Am 15. Oktober 1846, zusammen mit der Berlin-Hamburger Bahn. Er liegt am Streckenkilometer 75,4.
Warum war Neustadt ein Eisenbahnknoten?
Weil dort ab 1887 die Strecke nach Meyenburg, 1902 die Bahn nach Neuruppin und 1904 die Bahn nach Rathenow abzweigten. Für die beiden letzten gab es einen eigenen Städtebahnhof.
Welche Strecken fahren heute noch?
Im Personenverkehr fährt die Bahn über Pritzwalk nach Meyenburg. Die Strecke nach Neuruppin dient dem Güterverkehr, die nach Rathenow ist stillgelegt.
Warum heißt Neustadt die Stadt der Pferde?
Wegen des Haupt- und Landgestüts, des Landgestüts von Brandenburg. Den Beinamen bekam die Stadt am 1. Januar 2000.
Was steht am Bahnhof unter Denkmalschutz?
Das Bahnhofsgebäude, der Kesselfüllwasserturm am alten Güterbahnhof und ein Lokschuppen mit Drehscheibe.

Weiterfahrt

→ Der Bahnhof Rathenow, Ankunft in der Stadt der Optik – die Stadt der Optik an der Havel

→ Der Bahnhof Wittenberge, genau in der Mitte zwischen Berlin und Hamburg – der Bahnhof fast genau zwischen Berlin und Hamburg

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →