Ortstermin
„Sehr geehrte Fahrgäste, Sie erreichen Hungen, die Schäferstadt an der Lahn-Kinzig-Bahn, Ausstieg in Fahrtrichtung links.“
Der Bahnhof Hungen, wo elf Gleise zum Radweg wurden
→ Ein Ortstermin in Mittelhessen im Landkreis Gießen.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Hungen ging 1869 in Betrieb und wurde bald zum Knotenpunkt von Lahn-Kinzig-Bahn und Horlofftalbahn. In seiner größten Zeit lagen hier elf Gleise nebeneinander, heute führt über eine der alten Strecken ein Radweg.
Wer in Hungen aussteigt, steht vor einem Empfangsgebäude, das älter ist als das Deutsche Reich.
Der Bahnhof wurde 1869 eröffnet und war einmal ein Knoten, an dem sich zwei Bahnen trafen.
Heute ist Hungen ein ruhiger Halt an der Strecke von Gießen nach Gelnhausen, und eine der abgebauten Strecken ist ein Radweg geworden.

Ein Bahnhof für die Schäferstadt
Der Bahnhof Hungen liegt in der mittelhessischen Stadt Hungen im Landkreis Gießen.
Er gehört zur Bahnstrecke Gießen–Gelnhausen, die auch Lahn-Kinzig-Bahn genannt wird.
Von hier fahren die Regionalzüge in die eine Richtung nach Gießen, in die andere über Nidda in Richtung Gelnhausen.
Der Ort trägt den Beinamen Schäferstadt, weil hier alle zwei Jahre ein großes Schäferfest gefeiert wird.

Wie die Bahn nach Hungen kam
Am 29. Dezember 1869 wurde der erste Abschnitt von Gießen bis Hungen eröffnet, und damit ging auch der Bahnhof in Betrieb.
Zunächst war Hungen der Endpunkt der jungen Strecke.
Als die Bahn am 29. Juni 1870 bis zum Bahnhof Nidda verlängert wurde, wurde Hungen zum Durchgangsbahnhof.
Von da an fuhren die Züge nicht mehr nur bis Hungen, sondern durch die Stadt hindurch.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Hungen wurde am 29. Dezember 1869 mit dem Abschnitt Gießen–Hungen eröffnet und 1870 zum Durchgangsbahnhof, als die Strecke bis Nidda weiterging.
Von 1903 an war er Knoten der Lahn-Kinzig-Bahn und der Horlofftalbahn; das denkmalgeschützte Empfangsgebäude gehört der Stadt und wurde 2014 saniert.
Auf der stillgelegten Strecke nach Laubach verläuft seit 2010 ein Radweg.
Als Hungen zum Knotenpunkt wurde
Ab 1890 wuchs dem Bahnhof eine zweite Bahn zu, die Horlofftalbahn von Friedberg nach Mücke.
Am 1. Juni 1890 wurde der Abschnitt Hungen–Laubach eröffnet, am 1. Oktober 1897 folgte das Stück von Friedberg nach Hungen.
Ab dem 1. November 1903 konnte man die ganze Strecke von Friedberg nach Mücke durchgehend befahren.
Damit war Hungen zum Knotenpunkt zweier Bahnen geworden, der Lahn-Kinzig-Bahn und der Horlofftalbahn.

Elf Gleise und ein langer Bahnsteig
In seiner größten Ausbaustufe hatte der Bahnhof elf Gleise, die nebeneinander zwischen dem Empfangsgebäude und dem nördlichen Rand des Geländes lagen.
Der Hausbahnsteig an Gleis 1 war 124 Meter lang.
Ein Bahnhof dieser Größe zeigt, wie viel Verkehr hier einmal zusammenlief.
Heute reichen für den Personenverkehr wenige Gleise, der Rest ist längst zurückgebaut.

Das Empfangsgebäude von 1869
Das Empfangsgebäude wurde 1869 mit der Eröffnung der Strecke errichtet.
Schon 1870 kam ein Anbau nach Westen hinzu, weitere Nebengebäude folgten 1870 und 1897.
Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz und gehört der Stadt Hungen.
Nach längeren Planungen wurde die Sanierung des Empfangsgebäudes im Jahr 2014 abgeschlossen.

Vom Gleis zum Radweg
Auf dem Abschnitt Hungen–Laubach endete der Personenverkehr schon am 31. Mai 1959.
Der Güterverkehr hielt sich bis Ende 1997, danach wurde die Strecke 1999 stillgelegt.
Um das Jahr 2007 wurden die Gleise abgebaut.
Im Frühjahr 2010 entstand auf der alten Bahntrasse ein Radweg, auf dem man heute dort fährt, wo früher die Züge rollten.

Die Schäferstadt und ihr Fest
Hungen wird die Schäferstadt genannt, und dieser Name kommt nicht von ungefähr.
Alle zwei Jahre feiert die Stadt ein großes Schäferfest, das viele Gäste in die Wetterau lockt.
Die Landschaft ringsum ist von Feldern und Weiden geprägt, wie sie zu einer Schäferstadt gehören.
So verbindet der Ort seine bäuerliche Geschichte mit einem Fest, das ihn bekannt gemacht hat.

Was Hungen zu zeigen hat
In der Stadt steht ein Schloss, dessen Geschichte bis in die Zeit der Falkensteiner und der Münzenberger zurückreicht.
Die Stadtkirche birgt einen romanischen Turmteil mit wertvollen Wandmalereien.
Ihr Kirchenschiff wurde zwischen 1596 und 1608 vergrößert.
Rund um den Marktplatz findet man Fachwerkhäuser, die vom Alter der Stadt erzählen.

Ankommen in Hungen
Wer heute in Hungen ankommt, tritt aus einem Bahnhof, der seine große Zeit hinter sich hat und sie doch noch zeigt.
Vom Bahnsteig sind es nur wenige Minuten in die Altstadt mit Schloss und Kirche.
Wer Zeit hat, folgt dem Radweg auf der alten Bahntrasse hinaus in die Felder der Wetterau.
So wird aus einem kurzen Halt ein kleiner Ausflug in die Schäferstadt.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof Hungen eröffnet?
An welcher Strecke liegt Hungen?
Warum war Hungen ein Knotenpunkt?
Was ist aus den alten Strecken geworden?
Warum heißt Hungen die Schäferstadt?
Weiterfahrt
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