Der Bahnhof Hungen, wo elf Gleise zum Radweg wurden

Ortstermin

„Sehr geehrte Fahrgäste, Sie erreichen Hungen, die Schäferstadt an der Lahn-Kinzig-Bahn, Ausstieg in Fahrtrichtung links.“

Der Bahnhof Hungen, wo elf Gleise zum Radweg wurden

→ Ein Ortstermin in Mittelhessen im Landkreis Gießen.

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Kurz gesagt

Der Bahnhof Hungen ging 1869 in Betrieb und wurde bald zum Knotenpunkt von Lahn-Kinzig-Bahn und Horlofftalbahn. In seiner größten Zeit lagen hier elf Gleise nebeneinander, heute führt über eine der alten Strecken ein Radweg.

Wer in Hungen aussteigt, steht vor einem Empfangsgebäude, das älter ist als das Deutsche Reich.

Der Bahnhof wurde 1869 eröffnet und war einmal ein Knoten, an dem sich zwei Bahnen trafen.

Heute ist Hungen ein ruhiger Halt an der Strecke von Gießen nach Gelnhausen, und eine der abgebauten Strecken ist ein Radweg geworden.

Bahnhof Hungen
Foto: Stefan Flöper, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Bahnhof für die Schäferstadt

Der Bahnhof Hungen liegt in der mittelhessischen Stadt Hungen im Landkreis Gießen.

Er gehört zur Bahnstrecke Gießen–Gelnhausen, die auch Lahn-Kinzig-Bahn genannt wird.

Von hier fahren die Regionalzüge in die eine Richtung nach Gießen, in die andere über Nidda in Richtung Gelnhausen.

Der Ort trägt den Beinamen Schäferstadt, weil hier alle zwei Jahre ein großes Schäferfest gefeiert wird.

Bahnhof Hungen 01
Foto: Cherubino, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Wie die Bahn nach Hungen kam

Am 29. Dezember 1869 wurde der erste Abschnitt von Gießen bis Hungen eröffnet, und damit ging auch der Bahnhof in Betrieb.

Zunächst war Hungen der Endpunkt der jungen Strecke.

Als die Bahn am 29. Juni 1870 bis zum Bahnhof Nidda verlängert wurde, wurde Hungen zum Durchgangsbahnhof.

Von da an fuhren die Züge nicht mehr nur bis Hungen, sondern durch die Stadt hindurch.

Bahnhof Hungen 02
Foto: Cherubino, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Der Bahnhof Hungen wurde am 29. Dezember 1869 mit dem Abschnitt Gießen–Hungen eröffnet und 1870 zum Durchgangsbahnhof, als die Strecke bis Nidda weiterging.

Von 1903 an war er Knoten der Lahn-Kinzig-Bahn und der Horlofftalbahn; das denkmalgeschützte Empfangsgebäude gehört der Stadt und wurde 2014 saniert.

Auf der stillgelegten Strecke nach Laubach verläuft seit 2010 ein Radweg.

Als Hungen zum Knotenpunkt wurde

Ab 1890 wuchs dem Bahnhof eine zweite Bahn zu, die Horlofftalbahn von Friedberg nach Mücke.

Am 1. Juni 1890 wurde der Abschnitt Hungen–Laubach eröffnet, am 1. Oktober 1897 folgte das Stück von Friedberg nach Hungen.

Ab dem 1. November 1903 konnte man die ganze Strecke von Friedberg nach Mücke durchgehend befahren.

Damit war Hungen zum Knotenpunkt zweier Bahnen geworden, der Lahn-Kinzig-Bahn und der Horlofftalbahn.

Evangelische Stadtkirche Hungen 11
Foto: Cherubino, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Elf Gleise und ein langer Bahnsteig

In seiner größten Ausbaustufe hatte der Bahnhof elf Gleise, die nebeneinander zwischen dem Empfangsgebäude und dem nördlichen Rand des Geländes lagen.

Der Hausbahnsteig an Gleis 1 war 124 Meter lang.

Ein Bahnhof dieser Größe zeigt, wie viel Verkehr hier einmal zusammenlief.

Heute reichen für den Personenverkehr wenige Gleise, der Rest ist längst zurückgebaut.

Bitzenstraße 34 36 (Hungen) 07
Foto: Cherubino, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Empfangsgebäude von 1869

Das Empfangsgebäude wurde 1869 mit der Eröffnung der Strecke errichtet.

Schon 1870 kam ein Anbau nach Westen hinzu, weitere Nebengebäude folgten 1870 und 1897.

Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz und gehört der Stadt Hungen.

Nach längeren Planungen wurde die Sanierung des Empfangsgebäudes im Jahr 2014 abgeschlossen.

Bitzenstraße 17 (Hungen) 01
Foto: Cherubino, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Vom Gleis zum Radweg

Auf dem Abschnitt Hungen–Laubach endete der Personenverkehr schon am 31. Mai 1959.

Der Güterverkehr hielt sich bis Ende 1997, danach wurde die Strecke 1999 stillgelegt.

Um das Jahr 2007 wurden die Gleise abgebaut.

Im Frühjahr 2010 entstand auf der alten Bahntrasse ein Radweg, auf dem man heute dort fährt, wo früher die Züge rollten.

Bitzenstraße 11 (Hungen) 01
Foto: Cherubino, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Schäferstadt und ihr Fest

Hungen wird die Schäferstadt genannt, und dieser Name kommt nicht von ungefähr.

Alle zwei Jahre feiert die Stadt ein großes Schäferfest, das viele Gäste in die Wetterau lockt.

Die Landschaft ringsum ist von Feldern und Weiden geprägt, wie sie zu einer Schäferstadt gehören.

So verbindet der Ort seine bäuerliche Geschichte mit einem Fest, das ihn bekannt gemacht hat.

Bitzenstraße 11 (Hungen) 02
Foto: Cherubino, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Was Hungen zu zeigen hat

In der Stadt steht ein Schloss, dessen Geschichte bis in die Zeit der Falkensteiner und der Münzenberger zurückreicht.

Die Stadtkirche birgt einen romanischen Turmteil mit wertvollen Wandmalereien.

Ihr Kirchenschiff wurde zwischen 1596 und 1608 vergrößert.

Rund um den Marktplatz findet man Fachwerkhäuser, die vom Alter der Stadt erzählen.

Bitzenstraße 50 (Hungen) 01
Foto: Cherubino, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Hungen

Wer heute in Hungen ankommt, tritt aus einem Bahnhof, der seine große Zeit hinter sich hat und sie doch noch zeigt.

Vom Bahnsteig sind es nur wenige Minuten in die Altstadt mit Schloss und Kirche.

Wer Zeit hat, folgt dem Radweg auf der alten Bahntrasse hinaus in die Felder der Wetterau.

So wird aus einem kurzen Halt ein kleiner Ausflug in die Schäferstadt.

Bitzenstraße 38 (Hungen) 01
Foto: Cherubino, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wann wurde der Bahnhof Hungen eröffnet?
Am 29. Dezember 1869, zusammen mit dem ersten Abschnitt der Bahnstrecke von Gießen nach Hungen. 1870 wurde er zum Durchgangsbahnhof.
An welcher Strecke liegt Hungen?
An der Bahnstrecke Gießen–Gelnhausen, der Lahn-Kinzig-Bahn. Früher zweigte hier auch die Horlofftalbahn nach Friedberg und Mücke ab.
Warum war Hungen ein Knotenpunkt?
Weil sich ab 1903 zwei Bahnen trafen, die Lahn-Kinzig-Bahn und die Horlofftalbahn. In der größten Ausbaustufe hatte der Bahnhof elf Gleise nebeneinander.
Was ist aus den alten Strecken geworden?
Der Personenverkehr nach Laubach endete 1959, die Strecke wurde 1999 stillgelegt und um 2007 abgebaut. Seit 2010 führt dort ein Radweg entlang.
Warum heißt Hungen die Schäferstadt?
Weil die Stadt alle zwei Jahre ein großes Schäferfest feiert. Der Beiname erinnert an die Weidewirtschaft der Region.

Weiterfahrt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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