Der Bahnhof Egeln, eine Nebenbahn und eine Burg im Wasser

Ortstermin

„Nächster Halt Egeln, wo die Bode die Burg umspült und die Nebenbahn Geschichte erzählt.“

Der Bahnhof Egeln, eine Nebenbahn und eine Burg im Wasser

→ Ein Ortstermin in Sachsen-Anhalt.

Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin

Kurz gesagt

Egeln ist eine kleine Stadt in der Egelner Mulde im Salzlandkreis, bekannt für ihre Wasserburg. Der Bahnhof liegt an der Nebenbahn Staßfurt–Blumenberg, auf der seit 2002 kein Personenverkehr mehr stattfindet.

Manche Bahnhöfe stehen am Rand einer großen Geschichte, andere mitten in einer kleinen.

Der Bahnhof Egeln gehört zur zweiten Sorte, denn hier geht es um eine Nebenbahn, eine Burg und eine Mulde voller fruchtbarer Felder.

Dieser Ortstermin führt in eine Stadt, die älter ist als viele große Nachbarn und doch bescheiden geblieben ist.

Bahnhof Egeln
Foto: Vanellus Foto, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Eine Stadt in der Egelner Mulde

Egeln ist eine Stadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Sie gehört zur Verbandsgemeinde Egelner Mulde, die nach der fruchtbaren Niederung rund um die Bode benannt ist.

Die Landschaft ist flach und weit, geprägt von Ackerbau und kleinen Flussläufen.

Egeln liegt am Knotenpunkt der Bundesstraßen 81 und 180 und ist damit gut mit dem Auto erreichbar.

Der Ort wirkt ruhig, fast ländlich, und doch steckt in ihm eine lange Geschichte.

BfEgelnStraße
Foto: Global Fish, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Von Osteregulon zur Stadt

Die Gegend um Egeln war schon in der Altsteinzeit besiedelt, wie Funde in der Bodeniederung zeigen.

Der Ort wurde erstmals im Jahr 941 als „Osteregulon“ in einer Urkunde König Ottos I. genannt.

Damals entstand hier ein Kastell, das die Furt durch die Bode schützen sollte.

An dieser Stelle trafen alte Heerstraßen aus Erfurt, Quedlinburg und Goslar zusammen.

Der Name Egeln geht der Überlieferung nach auf den germanischen Stamm der Angeln zurück.

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Foto: Global Fish, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Der Bahnhof Egeln liegt an der Bahnstrecke Staßfurt–Blumenberg, einer Nebenbahn mit Konzession von 1878.

Der Abschnitt Hecklingen–Egeln ging am 15. September 1880 in Betrieb, der Abschnitt Egeln–Blumenberg im August 1881.

Seit 2002 findet auf der Strecke kein Personenverkehr mehr statt.

Das Wahrzeichen der Stadt ist die Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert mit einem Museum.

Die Nebenbahn nach Blumenberg

Der Bahnhof Egeln liegt an der Bahnstrecke Staßfurt–Blumenberg.

Die Konzession für diese Nebenbahn wurde im November 1878 von Preußen erteilt.

Am 15. September 1880 ging der Abschnitt zwischen Hecklingen und Egeln als preußische Staatsbahn in Betrieb.

Im August 1881 folgte schließlich der Abschnitt von Egeln weiter nach Blumenberg.

Damit war Egeln an das wachsende Eisenbahnnetz zwischen Staßfurt und dem Magdeburger Raum angebunden.

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Foto: Global Fish, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Als der Personenverkehr endete

Die große Zeit der kleinen Strecke ist vorbei.

Auf der Bahnstrecke Staßfurt–Blumenberg findet seit 2002 kein Personenverkehr mehr statt.

Der Bahnhof Egeln ist damit kein regulärer Halt im Reiseverkehr mehr.

Für die Anreise nutzt man heute die Bahnhöfe in den größeren Nachbarstädten und von dort Bus oder Auto.

Der Ort erinnert daran, wie viele Nebenbahnen in Deutschland still geworden sind.

Wasserburg Egeln
Foto: Dguendel, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Wasserburg über dem Burggraben

Das Wahrzeichen von Egeln ist die Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert.

Im 16. Jahrhundert wurde sie mit wesentlichen Umbauten zu einem Renaissanceschloss erweitert.

Der Burggraben ist mit Wasser gefüllt, gespeist vom Hundegraben, der zur Bode hin entwässert.

Heute beherbergt die Burg ein Museum für Vor- und Frühgeschichte sowie für die Stadtgeschichte.

Dazu gibt es eine Freilichtbühne und eine Malschule, sodass die alte Anlage lebendig bleibt.

Wasserburg Egeln Innenhof
Foto: Meleagros, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Kirche, Pfarrhaus und Marktplatz

Rund um den Marktplatz sammeln sich die ältesten Bauten der Stadt.

Die Stadtkirche St. Christophorus wurde erstmals 1206 erwähnt.

Hinter ihr steht ein Pfarrhaus von 1581, das als ältestes evangelisches Pfarrhaus Ostdeutschlands gilt.

Am Markt stehen außerdem das Rathaus von 1897 und die Adlerapotheke aus der Zeit um 1700.

So dicht beieinander erzählt der Stadtkern mehrere Jahrhunderte auf einmal.

Wasserburg Egeln 004
Foto: Wolkenkratzer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Musik in der Egelner Mulde

Egeln ist nicht nur ein Ort alter Steine, sondern auch der Musik.

Alle zwei Jahre findet hier das internationale Chorfestival „Sine musica nulla vita“ statt.

Das Festival geht auf eine Initiative aus dem Jahr 2001 zurück.

Zu den Veranstaltungsorten gehört auch die Freilichtbühne in der Wasserburg.

So verbindet sich das historische Bauwerk regelmäßig mit lebendiger Gegenwart.

Wasserburg Egeln Luftbild
Foto: Gregor Rom, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zwischen Bode und Bundesstraßen

Egeln liegt im fruchtbaren Niederungsteil der Egelner Mulde am Fluss Bode.

Die Lage am Wasser hat die Stadt über die Jahrhunderte geprägt, von der alten Furt bis zum Burggraben.

Heute führen die Bundesstraßen 81 und 180 am Ort vorbei und verbinden ihn mit der Region.

Wer die Landschaft erkunden will, findet rund um Egeln ruhige Wege durch Felder und entlang der Bode.

Die Stadt ist ein guter Ausgangspunkt für kleine Ausflüge in das nördliche Harzvorland.

Wasserburg Egeln Luftbild 2
Foto: Gregor Rom, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Egeln

Wer heute nach Egeln möchte, reist meist über die größeren Bahnhöfe der Umgebung an und fährt die letzte Strecke mit Bus oder Auto.

Vom Ortskern aus sind es nur wenige Schritte bis zur Wasserburg mit ihrem gefüllten Graben.

Rund um den Markt lohnt der Blick auf Kirche, Pfarrhaus und Rathaus.

Egeln ist ein Ziel für alle, die stille Kleinstädte mit großer Vergangenheit mögen.

Der Ortstermin endet an der Burg, dort, wo die Geschichte der Stadt ihren Anfang nahm.

Wasserburg Egeln Luftbild 3
Foto: Gregor Rom, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Halten in Egeln noch Personenzüge?
Nein, auf der Bahnstrecke Staßfurt–Blumenberg findet seit 2002 kein Personenverkehr mehr statt; die Anreise erfolgt über die Nachbarstädte.
Seit wann ist Egeln an die Bahn angeschlossen?
Der Abschnitt Hecklingen–Egeln ging am 15. September 1880 in Betrieb, ein Jahr später folgte die Fortsetzung nach Blumenberg.
Was ist das Wahrzeichen von Egeln?
Die Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert, die im 16. Jahrhundert zu einem Renaissanceschloss umgebaut wurde und heute ein Museum beherbergt.
Wie alt ist die Stadt Egeln?
Der Ort wurde im Jahr 941 als „Osteregulon“ in einer Urkunde König Ottos I. erstmals erwähnt.
Was gibt es rund um den Marktplatz zu sehen?
Die Stadtkirche St. Christophorus von 1206, ein Pfarrhaus von 1581, das Rathaus von 1897 und die Adlerapotheke aus der Zeit um 1700.

Weiterfahrt

→ Der Bahnhof Staßfurt, Halt in der Wiege des Kalibergbaus – die Salzstadt an der Bode südlich von Egeln

→ Ortstermin: Magdeburg Hauptbahnhof – die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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