Ortstermin
„Nächster Halt Egeln, wo die Bode die Burg umspült und die Nebenbahn Geschichte erzählt.“
Der Bahnhof Egeln, eine Nebenbahn und eine Burg im Wasser
→ Ein Ortstermin in Sachsen-Anhalt.
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Kurz gesagt
Egeln ist eine kleine Stadt in der Egelner Mulde im Salzlandkreis, bekannt für ihre Wasserburg. Der Bahnhof liegt an der Nebenbahn Staßfurt–Blumenberg, auf der seit 2002 kein Personenverkehr mehr stattfindet.
Manche Bahnhöfe stehen am Rand einer großen Geschichte, andere mitten in einer kleinen.
Der Bahnhof Egeln gehört zur zweiten Sorte, denn hier geht es um eine Nebenbahn, eine Burg und eine Mulde voller fruchtbarer Felder.
Dieser Ortstermin führt in eine Stadt, die älter ist als viele große Nachbarn und doch bescheiden geblieben ist.

Eine Stadt in der Egelner Mulde
Egeln ist eine Stadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.
Sie gehört zur Verbandsgemeinde Egelner Mulde, die nach der fruchtbaren Niederung rund um die Bode benannt ist.
Die Landschaft ist flach und weit, geprägt von Ackerbau und kleinen Flussläufen.
Egeln liegt am Knotenpunkt der Bundesstraßen 81 und 180 und ist damit gut mit dem Auto erreichbar.
Der Ort wirkt ruhig, fast ländlich, und doch steckt in ihm eine lange Geschichte.

Von Osteregulon zur Stadt
Die Gegend um Egeln war schon in der Altsteinzeit besiedelt, wie Funde in der Bodeniederung zeigen.
Der Ort wurde erstmals im Jahr 941 als „Osteregulon“ in einer Urkunde König Ottos I. genannt.
Damals entstand hier ein Kastell, das die Furt durch die Bode schützen sollte.
An dieser Stelle trafen alte Heerstraßen aus Erfurt, Quedlinburg und Goslar zusammen.
Der Name Egeln geht der Überlieferung nach auf den germanischen Stamm der Angeln zurück.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Egeln liegt an der Bahnstrecke Staßfurt–Blumenberg, einer Nebenbahn mit Konzession von 1878.
Der Abschnitt Hecklingen–Egeln ging am 15. September 1880 in Betrieb, der Abschnitt Egeln–Blumenberg im August 1881.
Seit 2002 findet auf der Strecke kein Personenverkehr mehr statt.
Das Wahrzeichen der Stadt ist die Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert mit einem Museum.
Die Nebenbahn nach Blumenberg
Der Bahnhof Egeln liegt an der Bahnstrecke Staßfurt–Blumenberg.
Die Konzession für diese Nebenbahn wurde im November 1878 von Preußen erteilt.
Am 15. September 1880 ging der Abschnitt zwischen Hecklingen und Egeln als preußische Staatsbahn in Betrieb.
Im August 1881 folgte schließlich der Abschnitt von Egeln weiter nach Blumenberg.
Damit war Egeln an das wachsende Eisenbahnnetz zwischen Staßfurt und dem Magdeburger Raum angebunden.

Als der Personenverkehr endete
Die große Zeit der kleinen Strecke ist vorbei.
Auf der Bahnstrecke Staßfurt–Blumenberg findet seit 2002 kein Personenverkehr mehr statt.
Der Bahnhof Egeln ist damit kein regulärer Halt im Reiseverkehr mehr.
Für die Anreise nutzt man heute die Bahnhöfe in den größeren Nachbarstädten und von dort Bus oder Auto.
Der Ort erinnert daran, wie viele Nebenbahnen in Deutschland still geworden sind.

Die Wasserburg über dem Burggraben
Das Wahrzeichen von Egeln ist die Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert.
Im 16. Jahrhundert wurde sie mit wesentlichen Umbauten zu einem Renaissanceschloss erweitert.
Der Burggraben ist mit Wasser gefüllt, gespeist vom Hundegraben, der zur Bode hin entwässert.
Heute beherbergt die Burg ein Museum für Vor- und Frühgeschichte sowie für die Stadtgeschichte.
Dazu gibt es eine Freilichtbühne und eine Malschule, sodass die alte Anlage lebendig bleibt.

Kirche, Pfarrhaus und Marktplatz
Rund um den Marktplatz sammeln sich die ältesten Bauten der Stadt.
Die Stadtkirche St. Christophorus wurde erstmals 1206 erwähnt.
Hinter ihr steht ein Pfarrhaus von 1581, das als ältestes evangelisches Pfarrhaus Ostdeutschlands gilt.
Am Markt stehen außerdem das Rathaus von 1897 und die Adlerapotheke aus der Zeit um 1700.
So dicht beieinander erzählt der Stadtkern mehrere Jahrhunderte auf einmal.

Musik in der Egelner Mulde
Egeln ist nicht nur ein Ort alter Steine, sondern auch der Musik.
Alle zwei Jahre findet hier das internationale Chorfestival „Sine musica nulla vita“ statt.
Das Festival geht auf eine Initiative aus dem Jahr 2001 zurück.
Zu den Veranstaltungsorten gehört auch die Freilichtbühne in der Wasserburg.
So verbindet sich das historische Bauwerk regelmäßig mit lebendiger Gegenwart.

Zwischen Bode und Bundesstraßen
Egeln liegt im fruchtbaren Niederungsteil der Egelner Mulde am Fluss Bode.
Die Lage am Wasser hat die Stadt über die Jahrhunderte geprägt, von der alten Furt bis zum Burggraben.
Heute führen die Bundesstraßen 81 und 180 am Ort vorbei und verbinden ihn mit der Region.
Wer die Landschaft erkunden will, findet rund um Egeln ruhige Wege durch Felder und entlang der Bode.
Die Stadt ist ein guter Ausgangspunkt für kleine Ausflüge in das nördliche Harzvorland.

Ankommen in Egeln
Wer heute nach Egeln möchte, reist meist über die größeren Bahnhöfe der Umgebung an und fährt die letzte Strecke mit Bus oder Auto.
Vom Ortskern aus sind es nur wenige Schritte bis zur Wasserburg mit ihrem gefüllten Graben.
Rund um den Markt lohnt der Blick auf Kirche, Pfarrhaus und Rathaus.
Egeln ist ein Ziel für alle, die stille Kleinstädte mit großer Vergangenheit mögen.
Der Ortstermin endet an der Burg, dort, wo die Geschichte der Stadt ihren Anfang nahm.

Häufige Fragen
Halten in Egeln noch Personenzüge?
Seit wann ist Egeln an die Bahn angeschlossen?
Was ist das Wahrzeichen von Egeln?
Wie alt ist die Stadt Egeln?
Was gibt es rund um den Marktplatz zu sehen?
Weiterfahrt
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