Der Bahnhof Barby, wo die Gleise an der Elbe stiller geworden sind

Ortstermin

„Auf Gleis eins, der Ortstermin in Barby, wo die Elbe breiter geworden ist als der Fahrplan.“

Der Bahnhof Barby, wo die Gleise an der Elbe stiller geworden sind

→ Ein Ortstermin in Sachsen-Anhalt.

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Kurz gesagt

Barby ist eine Kleinstadt an der Elbe im Salzlandkreis, deren Bahnhof an der traditionsreichen Strecke Berlin–Blankenheim liegt. Auf dem Abschnitt bei Barby fahren seit 2004 keine Züge mehr, doch die 757 Meter lange Elbebrücke und die Altstadt erzählen die Geschichte weiter.

Es gibt Bahnhöfe, an denen man den Fahrplan vergisst und stattdessen auf den Fluss schaut.

Der Bahnhof Barby ist so einer, denn er liegt dort, wo die Elbe sich breit und ruhig durch den Salzlandkreis zieht.

Dieser Ortstermin erzählt von einer Kleinstadt, einer großen Brücke und einer Strecke, die einmal von Berlin bis tief in den Westen führte.

Gnadau (Barby) Bahnhofstraße
Foto: Dguendel, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Eine Kleinstadt an der Elbe

Barby ist eine Kleinstadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Die Stadt liegt an der Elbe, nicht weit von der Mündung der Saale entfernt.

In der Regionalplanung ist Barby als Grundzentrum ausgewiesen, also als kleiner Mittelpunkt für die umliegenden Dörfer.

Wer hierher kommt, merkt schnell, dass der Fluss den Takt vorgibt und nicht die große Hektik.

Fähren, Deiche und weite Wiesen gehören hier ebenso zum Bild wie die alten Backsteinhäuser der Altstadt.

BfBarbyGüterschuppen
Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Vom Burgward zur Stadt

Barby wird erstmals in einer Urkunde König Ottos I. vom 23. April 961 erwähnt, damals als „barbogi“.

Der alte Name deutet auf einen Ort an einer waldlosen Flusskrümmung hin, also genau auf die Lage an der Elbe.

In der Urkunde erscheint Barby als Burgward, als Teil einer Linie befestigter Plätze.

Aus dieser Keimzelle wuchs über die Jahrhunderte eine kleine Residenz- und Ackerbürgerstadt.

Noch heute prägen Stadtmauerreste und Türme wie das Prinzeßchen das Bild des alten Kerns.

BfBarbyGleisseite
Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Der Bahnhof Barby liegt an der Bahnstrecke Berlin–Blankenheim, die zwischen 1877 und 1882 als Teil der Kanonenbahn entstand.

Der Abschnitt zwischen Wiesenburg und Barby ist seit 2004 ohne Zugverkehr und inzwischen stillgelegt.

Die Elbebrücke bei Barby ist 757 Meter lang und dient heute auch Fußgängern und Radfahrern.

Reisende nutzen die nahen Halte Gnadau und Sachsendorf an der Strecke Magdeburg–Halle.

Die Kanonenbahn erreicht Barby

Der Bahnhof Barby liegt an der Bahnstrecke Berlin–Blankenheim, die auch Wetzlarer Bahn genannt wird.

Diese Strecke war ursprünglich Teil der sogenannten Kanonenbahn, einer militärisch gedachten Verbindung quer durch das Reich.

Gebaut wurde die Linie zwischen 1877 und 1882, mitten in der großen Zeit des deutschen Eisenbahnbaus.

Im April 1879 ging der Abschnitt vom heutigen Bahnhof Berlin-Grunewald bis Blankenheim zunächst für den Güterverkehr in Betrieb.

Wenige Wochen später, im Mai 1879, folgte auf diesem Abschnitt auch der Personenverkehr.

BfBarbyBstg
Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die große Brücke über die Elbe

Das eindrucksvollste Bauwerk der Strecke bei Barby ist die Elbebrücke.

Sie ist 757 Meter lang und überspannt neben dem Strom auch die weiten Vorländer und die Nuthe.

Errichtet wurde das Bauwerk in den 1870er Jahren, die eisernen Überbauten lieferte die Gutehoffnungshütte in Sterkrade.

Schon beim Bau erhielt die Brücke einen Fußweg, sodass sie nie nur den Zügen allein gehörte.

Heute trägt die Brücke einen Steg für Fußgänger und Radfahrer und ist damit ein beliebtes Ziel für Ausflüge entlang des Elberadwegs.

BfBarbyStwOst
Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Als die Züge seltener wurden

Die große Durchgangsstrecke hat ihre beste Zeit hinter sich.

Der Abschnitt zwischen Wiesenburg und Barby ist seit 2004 ohne Zugverkehr, inzwischen stillgelegt und über weite Strecken abgebaut.

Damit ist der Bahnhof Barby heute kein Halt im regulären Reiseverkehr mehr.

Für Eisenbahnfreunde ist gerade das reizvoll, denn man kann hier dem Nachhall einer einst wichtigen Linie nachspüren.

Der Ort zeigt ehrlich, wie sich das Netz über die Jahrzehnte verändert hat.

BfBarbyStraße
Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Wie Barby heute auf die Schiene kommt

Ganz ohne Bahn ist die Stadt deshalb nicht.

Zum Stadtgebiet gehören die Personenbahnhöfe Gnadau und Sachsendorf an der Bahnstrecke Magdeburg–Leipzig.

Dort halten stündlich Regionalbahnen auf der Verbindung zwischen Magdeburg und Halle.

So erreicht man von Barby aus mit kurzem Weg zu diesen Halten die großen Städte der Region.

Der Fernverkehr fährt weiter westlich und östlich vorbei, doch die Nahverkehrsanbindung bleibt stabil.

BfBarbyStellwerkSW
Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Schloss und die Kirchen

Mitten in der Stadt steht das Schloss Barby, der frühere Sitz der örtlichen Herrschaft.

Dazu kommen gleich mehrere alte Kirchen, darunter die St.-Marien-Kirche und die St.-Johannis-Kirche.

Auch die kleine Kapelle St. Georgii gehört zu den Bauten, die vom Alter der Stadt erzählen.

Wer durch die Gassen geht, stößt immer wieder auf Reste der Stadtmauer und auf die alten Wachtürme.

Diese Dichte an Baudenkmälern ist für eine Stadt dieser Größe bemerkenswert.

BfBarbyTorbogen
Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Fähren, Kino und Feste

Weil die Elbe hier keine Brücke für den Straßenverkehr hat, spielen Fähren eine große Rolle.

Eine Gierseilfähre verbindet Barby mit dem anderen Ufer, und gleich mehrere Fähren lassen sich zu einer Rundtour verbinden.

In der Stadt gibt es außerdem das Cinema Barby, ein Kino in einem Gebäude von 1912.

Nach Jahren des Leerstands ist das Kino seit September 2021 wieder in Betrieb und wird von einem Verein getragen.

Im Schlosspark finden im Sommer Freiluftaufführungen statt, sodass die Stadt auch kulturell nicht stillsteht.

BfBarbyVorplatz
Foto: Global Fish, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Barby

Wer heute nach Barby reist, steigt am besten an einem der Halte an der Strecke Magdeburg–Halle aus und nimmt den kurzen Weg in die Stadt.

Vom alten Bahnhofsgelände aus lohnt der Spaziergang zur Elbebrücke, die den Ort weithin sichtbar überragt.

Von dort führt der Elberadweg in beide Richtungen am Wasser entlang.

Barby ist ein Ziel für alle, die stille Flusslandschaften und die Spuren einer großen Bahngeschichte mögen.

Der Ortstermin endet dort, wo er begann, nämlich am breiten, ruhigen Strom.

Sachsendorf (Barby), Blick zum Bahnhof
Foto: Dguendel, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Halten in Barby heute noch Personenzüge?
Am Bahnhof Barby selbst nicht mehr, denn der Streckenabschnitt ist seit 2004 ohne Zugverkehr; die Stadt nutzt die nahen Halte Gnadau und Sachsendorf an der Strecke Magdeburg–Halle.
Zu welcher Bahnstrecke gehört der Bahnhof?
Er liegt an der Bahnstrecke Berlin–Blankenheim, die auch Wetzlarer Bahn heißt und Teil der sogenannten Kanonenbahn war.
Was hat es mit der großen Brücke auf sich?
Die Elbebrücke bei Barby ist 757 Meter lang, stammt aus den 1870er Jahren und trägt heute einen Steg für Fußgänger und Radfahrer.
Seit wann gibt es Barby?
Barby wird erstmals in einer Urkunde König Ottos I. vom 23. April 961 als „barbogi“ erwähnt.
Was kann man in Barby besichtigen?
Sehenswert sind das Schloss, die St.-Marien-Kirche und die St.-Johannis-Kirche, Reste der Stadtmauer sowie das wiedereröffnete Cinema Barby von 1912.

Weiterfahrt

→ Ortstermin: Magdeburg Hauptbahnhof – die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt an der Elbe

→ Ortstermin: Der Bahnhof Magdeburg – eine Stadt an der Elbe nördlich von Barby

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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