Der Bahnhof Eberswalde, den die Stadt zuerst gar nicht wollte

Ortstermin

„Die Stadtväter wollten die Eisenbahn damals nicht haben, also baute man den Bahnhof einfach in den Wald.“

Der Bahnhof Eberswalde, den die Stadt zuerst gar nicht wollte

→ Ein Ortstermin im Barnim.

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Kurz gesagt

Eberswalde Hauptbahnhof ist der einzige verbliebene Bahnhof der Stadt. Er wurde im Sommer 1842 knapp zwei Kilometer westlich des Zentrums eröffnet, mitten in einem Waldgebiet.

Nordöstlich von Berlin, in einem Tal voller Wälder und Wasser, liegt Eberswalde.

Die Stadt hat eine ungewöhnliche Beziehung zu ihrer Eisenbahn.

Denn am Anfang wollte sie den Bahnhof gar nicht haben.

Eberswalde Bahnhof 1905
Foto: Unknown authorUnknown author, Public domain, via Wikimedia Commons

Eröffnet im Jahr 1842

Der Bahnhof Eberswalde wurde im Sommer 1842 eröffnet.

Damit gehört er zu den frühen Bahnhöfen in Brandenburg.

Er liegt an der Strecke, die von Berlin nach Norden führt.

Bis heute ist er der wichtigste Bahnhof der Stadt.

Eberswalde crater delta ESA
Foto: European Space Agency, CC BY-SA 3.0 igo, via Wikimedia Commons

Nicht in unserer Stadt

Die Stadtväter von Eberswalde wollten die moderne Eisenbahn damals nicht in ihrer Stadt.

Deshalb wurde der Bahnhof weit außerhalb gebaut.

Er entstand knapp zwei Kilometer westlich des Zentrums.

Damals lag dort nur Wald.

Eberswalde crater
Foto: Mtraynier, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Eberswalde Hauptbahnhof ist der historisch wichtigste und einzige verbliebene Bahnhof der Stadt. Er wurde im Sommer 1842 knapp zwei Kilometer westlich des Zentrums in einem Waldgebiet eröffnet, weil die Stadtväter die Eisenbahn nicht in der Stadt wollten.

Heute liegt dort der Stadtteil Westend. In der Nähe steht das Schiffshebewerk Niederfinow, und in Eberswalde fahren Oberleitungsbusse.

Aus Wald wird Westend

Mit der Zeit wuchs die Stadt dem Bahnhof entgegen.

Rund um die Gleise entstanden Häuser und Straßen.

Heute liegt dort der Stadtteil Westend.

Vom einstigen Wald ist kaum noch etwas zu sehen.

Mars Possible Delta Lake Transition in Eberswalde Crater
Foto: Mariagat Włodek Głażewski, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der einzige Bahnhof

Heute ist der Hauptbahnhof der einzige verbliebene Bahnhof im Stadtgebiet.

Hier halten Regionalzüge aus Berlin und in Richtung Norden und Osten.

Viele Pendler nutzen die schnelle Verbindung in die Hauptstadt.

Der Bahnhof ist damit fest im Alltag der Stadt verankert.

Mars Possible Delta Lake Transition in Eberswalde Crater 2
Foto: Mariagat Włodek Głażewski, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Busse mit Oberleitung

Eberswalde hat eine Besonderheit im Nahverkehr.

Hier fahren Busse, die ihren Strom aus einer Oberleitung beziehen.

Solche Oberleitungsbusse gibt es in Deutschland nur noch in wenigen Städten.

Sie verbinden auch den Bahnhof mit der Innenstadt.

Uni Bibliothek Eberswalde 2023 WNW
Foto: Hans G. Oberlack, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Schiffshebewerk

Nicht weit von Eberswalde steht das Schiffshebewerk Niederfinow.

Hier werden Schiffe in einem riesigen Trog nach oben und unten gehoben.

Der alte Stahlbau ist ein technisches Denkmal.

Daneben entstand in jüngerer Zeit ein neues, noch größeres Hebewerk.

Friedrich Ebert Straße 28 Eberswalde 2023 N
Foto: Hans G. Oberlack, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Waldstadt

Eberswalde ist eng mit dem Wald verbunden.

Hier gibt es eine lange Tradition der Forstwissenschaft.

Eine Hochschule beschäftigt sich mit nachhaltiger Entwicklung.

Auch ein beliebter Zoo liegt am Rand der Stadt.

Eberswalde Landstraße 200 lub 2025 01 12
Foto: Lukas Beck, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Ankommen im Barnim

Wer in Eberswalde aussteigt, ist schnell im Grünen.

Wälder, Kanäle und Seen prägen die Landschaft ringsum.

Der Bahnhof verbindet die Stadt in kurzer Zeit mit Berlin.

Und seine Geschichte erzählt von einer Stadt, die ihre Meinung geändert hat.

Eberswalde Brunnenstr 2
Foto: Unknown authorUnknown author, Public domain, via Wikimedia Commons
Eberswalde Kaiser Friedrich Str 01
Foto: Unknown authorUnknown author, Public domain, via Wikimedia Commons

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Kleine Dinge, große Wirkung

Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.

Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.

Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.

In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.

Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.

So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Häufige Fragen

Seit wann gibt es den Bahnhof?
Seit dem Sommer 1842.
Warum liegt er außerhalb des Zentrums?
Die Stadtväter wollten die Eisenbahn damals nicht in ihrer Stadt, also baute man den Bahnhof im Wald.
Was ist heute an dieser Stelle?
Der Stadtteil Westend, der mit der Zeit rund um den Bahnhof entstand.
Was ist ein Oberleitungsbus?
Ein Bus, der seinen Strom aus einer Oberleitung bezieht, in Deutschland heute selten.
Was ist das Schiffshebewerk Niederfinow?
Eine Anlage in der Nähe, die Schiffe in einem riesigen Trog hebt und senkt.

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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