Ortstermin
„Bitte einsteigen, die Montafonerbahn nach Schruns wartet gegenüber auf Gleis eins.“
Der Bahnhof Bludenz, wo drei Täler beginnen
→ Ein Ortstermin in Vorarlberg.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Bludenz ist der Eisenbahnknoten im Süden Vorarlbergs, wo sich drei Strecken treffen. Von hier beginnt die steile Westrampe der Arlbergbahn hinauf Richtung Tirol.
Wer in Bludenz aus dem Zug steigt, steht am Eingang zu drei Tälern.
Die Stadt im Walgau zählt knapp fünfzehntausend Einwohner und nennt sich seit einigen Jahren selbstbewusst Alpenstadt.
Ihr Bahnhof ist weit mehr als ein Halt, er ist ein Knoten, an dem sich Strecken aus drei Richtungen verflechten.

Ein Knoten am Eingang der drei Täler
Bludenz liegt dort, wo der Walgau endet und sich Klostertal, Montafon und Brandnertal öffnen.
Diese Lage hat die Stadt zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt im Süden Vorarlbergs gemacht.
Schon vor der Eisenbahn war der Ort ein Durchgang für alle, die über den Arlberg nach Tirol wollten.
Heute bündelt der Bahnhof die Wege, die sich hinter der Stadt in die Berge verzweigen.

Der Bahnhof seit 1872
Der Bahnhof Bludenz wurde 1872 eröffnet und gehört damit zu den älteren Stationen des Landes.
Er liegt auf 558 Metern Höhe und war von Anfang an als Durchgangsbahnhof angelegt.
Mit dem Bau der Arlbergbahn wenige Jahre später wuchs seine Bedeutung über die Region hinaus.
Seitdem ist Bludenz ein Name, den Reisende zwischen Bodensee und Tirol fast zwangsläufig passieren.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Bludenz wurde 1872 eröffnet und liegt auf 558 Metern Höhe.
Hier treffen die Arlbergbahn, die Bahnstrecke Lindau–Bludenz und die 1905 eröffnete Strecke nach Schruns zusammen.
Betrieben wird der Gemeinschaftsbahnhof von den ÖBB und der privaten Montafonerbahn.
Bludenz zählt knapp fünfzehntausend Einwohner und ist Sitz der Bezirkshauptmannschaft.
Wo drei Strecken sich treffen
Im Bahnhof Bludenz laufen drei Bahnstrecken zusammen.
Von Norden kommt die Strecke aus Lindau am Bodensee, von Osten die Arlbergbahn aus Tirol.
Dazu kommt die 1905 eröffnete Bahnstrecke nach Schruns, die bis heute die private Montafonerbahn betreibt.
Alle drei Strecken sind elektrifiziert, sodass der Verkehr ohne Lokwechsel durchläuft.

Die Westrampe der Arlbergbahn
Bludenz ist der Anfangspunkt der Westrampe der Arlbergbahn.
Von hier aus klettert die Strecke durch das Klostertal hinauf zum Arlbergtunnel.
Weil die Steigung lang und anhaltend ist, werden Güterzüge hier oft gekürzt oder mit zusätzlichen Lokomotiven bespannt.
So wird der Bahnhof zu einer Stelle, an der sich die Züge für den Berg vorbereiten.

Ein Gemeinschaftsbahnhof zweier Bahnen
Der Bahnhof wird gemeinsam von den Österreichischen Bundesbahnen und der Montafonerbahn betrieben.
Dieses Nebeneinander von Staatsbahn und Privatbahn ist in Österreich nicht selbstverständlich.
Auf dem Rangierbahnhof der Stadt werden außerdem Güterzüge aufgelöst und neu gebildet.
Wer genau hinschaut, erkennt an den Fahrzeugen, welche der beiden Bahnen gerade unterwegs ist.

Durch das Obere Tor in die Altstadt
Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten bis zur gut erhaltenen Stadtbefestigung.
Das Obere Tor ist das Wahrzeichen der Altstadt und beherbergt heute das Stadtmuseum.
In den engen Gassen dahinter reihen sich Bürgerhäuser, Cafés und kleine Läden.
Die Altstadt ist überschaubar und lässt sich bequem zu Fuß erkunden.

Bier, Kultur und die Remise
Bludenz ist auch als Bierstadt bekannt, die Brauerei Fohrenburg prägt den Ort seit Langem.
In der alten Schreinerei des Brauereisitzes zeigt ein Brauereimuseum historische Flaschen und Werbemotive.
Das 1998 eröffnete Kulturzentrum Remise bietet das ganze Jahr über Konzerte, Kabarett und Lesungen.
Damit hat die kleine Stadt ein kulturelles Angebot, das weit über die Region hinaus wahrgenommen wird.

Die Alpenstadt und ihre Täler
Seit dem frühen 21. Jahrhundert wirbt Bludenz mit dem Prädikat Alpenstadt.
Der Titel passt, denn von keinem anderen Vorarlberger Bahnhof aus sind so viele Bergtäler so schnell erreichbar.
Das Montafon ist über die Montafonerbahn direkt angebunden, Klostertal und Brandnertal liegen gleich nebenan.
So wird der Bahnhof im Winter wie im Sommer zum Ausgangspunkt für Ausflüge in die Alpen.

Ankommen in Bludenz
Ankommen in Bludenz heißt, zwischen Bodensee und Arlberg eine natürliche Pause einzulegen.
Der Bahnhof nimmt Reisende aus drei Richtungen auf und verteilt sie in ebenso viele Täler.
Wer Zeit hat, geht die kurze Strecke zum Oberen Tor und sieht sich die Alpenstadt von innen an.
Und wer weiterfährt, spürt schon beim Anrollen, dass hinter der Stadt die Berge beginnen.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof Bludenz eröffnet?
Welche Strecken treffen in Bludenz zusammen?
Wer betreibt den Bahnhof Bludenz?
Warum ist Bludenz für die Arlbergbahn wichtig?
Was lohnt sich in der Stadt Bludenz?
Weiterfahrt
→ Der Bahnhof Feldkirch, Grenzknoten im Dreiländereck – Feldkirch mit seiner Schattenburg liegt eine Viertelstunde talauswärts.
→ Der Bahnhof Bregenz, Halt am Ufer des Bodensees – Bregenz am Bodensee ist der nächste größere Knoten im Norden.
