Bordrestaurant im ICE: Wie eine Küche bei 250 km/h funktioniert

Ich verstehe nur Bahnhof · Das Wörterbuch · Begriff 023

„Das Bordrestaurant bleibt heute leider geschlossen“

Bordrestaurant

→ Übersetzt: Eine Küche bei 250 Stundenkilometern. Manchmal.

Lesezeit: 5 Minuten · Bahnhof & Reise

Die 30-Sekunden-Antwort

Im ICE gibt es einen eigenen Wagen mit Küche.

Das Bordrestaurant hat Tische zum Sitzen, das Bordbistro nur einen Tresen.

Bestellen kannst du auch am Platz.

Fällt der Service aus, liegt es fast immer am fehlenden Personal.

Einen Anspruch auf Essen im Zug hast du nicht.

Ein Speisewagen ist ein Wirtshaus auf Reisen: mit Herd und Zapfhahn, aber ohne festen Boden unter den Füßen.

Vier Stunden Fahrt.

Du freust dich auf eine warme Suppe im Speisewagen.

Dann kommt die Durchsage.

Das Bordrestaurant bleibt heute geschlossen.

Der Wagen ist da.

Die Küche ist da.

Das Essen wäre auch da.

Trotzdem bleibt die Tür zu.

Der Grund dafür ist immer derselbe.

Und er hat mit einer einzelnen Person zu tun.

Dazu gleich mehr.

Weisse Kaffeetasse auf einem Tisch am Zugfenster, draussen zieht die Landschaft vorbei
Symbolbild, mit KI erstellt.

Restaurant oder Bistro?

Die beiden Begriffe meinen nicht dasselbe.

Das Bordrestaurant hat einen eigenen Bereich mit Tischen.

Dort wird serviert wie in einem Lokal.

Das Bordbistro ist kleiner.

Es gibt einen Tresen zum Anstehen und ein paar Stehplätze.

Welche Variante dein Zug hat, hängt von der Baureihe ab.

In der Auskunft steht es beim Zug dabei.

In der ersten Klasse kannst du am Platz bestellen.

Das Personal bringt dir die Bestellung an den Sitz.

Im Regionalverkehr gibt es das alles nicht.

Dort höchstens einen Automaten am Bahnsteig.

Früher rollte in vielen Zügen noch ein Wagen durch die Gänge.

Diesen Service gibt es heute kaum noch.

Auch das ist eine Frage des Personals.

Der Wagen braucht eine eigene Person.

Wie kocht man in einem fahrenden Zug?

Mit sehr viel Planung und wenig Platz.

Die Küche auf Schienen

Kein offenes Feuer

Gekocht wird elektrisch. Vieles wird vorgegart angeliefert und im Zug nur fertig zubereitet.

Alles muss festsitzen

Geschirr und Geräte sind gesichert. Bei einer Bremsung darf nichts durch den Wagen fliegen.

Nachschub nur am Halt

Der Wagen wird an bestimmten Bahnhöfen beladen. Ist etwas alle, bleibt es alle.

Deshalb ist die Karte oft kürzer als gedruckt.

Auf langen Strecken sind beliebte Gerichte früh vergriffen.

Die Currywurst ist dabei Legende.

Sie gilt als meistverkauftes Gericht auf deutschen Schienen.

Warum dort so viel schiefgeht, zeigt dieses Video.

Es schaut hinter den Tresen.

Video: „Frust im Speisewagen“ von Martin U. Müller.

Was es kostet und wie du zahlst

Günstig ist das Essen im Zug nicht.

Du zahlst deutlich mehr als im Supermarkt am Bahnhof.

Dafür bekommst du warmes Essen bei voller Fahrt.

Das relativiert den Preis ein wenig.

Bezahlt wird bargeldlos.

In vielen Zügen werden Scheine gar nicht mehr angenommen.

Du kannst auch am Sitzplatz bestellen.

In der App gibst du deine Wagen- und Platznummer an.

Das lohnt sich besonders in vollen Zügen.

Du musst dich nicht durch fünf Wagen kämpfen.

Warum es so oft geschlossen ist

Jetzt die Auflösung vom Anfang.

Ein Bordrestaurant braucht ausgebildetes Personal.

Meist arbeiten dort nur zwei Menschen.

Fällt eine Person krank aus, bleibt der Wagen zu.

Ersatz für einen Zug zu finden, der schon fährt, ist praktisch unmöglich.

Der Beruf ist anspruchsvoll.

Man arbeitet in einem schwankenden Wagen und ist tagelang unterwegs.

Entsprechend schwer sind die Stellen zu besetzen.

Genau daran scheitert der Service häufig.

Ein Anspruch auf Verpflegung besteht übrigens nicht.

Ein geschlossenes Bistro ist kein Grund für eine Erstattung.

Anders sieht es bei großer Verspätung aus.

Dann gehören Getränke und Snacks zu deinen Fahrgastrechten.

Wo steht der Wagen?

Der Speisewagen liegt fast immer zwischen erster und zweiter Klasse.

Er ist die Grenze zwischen den Welten.

Die genaue Nummer verrät dir die Wagenreihung vor der Einfahrt.

Ein Tipp für volle Züge: Im Bordrestaurant darfst du auch ohne Reservierung sitzen.

Du solltest dann aber etwas bestellen.

Was du sonst tun kannst

Ist das Bistro geschlossen, hilft nur Vorsorge.

Am Bahnhof gibt es fast immer etwas, im Zug nicht immer.

Eigenes Essen ist ausdrücklich erlaubt.

Nur stark riechende Speisen sind unter Mitreisenden nicht beliebt.

Und Alkohol kann das Personal im Einzelfall untersagen.

Und wenn du Glück hast, kommt der Servicewagen durch den Zug.

Er ersetzt das Bistro nicht, rettet aber den Kaffee.

Wann du besser vorher einkaufst

Das Bordrestaurant hat feste Zeiten.

Es öffnet meist mit Abfahrt und schließt vor dem Ziel.

Auf kurzen Abschnitten lohnt sich der Weg deshalb kaum.

Zu Stoßzeiten ist jeder Tisch besetzt.

Dann bekommst du zwar etwas, aber im Stehen.

Bei Personalmangel bleibt es ganz geschlossen.

Das erfährst du erst im Zug.

Wer auf eine warme Mahlzeit angewiesen ist, plant besser anders.

Am Bahnhof gibt es fast immer eine Alternative.

Und mitgebrachtes Essen ist im Zug ausdrücklich erlaubt.

Nur riechen sollte es nicht zu stark.

Was das Bordrestaurant kostet und wie du zahlst

Die Preise liegen ungefähr auf dem Niveau eines Autobahnrasthofs.

Ein warmes Gericht kostet meist zwischen zehn und zwanzig Euro.

Kaffee und Kuchen deutlich weniger.

Bezahlt wird bargeldlos.

Karte und Handy funktionieren, Bargeld wird in vielen Zügen gar nicht mehr angenommen.

In der ersten Klasse gibt es den Service am Platz.

Du bestellst und bekommst es gebracht.

Ein Tipp: Die Karte findest du vorab online.

So weißt du schon vor dem Einsteigen, ob sich der Weg lohnt.

Warum der Wagen so oft geschlossen bleibt

Der häufigste Grund ist Personalmangel.

Für den Betrieb braucht es geschultes Personal, das den ganzen Tag im Zug bleibt.

Der zweite Grund ist Technik.

Fällt die Kühlung oder der Herd aus, bleibt der Wagen zu.

Der dritte Grund ist der Zug selbst.

Wenn ein Ersatzzug fährt, hat er oft gar kein Bordrestaurant.

Deshalb steht in der App bei jeder Fahrt, ob ein Bordrestaurant dabei ist.

Verlass dich trotzdem nicht darauf.

Eine Flasche Wasser im Rucksack hat noch nie geschadet.

Alle Fragen zum Thema

Was ist der Unterschied zwischen Bordrestaurant und Bordbistro?

Das Bordrestaurant hat einen eigenen Speisewagen mit Tischen und Bedienung. Das Bordbistro ist ein Tresen zum Anstehen. In neueren ICE gibt es beides in einem Wagen.

Gibt es auch etwas ohne Fleisch?

Ja, auf jeder Karte steht mindestens ein vegetarisches Gericht. Vegane Optionen gibt es meist auch. Bei Allergien hilft die Zutatenliste, nach der du fragen kannst.

Kann ich am Platz bestellen?

In der ersten Klasse ja, dort ist der Service am Sitz üblich. In der zweiten Klasse musst du selbst hingehen. Auf manchen Strecken kommt ein Trolley durch den Zug.

Darf ich mein eigenes Essen mitbringen?

Ja, überall im Zug. Es gibt keine Vorschrift dagegen. Nur im Bordrestaurant selbst wird erwartet, dass du dort auch etwas bestellst.

Wo im Zug steht der Wagen?

Meist zwischen der ersten und zweiten Klasse. Im ICE trägt er häufig eine Wagennummer, die mit drei beginnt. Die Wagenreihung in der App zeigt es genau.

Wie kocht man in einem fahrenden Zug?

Mit Induktions- und Umluftgeräten, die fest verschraubt sind. Vieles wird vorgegart angeliefert und im Zug fertiggestellt. Offene Flammen gibt es aus Sicherheitsgründen nicht.

Gibt es ein Bordrestaurant auch im IC?

Meistens ja, oft als Bordbistro. In einigen Doppelstock-IC gibt es nur einen Automaten oder gar nichts. Prüfe es vorher in der Verbindungsauskunft.

Bekomme ich Geld zurück, wenn es geschlossen ist?

Nein, das Bordrestaurant ist keine zugesicherte Leistung deines Tickets. Es gehört zum Service und nicht zur Beförderung. Ein Erstattungsanspruch besteht nicht.

Kann ich dort auch einfach nur sitzen?

Nicht dauerhaft. Die Plätze sind für Gäste gedacht. Wenn der Zug voll ist und du etwas bestellst, ist es aber ein guter Rückzugsort.

Der Chefübersetzer sagt

„Eine warme Küche bei Tempo 250 ist eine technische Meisterleistung.

Sie scheitert regelmäßig an einer Erkältung.“

Das heißt für dich am Gleis

1. Verlass dich nie fest auf den Speisewagen.

Etwas Proviant im Rucksack rettet lange Fahrten.

2. Warme Gerichte lieber früh bestellen.

Spät am Abend ist die Küche oft leer.

3. Bei großer Verspätung nach Getränken fragen.

Ab einer Stunde stehen sie dir zu.

Weiterfahrt

Wagenreihung – Begriff 003 im Wörterbuch

Ruhebereich – Begriff 021

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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