Bahnstromsystem

Ich verstehe nur Bahnhof · Das Wörterbuch · Begriff 241

„Die Fahrleitung führt 15.000 Volt bei 16,7 Hertz.“

Bahnstromsystem

→ Übersetzt: Die Bahn hat ihr eigenes Stromnetz, mit eigener Frequenz und eigenen Kraftwerken.

Lesezeit: 9 Minuten · Zug & Technik

Die 30-Sekunden-Antwort

Deutschland betreibt für die Eisenbahn ein eigenes Stromnetz mit 15.000 Volt und 16,7 Hertz. Diese ungewöhnliche Frequenz stammt aus der Frühzeit der Elektrifizierung und hat sich bis heute gehalten. Das Bahnstromnetz ist weitgehend unabhängig vom öffentlichen Netz und verfügt über eigene Leitungen und Umformer. Diese Eigenständigkeit macht den Bahnbetrieb robuster gegen allgemeine Stromausfälle.

Aus der Steckdose kommen 230 Volt bei 50 Hertz.

In der Oberleitung hängen 15.000 Volt bei 16,7 Hertz.

Diese Frequenz gibt es sonst praktisch nirgends.

Sie wirkt willkürlich und ist historisch gewachsen.

Die Bahn betreibt dafür ein eigenes Stromnetz.

Mit eigenen Leitungen, Kraftwerken und Umformern.

Ein Parallelnetz, das kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Ein Umspannwerk mit Transformatoren und Isolatoren neben einer Bahnstrecke
Ein komplettes Stromnetz, das nur einem einzigen Kunden dient. Symbolbild, mit KI erstellt.

Woher die ungewöhnliche Frequenz kommt

Die Elektrifizierung begann Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts.

Damals gab es noch keine leistungsfähige Leistungselektronik.

Die verwendeten Motoren funktionierten bei 50 Hertz schlecht.

Bei niedrigerer Frequenz liefen sie deutlich besser.

Man wählte deshalb ein Drittel der Netzfrequenz.

Daraus ergaben sich rund 16,7 Hertz.

Diese Entscheidung prägt das System bis heute.

Warum sie bis heute geblieben ist

Moderne Fahrzeuge könnten längst mit 50 Hertz fahren.

Ein Umbau würde aber das gesamte Netz betreffen.

Alle Umspannwerke und Leitungen müssten ersetzt werden.

Auch tausende Fahrzeuge wären davon betroffen.

Der Nutzen stünde in keinem Verhältnis zu den Kosten.

Deshalb bleibt Deutschland bei seinem alten System.

Österreich, die Schweiz und Skandinavien ebenfalls.

Bahnstrom gegen Haushaltsstrom

SPANNUNG 15.000 statt 230 Volt

Die hohe Spannung reduziert Verluste über lange Leitungswege deutlich.

FREQUENZ 16,7 statt 50 Hertz

Ein historisches Erbe aus der Frühzeit der elektrischen Bahnen.

NETZ weitgehend eigenständig

Eigene Leitungen, eigene Kraftwerke und eigene Umformerwerke.

ROBUSTHEIT ein echter Vorteil

Ein allgemeiner Stromausfall legt den Bahnbetrieb nicht automatisch lahm.

Ein Blackout im öffentlichen Netz stoppt die Bahn nicht zwangsläufig.

Wie das eigene Netz aufgebaut ist

Die Bahn besitzt eigene Hochspannungsleitungen quer durchs Land.

Sie transportieren den Strom zu den Umspannwerken.

Von dort geht es in die Oberleitung der Strecken.

Ein Teil des Stroms stammt aus eigenen Kraftwerken.

Der Rest wird über Umformer aus dem öffentlichen Netz bezogen.

Diese Umformer wandeln 50 Hertz in 16,7 Hertz um.

Sie sind das technische Bindeglied zwischen beiden Welten.

Warum die Eigenständigkeit ein Vorteil ist

Ein Stromausfall im öffentlichen Netz trifft die Bahn nicht sofort.

Eigene Kraftwerke können den Betrieb zunächst aufrechterhalten.

Das macht das System deutlich krisenfester.

Gleichzeitig kann die Bahn Lastspitzen selbst steuern.

Auch die Beschaffung von Ökostrom wird dadurch einfacher.

Die Bahn kann direkt eigene Lieferverträge abschließen.

Video: „16,7 Hertz, Zick-Zack und 15.000 Volt: Das Nervensystem der Bahn-Oberleitung“ vom Kanal Bahnstrom Wissen.

„Die Fahrleitung führt 15.000 Volt bei 16,7 Hertz.“

→ Übersetzt: Ein Stromnetz, das mit deiner Steckdose fast nichts gemeinsam hat.

Wie es andere Länder machen

Frankreich und Großbritannien nutzen 25.000 Volt bei 50 Hertz.

Dieses System ist moderner und braucht keine Umformer.

Neue Elektrifizierungen weltweit setzen fast immer darauf.

Italien und die Niederlande fahren dagegen mit Gleichstrom.

Gleichstrom braucht deutlich mehr Umspannwerke.

Dafür ist die Fahrzeugtechnik etwas einfacher.

Jedes System hat also seine eigene Logik.

Was der Ökostrom-Anteil bedeutet

Die Bahn kauft zunehmend Strom aus erneuerbaren Quellen.

Eigene Verträge mit Wind- und Wasserkraftwerken existieren bereits.

Ziel ist ein vollständig erneuerbarer Bahnstrom.

Damit wäre der Zug nahezu klimaneutral unterwegs.

Genau darin liegt ein großes Argument für die Schiene.

Kein anderes Verkehrsmittel kann das so direkt umsetzen.

Was bei einem Ausfall im Bahnstromnetz passiert

Auch das Bahnstromnetz kann gestört werden.

Dann fallen ganze Streckenabschnitte gleichzeitig aus.

Solche Ereignisse sind selten, aber sehr wirkungsvoll.

Ein einzelnes defektes Umspannwerk reicht dafür aus.

Deshalb sind wichtige Anlagen mehrfach abgesichert.

Ersatzeinspeisungen können den Ausfall meist auffangen.

Für Reisende bleibt das dann völlig unbemerkt.

Genau diese Redundanz macht das System so verlässlich.

Sie kostet allerdings viel Geld im laufenden Unterhalt.

Ein Preis, den kaum ein Fahrgast je bemerkt.

Warum Bahnstrom eigene Kraftwerke hat

Die Bahn betreibt eigene Kraftwerke und eigene Leitungen.

So bleibt der Zugverkehr auch bei Problemen im normalen Netz stabil.

Woher der Bahnstrom kommt

Die Bahn hat ein eigenes Stromnetz mit eigenen Kraftwerken.

Ein Teil stammt aus eigenen Wasserkraft- und Windanlagen.

Ein weiterer Teil wird über Umrichterwerke aus dem öffentlichen Netz umgewandelt.

Dazu kommen langfristige Lieferverträge, unter anderem für Ökostrom.

Der Anteil erneuerbarer Energien liegt inzwischen deutlich über sechzig Prozent und soll weiter steigen.

Warum die Bahn ein eigenes Netz hat

Es hat historische und technische Gründe.

Als die Elektrifizierung begann, gab es noch kein flächendeckendes öffentliches Netz.

Die damals verfügbaren Motoren liefen mit niedriger Frequenz besser.

Deshalb entstand ein eigenes System mit sechzehn Komma sieben Hertz.

Heute wäre eine Umstellung technisch möglich, aber viel zu teuer. Also bleibt das eigene Netz bestehen.

Alle Fragen zum Thema

Welche Spannung hat der Bahnstrom in Deutschland?

Fünfzehntausend Volt bei sechzehn Komma sieben Hertz. Dieses System nutzen auch Österreich, die Schweiz, Schweden und Norwegen. Andere Länder haben andere Werte.

Warum sechzehn Komma sieben Hertz?

Weil die frühen Bahnmotoren mit niedriger Frequenz besser liefen. Der Wert ist ein Drittel der üblichen fünfzig Hertz. Er stammt aus den Anfängen der Elektrifizierung.

Hat die Bahn ein eigenes Stromnetz?

Ja, mit eigenen Leitungen, Umrichterwerken und Kraftwerken. Es ist vom öffentlichen Netz weitgehend getrennt. So bleibt der Zugverkehr auch bei Störungen dort stabil.

Woher kommt der Strom?

Aus eigenen Wasser- und Windkraftanlagen, aus Umrichterwerken und aus Lieferverträgen. Der Anteil erneuerbarer Energien liegt über sechzig Prozent. Der Fernverkehr fährt bilanziell mit hundert Prozent Ökostrom.

Was ist ein Umrichterwerk?

Eine Anlage, die Strom aus dem öffentlichen Netz in Bahnstrom umwandelt. Sie ändert Frequenz und Spannung. Ohne sie ließe sich das öffentliche Netz nicht nutzen.

Wie viel Strom verbraucht die Bahn?

In Deutschland rund zehn Terawattstunden im Jahr. Das sind etwa zwei Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Damit wird ein großer Teil des Verkehrs bewegt.

Was ist ein Unterwerk?

Eine Anlage, die den Bahnstrom in die Oberleitung einspeist. Sie steht in Abständen entlang der Strecke. Fällt sie aus, ist ein ganzer Abschnitt ohne Strom.

Was ist eine Schutzstrecke?

Ein kurzer stromloser Abschnitt zwischen zwei Speisebereichen. Der Zug rollt mit Schwung hindurch. Dabei fällt die Bordversorgung für Sekunden aus.

Könnte man auf das eigene Netz verzichten?

Technisch ja, praktisch nicht. Alle Fahrzeuge und die gesamte Infrastruktur müssten umgebaut werden. Die Kosten wären unverhältnismäßig hoch.

Der Chefübersetzer sagt

„Das Bahnstromnetz ist ein komplettes Parallelsystem mit eigener Frequenz, eigenen Leitungen und eigenen Kraftwerken. Es existiert nur, weil vor über hundert Jahren die Motoren nicht anders wollten. Heute ist genau diese Eigenständigkeit ein echter Vorteil.“

Das heißt für dich am Gleis

1. Verstehe die Oberleitung als Teil eines komplett eigenen Stromnetzes.

2. Rechne bei einem allgemeinen Stromausfall nicht automatisch mit Zugausfall.

3. Beachte, dass Fahrzeuge für andere Länder zusätzliche Technik brauchen.

4. Sieh den hohen Ökostromanteil als starkes Argument für die Bahnreise.

Weiterfahrt

Oberleitung

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CO2-Bilanz der Bahn

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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