Zahlen, bitte!
„Sehr geehrte Reisende, vor diesem Bahnsteig stand einst eine Dampflok, von der genau 105 Stück gebaut wurden.“
Wie viele Loks der Baureihe 23 wurden gebaut?
→ Eine Dampflok-Baureihe in Zahlen.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!
Kurz gesagt
Von der Baureihe 23 der Deutschen Bundesbahn wurden genau 105 Lokomotiven gebaut. Die Neubau-Dampflok entstand zwischen 1950 und 1959 und trug die Nummern 23 001 bis 23 105. Sie war für Personen- und leichte Schnellzüge gedacht und sollte alte Länderbahn-Loks wie die preußische P 8 ersetzen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg brauchte die junge Bundesbahn frische Personenzugloks.
Viele vorhandene Maschinen waren schlicht zu alt und zu schwach geworden.
Die Antwort war eine neue Dampflok, deren Stückzahl sich genau benennen lässt.

Die wichtigsten Zahlen
105
gebaute Loks
Nummern 23 001 bis 23 105
1950–1959
Baujahre
Neubau in Westdeutschland
110 km/h
Höchstgeschwindigkeit
vorwärts; rückwärts 85 km/h
4
Hersteller
Henschel, Jung, Krupp und Esslingen
1C1
Achsfolge
Lauf-, drei Treib- und eine Laufachse
P 8
sollte sie ersetzen
die alte preußische Personenzuglok
Quellen: deutschsprachige Wikipedia „DB-Baureihe 23″. Stückzahl und Herstellerangaben stammen aus dem Artikel.
Die große Zahl
Von der Baureihe 23 wurden genau 105 Lokomotiven gebaut.
Sie entstanden in den Jahren 1950 bis 1959.
Damit ist die Baureihe eine überschaubare, aber bedeutende Serie.
Sie gehört zu den letzten neu gebauten Personenzug-Dampfloks der Bundesbahn.

Eine Lok nach dem Krieg
In Westdeutschland fehlten nach 1945 leistungsfähige Personenzugloks.
Viele Maschinen stammten noch aus der Zeit der Länderbahnen.
Sie waren oft schon rund vierzig Jahre alt und verschlissen.
Die neue Baureihe 23 sollte diese Lücke schließen.
Gut zu wissen
Von der Baureihe 23 der Deutschen Bundesbahn wurden zwischen 1950 und 1959 genau 105 Lokomotiven mit den Nummern 23 001 bis 23 105 gebaut.
Die Schlepptenderlok mit der Achsfolge 1C1 zog Personen- und leichte Schnellzüge und sollte alte Länderbahn-Loks wie die preußische P 8 ersetzen.
Die Nummern 23 001 bis 23 105
Jede Lok der Serie bekam eine fortlaufende Betriebsnummer.
Sie reichten von 23 001 bis 23 105.
An dieser Spanne lässt sich die Stückzahl direkt ablesen.
Fahrzeugfreunde kennen manche dieser Nummern bis heute.
Wer sie baute
Die 105 Loks wurden von vier verschiedenen Herstellern gefertigt.
Die größte Zahl lieferte die Lokomotivfabrik Jung.
Dazu kamen Maschinen von Henschel, Krupp und aus Esslingen.
Solche Aufteilungen waren beim Lokbau jener Jahre üblich.
Wofür sie gebaut war
Die Baureihe 23 zog vor allem Personen- und leichte Schnellzüge.
Sie war für den Dienst auf Haupt- und Nebenbahnen gedacht.
Ihre Größe lag zwischen den schweren Schnellzug- und den kleinen Lokaltypen.
Damit war sie vielseitig im ganzen Streckennetz einsetzbar.
Die preußische P 8 als Maßstab
Als Vorbild und zugleich zu ersetzende Lok galt die preußische P 8.
Diese Maschine hatte den Personenverkehr jahrzehntelang getragen.
Die Baureihe 23 sollte ihre Aufgaben moderner und wirtschaftlicher erfüllen.
So stand die neue Lok in einer langen Tradition.
Technik mit Schlepptender
Die Baureihe 23 ist eine Schlepptenderlok.
Hinter der Lok läuft ein eigener Wagen für Kohle und Wasser.
Ihre Achsfolge wird als 1C1 beschrieben.
Das bedeutet eine Laufachse, drei Treibachsen und wieder eine Laufachse.
Wie schnell sie fuhr
Vorwärts erreichte die Lok bis zu 110 Kilometer in der Stunde.
Rückwärts war sie auf 85 Kilometer in der Stunde begrenzt.
Für Personen- und leichte Schnellzüge war das völlig ausreichend.
Im Alltag kam es ohnehin mehr auf Zuverlässigkeit als auf Spitzentempo an.
Ein kurzes Bauprogramm
Die Fertigung erstreckte sich nur über rund ein Jahrzehnt.
Schon in den 1950er Jahren zeichnete sich das Ende der Dampfzeit ab.
Diesel- und Elektroloks galten als sauberer und einfacher im Betrieb.
Deshalb blieb die Stückzahl der Baureihe 23 begrenzt.
Das Ende der Dampfzeit
Nach und nach verdrängten neue Antriebe die Dampfloks.
Auch die vergleichsweise junge Baureihe 23 schied früh aus dem Dienst.
Einzelne Maschinen blieben als Museumsloks erhalten.
So lässt sich diese letzte Dampflok-Generation bis heute erleben.
Was die Zahl bedeutet
105 Loks sind eine kleine Zahl für eine ganze Baureihe.
Doch sie markieren einen Wendepunkt in der Geschichte der Bundesbahn.
Mit ihnen endete der Neubau von Personenzug-Dampfloks.
Die Zahl, die bleibt, ist einfach: 105 Maschinen der Baureihe 23.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
