Zahlen, bitte!
„Sehr geehrte Reisende, Sie erreichen Frankfurt am Main Hauptbahnhof, einen der größten Kopfbahnhöfe Europas.“
Wie viele Gleise hat der Frankfurter Hauptbahnhof?
→ Ein Bahnhof in Zahlen.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!
Kurz gesagt
Der Frankfurter Hauptbahnhof hat 24 oberirdische Bahnsteiggleise, durchnummeriert von 1 bis 24, dazu ein kurzes Gleis 1a. Unter der Halle liegen noch vier Gleise der S-Bahn. Damit zählt der 1888 eröffnete Kopfbahnhof zu den größten seiner Art in Europa.
Wer in Frankfurt am Main ankommt, steht oft zuerst in einer riesigen Halle aus Eisen und Glas.
Vor ihm liegen die Gleise dicht nebeneinander, so weit das Auge reicht.
Doch wie viele sind es genau, und warum enden sie alle an einem Prellbock?

Die wichtigsten Zahlen
24 (+ 1a)
oberirdische Bahnsteiggleise
Gleise 1 bis 24 und ein kurzes Gleis 1a
≈ 493.000
Reisende pro Tag
zweitstärkst frequentierter Fernbahnhof Deutschlands, 2019
≈ 1170
Züge an Spitzentagen
die den Kopfbahnhof passieren
Quelle: deutschsprachige Wikipedia, Artikel „Frankfurt (Main) Hauptbahnhof“. Stand 2026.
Die große Zahl
Der Frankfurter Hauptbahnhof hat 24 oberirdische Bahnsteiggleise.
Sie sind schlicht von 1 bis 24 durchnummeriert und liegen nebeneinander in den großen Hallen.
Dazu kommt ein kurzes Gleis mit der Nummer 1a, sodass oft von 25 Gleisen die Rede ist.
Unter der Halle verläuft außerdem ein viergleisiger S-Bahnhof.
Zählt man diese vier Gleise hinzu, kommt der Bahnhof in der Summe auf fast dreißig Bahnsteiggleise.
Die große, sichtbare Zahl bleibt aber die 24 über der Erde.

Warum alle Gleise hier enden
Der Frankfurter Hauptbahnhof ist ein Kopfbahnhof.
Das bedeutet, dass alle Gleise an einer Seite an einem Prellbock enden.
Ein Zug fährt also an derselben Stelle wieder hinaus, an der er hereingekommen ist.
Verbunden werden die Gleisenden durch einen breiten Querbahnsteig quer zu allen Gleisen.
Über diesen Querbahnsteig gelangen die Reisenden von einem Gleis zum nächsten.
So wird aus zwei Dutzend Sackgassen ein einziger, gut begehbarer Bahnhof.
Gut zu wissen
Der Frankfurter Hauptbahnhof hat 24 oberirdische Bahnsteiggleise (Gleise 1 bis 24 und ein Gleis 1a) sowie einen viergleisigen S-Bahnhof unter der Halle; er wurde 1888 als Centralbahnhof eröffnet.
Mit rund 493.000 Reisenden und Besuchern pro Tag war er 2019 der Bahnhof mit dem zweitgrößten Aufkommen in Deutschland, hinter dem Hamburger Hauptbahnhof.
Von 18 auf 24 Gleise
Geplant war der Bahnhof einmal noch viel größer.
In einem frühen Entwurf sollte er sogar 34 Bahnsteiggleise bekommen.
Wegen der riesigen Ausmaße entschied man sich dann für eine kleinere Variante mit 18 Gleisen.
Im Jahr 1924 wurde der Bahnhof um zwei äußere Hallen erweitert.
Dadurch stieg die Gleiszahl auf 25, nämlich die Gleise 1 bis 24 und ein Gleis 1a.
Seitdem ist die sichtbare Zahl der Bahnsteiggleise im Kern gleich geblieben.
Die Hallen aus Eisen und Glas
Die Gleise liegen unter mehreren großen Bahnsteighallen.
Zunächst waren es drei Hallen, die je drei Bahnsteige mit sechs Gleisen überspannten.
Ihr Tonnengewölbe aus Eisen und Glas ragt rund 28 Meter in die Höhe.
1924 kamen zwei weitere, äußere Hallen im neoklassizistischen Stil hinzu.
Heute spannen sich fünf solcher Hallen über die Gleise.
Zwischen 2002 und 2006 wurden ihre denkmalgeschützten Dächer im laufenden Betrieb erneuert.
1888 als Centralbahnhof eröffnet
Eröffnet wurde der Bahnhof im Jahr 1888.
Damals trug er den Namen Centralbahnhof Frankfurt.
Er ersetzte drei ältere Kopfbahnhöfe, die bis dahin nebeneinander lagen.
Dadurch wurde der Zugverkehr der Stadt an einem einzigen großen Ort gebündelt.
Schon damit gehörte er zu den größten Bahnhöfen seiner Zeit.
Bis heute zählt die Deutsche Bahn ihn zu den Bahnhöfen der höchsten Preisklasse.
Fast eine halbe Million Menschen am Tag
Durch den Bahnhof strömen täglich sehr viele Menschen.
Für das Jahr 2019 nennt die Statistik rund 493.000 Reisende und Besucher pro Tag.
Damit hatte der Bahnhof das zweitgrößte Aufkommen in ganz Deutschland.
Nur der Hamburger Hauptbahnhof zählt noch mehr Reisende.
Unter den reinen Fernbahnhöfen liegt Frankfurt damit auf dem zweiten Platz.
Die Zahl zeigt, wie zentral der Bahnhof für das ganze Land ist.
1170 Züge an einem Spitzentag
Nicht nur die Reisenden, auch die Züge sind zahlreich.
An Spitzentagen passieren rund 1170 Züge den Kopfbahnhof.
Das sind im Schnitt deutlich mehr als ein Zug pro Minute über den Tag verteilt.
Fernzüge, Regionalzüge und S-Bahnen teilen sich die Gleise.
Die Deutsche Bahn nennt den Bahnhof deshalb ihre wichtigste Verkehrsdrehscheibe.
Zugleich gelten der Bahnhof und seine Zulaufstrecken offiziell als überlasteter Schienenweg.
Was unter der Halle liegt
Unter den großen Hallen verbirgt sich ein zweiter Bahnhof.
Dort liegt ein viergleisiger Tiefbahnhof für die S-Bahn.
Noch eine Ebene tiefer halten die Züge der U-Bahn.
So ist der Fernverkehr oben mit dem Nahverkehr der Stadt eng verknüpft.
Wer ankommt, kann ohne langen Weg in die S-Bahn oder U-Bahn umsteigen.
Der Bahnhof ist damit weit mehr als nur seine 24 sichtbaren Gleise.
Der Querbahnsteig als Marktplatz
Der Querbahnsteig ist das Herz des Bahnhofs.
Er verbindet die Enden aller Bahnsteige zu einer breiten Halle.
Hier treffen die Reisenden aus allen Richtungen aufeinander.
Geschäfte, Anzeigetafeln und Treffpunkte reihen sich entlang dieser Achse.
Sieben gläserne Pavillons lösten bei einem Umbau die alte Bebauung ab.
So wirkt der Querbahnsteig heute wie ein überdachter Marktplatz mit Gleisanschluss.
Warum ein Kopfbahnhof Zeit kostet
Ein Kopfbahnhof hat einen bekannten Nachteil.
Jeder durchfahrende Zug muss hier die Fahrtrichtung wechseln.
Oft muss dafür die Lokomotive ans andere Ende gesetzt oder der Führerstand gewechselt werden.
Das kostet Minuten, die sich über den Tag summieren.
Deshalb wird seit Langem über einen Fernbahntunnel unter dem Bahnhof nachgedacht.
Er soll die Fernzüge künftig durchfahren lassen, ohne dass sie wenden müssen.
Im Vergleich mit anderen Riesen
Mit 24 Gleisen gehört Frankfurt zu den größten Kopfbahnhöfen Europas.
Der Münchner Hauptbahnhof hat mit rund 32 Gleisen allerdings noch mehr.
Der Leipziger Hauptbahnhof gilt nach seiner Grundfläche als größter Bahnhof Europas.
Der Hamburger Hauptbahnhof hat deutlich weniger Gleise, aber die meisten Reisenden.
Jeder dieser Bahnhöfe ist auf seine Weise ein Rekordhalter.
Frankfurt punktet mit seinen weiten Hallen und seiner zentralen Lage im Netz.
Was die Zahl 24 erzählt
Die Zahl 24 steht für mehr als nur Gleise aus Stahl.
Sie erzählt von einer Stadt, die früh zum Knotenpunkt des deutschen Verkehrs wurde.
Jedes Gleis ist ein fester Faden im dichten Netz der Bahn.
An ihren Enden beginnt und endet täglich die Reise für Hunderttausende.
So wird aus einer nüchternen Zahl ein Bild vom Leben im Bahnhof.
Genau deshalb lohnt der zweite Blick auf die scheinbar simple Frage nach den Gleisen.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
