Zahlen, bitte!
„Auf Gleis eins die Nerobergbahn auf den Neroberg, bitte einsteigen, das Wasser ist eingefüllt.“
Wie viel Wasser braucht die Nerobergbahn für eine Bergfahrt?
→ Eine Bergbahn in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Nerobergbahn in Wiesbaden füllt für jede Fahrt bis zu 7000 Liter Wasser in den oberen Wagen. Dessen Gewicht zieht den unteren Wagen den Berg hinauf, ganz ohne Strom.
Die Nerobergbahn in Wiesbaden ist eine echte Rarität.
Sie fährt nicht mit Strom oder Dampf, sondern mit Wasser.
Doch wie viel Wasser braucht sie für eine einzige Fahrt?

Die wichtigsten Zahlen
7000 l
Wasser je Fahrt
im Tank des Bergwagens
438 m
Streckenlänge
83 Meter Höhenunterschied
1888
Baujahr
letzte ihrer Art in Deutschland
Für jede Fahrt werden bis zu 7000 Liter Wasser in den oberen Wagen gefüllt, der so den unteren hinaufzieht.
Bis zu 7000 Liter Wasser
Für jede Fahrt füllt die Nerobergbahn Wasser in den oberen Wagen.
In dessen Tank passen bis zu 7000 Liter.
Das ist so viel wie in rund 47 volle Badewannen.
Das Gewicht dieses Wassers treibt die ganze Bahn an.
Mehr als diese Wasserladung braucht die Bahn nicht.

Wie der Wasserantrieb funktioniert
Der Antrieb der Bahn beruht allein auf der Schwerkraft.
Der obere Wagen wird an der Bergstation mit Wasser gefüllt.
Dadurch wird er schwerer als der untere Wagen.
Beim Hinabrollen zieht er den unteren Wagen am Seil nach oben.
Unten angekommen, lässt der schwere Wagen sein Wasser wieder ab.
Gut zu wissen
Die Nerobergbahn ist die letzte Wasserlast-Bergbahn Deutschlands und steht als technisches Kulturdenkmal unter Schutz.
Ihr Wasser wird nach jeder Fahrt wieder hinauf gepumpt, sodass der Antrieb praktisch im Kreislauf arbeitet.
So viel, wie es Fahrgäste braucht
Wie viel Wasser nötig ist, hängt von den Fahrgästen ab.
Die Talstation meldet dazu die Zahl der wartenden Passagiere.
Je mehr Menschen unten einsteigen, desto mehr Wasser kommt oben hinein.
So bleibt das Verhältnis der Gewichte immer im Gleichgewicht.
Die Bahn passt ihren Wasserbedarf also jeder Fahrt neu an.
438 Meter den Neroberg hinauf
Die Strecke der Nerobergbahn ist 438 Meter lang.
Sie führt vom Nerotal hinauf auf den Neroberg.
Dabei überwindet sie einen Höhenunterschied von 83 Metern.
Die durchschnittliche Steigung beträgt rund 190 Promille.
Für eine so kurze Strecke ist das ein kräftiger Anstieg.
Wasserlast und Zahnstange
Die Nerobergbahn ist eine Wasserlast- und Zahnstangenbahn zugleich.
Das Wasser sorgt für den Antrieb der beiden Wagen.
Zusätzlich liegt in der Mitte des Gleises eine Zahnstange.
In sie greift ein Zahnrad der Wagen zur Sicherheit ein.
So ist die Bahn auch am steilen Hang gegen Abrutschen gesichert.
Gebaut im Jahr 1888
Errichtet wurde die Nerobergbahn im Jahr 1888.
Schon 1886 hatte ein Unternehmer aus Baden-Baden die Konzession beantragt.
Seitdem fährt die Bahn fast unverändert auf ihrer alten Strecke.
Generationen von Wiesbadenern sind mit ihr auf den Berg gefahren.
Damit gehört sie zu den ältesten Bergbahnen des Landes.
Die letzte ihrer Art
Früher gab es mehrere Bahnen mit Wasserantrieb in Deutschland.
Heute ist die Nerobergbahn die letzte ihrer Art im Land.
Kein anderer Betrieb nutzt dieses Prinzip noch im Alltag.
Das macht die Bahn zu einem technischen Unikat.
Viele Besucher kommen allein wegen dieser Besonderheit.
Ein technisches Kulturdenkmal
Wegen ihrer einzigartigen Technik steht die Bahn unter Denkmalschutz.
Sie gilt als technisches Kulturdenkmal des Landes Hessen.
Anlage und Wagen müssen deshalb erhalten bleiben.
Jede Reparatur erfolgt mit großer Rücksicht auf das Original.
So bleibt ein Stück Technikgeschichte lebendig.
Erneuert im Jahr 1962
Im Jahr 1962 wurde die Bahn gründlich überholt.
Die Ballasttanks für das Wasser wurden damals saniert.
Zugleich erhielten die Wagen neue Aufbauten.
So konnte die alte Technik weiter zuverlässig arbeiten.
Bis heute profitiert die Bahn von dieser sorgfältigen Pflege.
Wer die Bahn betreibt
Betrieben und gepflegt wird die Nerobergbahn von der ESWE Verkehrsgesellschaft.
Jedes Jahr nutzen sie mehr als 250.000 Fahrgäste.
Rund 80 Prozent von ihnen sind Touristen.
Die Bahn ist damit eine der großen Attraktionen Wiesbadens.
Für die Stadt ist sie ein wertvolles Aushängeschild.
Umweltfreundlich ganz ohne Strom
Die Nerobergbahn kommt vollständig ohne Motor und Strom aus.
Ihren Antrieb liefert allein das Wasser und die Schwerkraft.
Das Wasser wird zudem im Kreislauf wieder nach oben gepumpt.
So fährt die Bahn auf überraschend umweltfreundliche Weise.
Schon vor über hundert Jahren war das eine clevere Idee.
Was die 7000 Liter bedeuten
Bis zu 7000 Liter Wasser klingen nach einer gewaltigen Menge.
Doch genau dieses Gewicht ersetzt hier jeden Motor.
Aus einer einfachen Idee wird so ein zuverlässiger Antrieb.
Die Bahn beweist, dass Technik auch ganz ohne Strom funktioniert.
Gerade das macht die große Zahl so erstaunlich.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
