Stimmt es, dass der ICE zuerst InterCityExperimental hieß?

Stimmt es, dass …?

„Bitte zurückbleiben: Hier rollt der Versuchszug an, aus dem der ganze ICE wurde.“

Stimmt es, dass der ICE zuerst InterCityExperimental hieß?

→ Ein Technik-Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Der erste ICE war tatsächlich ein Versuchszug, der ab 1985 als InterCityExperimental auf die Schiene kam. Die Kurzform ICE/V mit dem V für Versuch setzte sich erst später durch.

Jeder kennt heute den weißen ICE mit dem roten Streifen.

Doch bevor der erste Serienzug fuhr, brauchte die Bahn ein rollendes Labor auf Rädern.

Dieses Labor trug einen sperrigen Namen, der später zum Kürzel ICE wurde.

ICE V heute
Foto: Hreinecke, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

1985

26. November

erste öffentliche Vorstellung mit Rekordfahrt

406,9 km/h

1. Mai 1988

Weltrekord bei Gemünden am Main

2000

1. Januar

Ausmusterung nach rund 1,2 Millionen Kilometern

Der Versuchszug lief von 1985 bis zur Jahrtausendwende und sammelte Erfahrung für die Serie.

Was der Mythos behauptet

Der Mythos sagt, der ICE habe ganz am Anfang anders geheißen.

Angeblich lautete sein erster Name InterCityExperimental.

Erst danach sei daraus die bekannte Abkürzung ICE geworden.

Viele halten das für eine nette Legende aus der Eisenbahnwelt.

Tatsächlich steckt dahinter ein echtes Stück deutscher Technikgeschichte.

DB BR 410 002, ICE V (ICExperimental) (DE) München, Deutsches Verkehrsmu
Foto: HintenRum, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Ein Zug als rollendes Labor

Ende der 1970er Jahre begann die Deutsche Bundesbahn ein großes Hochgeschwindigkeitsprojekt.

Dafür entstand zwischen 1983 und 1985 ein einziger Versuchszug.

Am 19. März 1985 übergab die Firma Krupp in Essen den ersten Triebkopf.

Im September 1985 war der komplette fünfteilige Zug zusammengestellt.

Er diente nicht dem Fahrgastverkehr, sondern dem Messen und Ausprobieren.

Jede Fahrt lieferte Daten über Rad, Schiene, Bremsen und Aerodynamik.

Gut zu wissen

Den Namen Intercity-Experimental bekam der Zug schon am 6. September 1982, also lange bevor er überhaupt fertig gebaut war.

Den Weltrekord von 406,9 km/h hielt er bis Dezember 1989, als ihn ein französischer Hochgeschwindigkeitszug überbot.

Woher der Name wirklich kommt

Während der Planung hieß das Fahrzeug noch nüchtern R/S-VD.

Das stand für Rad/Schiene-Versuchs- und Demonstrationsfahrzeug.

Am 6. September 1982 erhielt es den Namen Intercity-Experimental.

Aus den Anfangsbuchstaben dieses Namens wurde das Kürzel ICE.

Der Begriff InterCityExperimental war also wirklich der erste Name.

Die Rekordfahrt von 1988

Am 1. Mai 1988 fuhr der Versuchszug in die Geschichtsbücher.

Bei Gemünden am Main erreichte er 406,9 Kilometer pro Stunde.

Das war damals ein Weltrekord für Schienenfahrzeuge.

Die Fahrt lief auf der neuen Strecke zwischen Hannover und Würzburg.

Bis heute ist das der deutsche Rekord für Rad-Schiene-Fahrzeuge.

Nur wenige Monate zuvor war der Zug öffentlich vorgestellt worden.

Vom Einzelstück zur Serie

Der Versuchszug lieferte die Grundlage für den späteren ICE 1.

Anfang 1989 bestellte die Bundesbahn die erste Serie der Baureihe 401.

Damit endete die Hauptaufgabe des InterCityExperimental.

Danach half er noch bei Messfahrten und technischen Abnahmen.

Am 1. Januar 2000 wurde er nach rund 1,2 Millionen Kilometern ausgemustert.

Warum heute ICE/V gesagt wird

Nach dem Start der Serie brauchte man einen Namen zur Unterscheidung.

Der Versuchszug bekam deshalb nachträglich das Kürzel ICE/V.

Das V steht dabei für das Wort Versuch.

Diese Kurzform ist also jünger als der ursprüngliche volle Name.

Wer heute ICE-V sagt, meint genau diesen ersten Erprobungszug.

Technik, die Maßstäbe setzte

Der Zug war für bis zu 350 Kilometer pro Stunde zugelassen.

Mit drei Mittelwagen maß er rund 114 Meter.

Seine Dauerleistung lag bei etwa 7.280 Kilowatt.

Der Bau kostete nach damaligen Angaben rund 77 Millionen D-Mark.

Viele dieser Lösungen wanderten später in die Serienzüge.

Was vom Pionier geblieben ist

Der InterCityExperimental gilt als Urahn der ganzen ICE-Familie.

Ohne seine Messfahrten wäre der schnelle Fernverkehr kaum denkbar.

Alte Fotografien zeigen ihn in der damals neuen Lackierung.

Für viele Fahrgäste begann mit ihm das Zeitalter der Tempozüge.

Sein Name lebt im Kürzel ICE bis heute weiter.

Das Fazit

Die Behauptung stimmt: Der erste ICE hieß InterCityExperimental.

Dieser Name wurde 1982 vergeben und lieferte die drei Buchstaben ICE.

Der Versuchszug fuhr ab 1985 und stellte 1988 einen Weltrekord auf.

Die Kurzform ICE/V mit dem V für Versuch kam erst später dazu.

Aus einem rollenden Labor wurde so der bekannteste Zug Deutschlands.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Häufige Fragen

Hieß der ICE wirklich zuerst InterCityExperimental?
Ja, der erste ICE war ein Versuchszug mit genau diesem Namen, der am 6. September 1982 vergeben wurde.
Wofür steht das V in ICE/V?
Das V steht für Versuch und kam erst auf, als man den Versuchszug von den Serienzügen unterscheiden musste.
Wie schnell war der Versuchszug?
Am 1. Mai 1988 erreichte er 406,9 Kilometer pro Stunde und stellte damit einen Weltrekord für Schienenfahrzeuge auf.
Wo fand die Rekordfahrt statt?
Sie lief auf der Neubaustrecke zwischen Hannover und Würzburg, nahe Gemünden am Main.
Was wurde aus dem Zug?
Er lieferte die Grundlage für den ICE 1 und wurde am 1. Januar 2000 nach rund 1,2 Millionen Kilometern ausgemustert.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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