Stimmt es, dass …?
„Bitte zurückbleiben: Hier rollt der Versuchszug an, aus dem der ganze ICE wurde.“
Stimmt es, dass der ICE zuerst InterCityExperimental hieß?
→ Ein Technik-Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Der erste ICE war tatsächlich ein Versuchszug, der ab 1985 als InterCityExperimental auf die Schiene kam. Die Kurzform ICE/V mit dem V für Versuch setzte sich erst später durch.
Jeder kennt heute den weißen ICE mit dem roten Streifen.
Doch bevor der erste Serienzug fuhr, brauchte die Bahn ein rollendes Labor auf Rädern.
Dieses Labor trug einen sperrigen Namen, der später zum Kürzel ICE wurde.

Die Fakten in Zahlen
1985
26. November
erste öffentliche Vorstellung mit Rekordfahrt
406,9 km/h
1. Mai 1988
Weltrekord bei Gemünden am Main
2000
1. Januar
Ausmusterung nach rund 1,2 Millionen Kilometern
Der Versuchszug lief von 1985 bis zur Jahrtausendwende und sammelte Erfahrung für die Serie.
Was der Mythos behauptet
Der Mythos sagt, der ICE habe ganz am Anfang anders geheißen.
Angeblich lautete sein erster Name InterCityExperimental.
Erst danach sei daraus die bekannte Abkürzung ICE geworden.
Viele halten das für eine nette Legende aus der Eisenbahnwelt.
Tatsächlich steckt dahinter ein echtes Stück deutscher Technikgeschichte.

Ein Zug als rollendes Labor
Ende der 1970er Jahre begann die Deutsche Bundesbahn ein großes Hochgeschwindigkeitsprojekt.
Dafür entstand zwischen 1983 und 1985 ein einziger Versuchszug.
Am 19. März 1985 übergab die Firma Krupp in Essen den ersten Triebkopf.
Im September 1985 war der komplette fünfteilige Zug zusammengestellt.
Er diente nicht dem Fahrgastverkehr, sondern dem Messen und Ausprobieren.
Jede Fahrt lieferte Daten über Rad, Schiene, Bremsen und Aerodynamik.
Gut zu wissen
Den Namen Intercity-Experimental bekam der Zug schon am 6. September 1982, also lange bevor er überhaupt fertig gebaut war.
Den Weltrekord von 406,9 km/h hielt er bis Dezember 1989, als ihn ein französischer Hochgeschwindigkeitszug überbot.
Woher der Name wirklich kommt
Während der Planung hieß das Fahrzeug noch nüchtern R/S-VD.
Das stand für Rad/Schiene-Versuchs- und Demonstrationsfahrzeug.
Am 6. September 1982 erhielt es den Namen Intercity-Experimental.
Aus den Anfangsbuchstaben dieses Namens wurde das Kürzel ICE.
Der Begriff InterCityExperimental war also wirklich der erste Name.
Die Rekordfahrt von 1988
Am 1. Mai 1988 fuhr der Versuchszug in die Geschichtsbücher.
Bei Gemünden am Main erreichte er 406,9 Kilometer pro Stunde.
Das war damals ein Weltrekord für Schienenfahrzeuge.
Die Fahrt lief auf der neuen Strecke zwischen Hannover und Würzburg.
Bis heute ist das der deutsche Rekord für Rad-Schiene-Fahrzeuge.
Nur wenige Monate zuvor war der Zug öffentlich vorgestellt worden.
Vom Einzelstück zur Serie
Der Versuchszug lieferte die Grundlage für den späteren ICE 1.
Anfang 1989 bestellte die Bundesbahn die erste Serie der Baureihe 401.
Damit endete die Hauptaufgabe des InterCityExperimental.
Danach half er noch bei Messfahrten und technischen Abnahmen.
Am 1. Januar 2000 wurde er nach rund 1,2 Millionen Kilometern ausgemustert.
Warum heute ICE/V gesagt wird
Nach dem Start der Serie brauchte man einen Namen zur Unterscheidung.
Der Versuchszug bekam deshalb nachträglich das Kürzel ICE/V.
Das V steht dabei für das Wort Versuch.
Diese Kurzform ist also jünger als der ursprüngliche volle Name.
Wer heute ICE-V sagt, meint genau diesen ersten Erprobungszug.
Technik, die Maßstäbe setzte
Der Zug war für bis zu 350 Kilometer pro Stunde zugelassen.
Mit drei Mittelwagen maß er rund 114 Meter.
Seine Dauerleistung lag bei etwa 7.280 Kilowatt.
Der Bau kostete nach damaligen Angaben rund 77 Millionen D-Mark.
Viele dieser Lösungen wanderten später in die Serienzüge.
Was vom Pionier geblieben ist
Der InterCityExperimental gilt als Urahn der ganzen ICE-Familie.
Ohne seine Messfahrten wäre der schnelle Fernverkehr kaum denkbar.
Alte Fotografien zeigen ihn in der damals neuen Lackierung.
Für viele Fahrgäste begann mit ihm das Zeitalter der Tempozüge.
Sein Name lebt im Kürzel ICE bis heute weiter.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt: Der erste ICE hieß InterCityExperimental.
Dieser Name wurde 1982 vergeben und lieferte die drei Buchstaben ICE.
Der Versuchszug fuhr ab 1985 und stellte 1988 einen Weltrekord auf.
Die Kurzform ICE/V mit dem V für Versuch kam erst später dazu.
Aus einem rollenden Labor wurde so der bekannteste Zug Deutschlands.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
