Zahlen, bitte!
„Sehr geehrte Fahrgäste, dieser Zug fährt jetzt 240 Meter unter den Meeresspiegel.“
Wie tief liegt der tiefste Eisenbahntunnel der Welt?
→ Ein Tunnel in Zahlen.
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Kurz gesagt
Der tiefste Eisenbahntunnel der Welt ist der japanische Seikan-Tunnel. Sein tiefster Punkt liegt 240 Meter unter dem Meeresspiegel und damit tiefer als bei jeder anderen Bahnstrecke der Erde.
Es gibt eine Bahnstrecke, auf der Züge tiefer fahren als überall sonst auf der Welt.
Sie führt nicht durch ein Gebirge, sondern unter dem Meer hindurch.
Der Seikan-Tunnel in Japan verbindet zwei große Inseln und hält bis heute einen besonderen Rekord.

Die wichtigsten Zahlen
240 m
unter dem Meeresspiegel
tiefster Punkt der Strecke
53,85 km
Gesamtlänge
davon 23,3 km unter dem Meer
1988
Eröffnung
nach Jahrzehnten Bauzeit
Der Seikan-Tunnel gilt als die tiefstgelegene Bahnstrecke der Welt.
240 Meter unter dem Meeresspiegel
Der tiefste Punkt des Seikan-Tunnels liegt 240 Meter unter dem Meeresspiegel.
Keine andere Bahnstrecke der Welt führt ihre Züge so tief hinab.
Der Tunnel verläuft dabei rund 100 Meter unter dem Grund des Meeres.
Über den Zügen liegen also erst Gestein und dann noch das volle Wasser der Meerenge.
Deshalb gilt der Seikan-Tunnel als die tiefstgelegene Bahnstrecke der Erde.

Ein Tunnel unter dem Meer
Der Seikan-Tunnel liegt in Japan und unterquert die Tsugaru-Straße.
Diese Meerenge trennt die japanische Hauptinsel Honshu von der nördlichen Insel Hokkaido.
Früher mussten Reisende diese Strecke mit der Fähre zurücklegen.
Fähren aber sind bei den schweren Stürmen der Region gefährlich.
Der Tunnel sollte diese riskante Überfahrt ein für alle Mal ersetzen.
Gut zu wissen
Tief ist nicht gleich tief.
Der Seikan-Tunnel hält den Rekord für den tiefsten Punkt unter dem Meeresspiegel.
Der Gotthard-Basistunnel in der Schweiz liegt zwar unter bis zu 2.300 Meter hohem Fels, sein tiefster Punkt aber bleibt weit über dem Meeresspiegel.
Fast 54 Kilometer lang
Der Seikan-Tunnel ist 53,85 Kilometer lang.
Rund 23,3 Kilometer davon verlaufen unter dem Meeresboden.
Bis 2016 war er damit auch der längste Eisenbahntunnel der Welt.
Dann wurde er vom Gotthard-Basistunnel in der Schweiz überholt, der noch länger ist.
Beim tiefsten Punkt unter dem Meer hält der Seikan-Tunnel seinen Rekord jedoch bis heute.
Jahrzehnte Bauzeit
Geplant wurde der Tunnel schon in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg.
Der eigentliche Bau zog sich dann über mehr als zwei Jahrzehnte hin.
Immer wieder brachen Wassereinbrüche in die Stollen ein und überfluteten die Baustelle.
Am 13. März 1988 wurde der Tunnel schließlich für den Zugverkehr eröffnet.
Der lange Weg bis dahin zeigt, wie schwer das Bauen unter dem Meer wirklich ist.
Vierunddreißig Tote
Der Bau des Seikan-Tunnels forderte 34 Menschenleben.
Sie starben durch Wassereinbrüche, Einstürze und andere Unfälle unter Tage.
Die Arbeit tief unter dem Meer war über Jahre hinweg gefährlich und zehrend.
Jeder Meter musste gegen das ständig drückende Wasser abgesichert werden.
Die Zahl der Opfer gehört zur ehrlichen Bilanz dieses Rekordbauwerks dazu.
Wie man unter dem Meer gräbt
Unter dem Meer kann man keinen Schacht von oben graben.
Die Bauleute trieben deshalb zuerst schmale Erkundungsstollen durch das Gestein.
So fanden sie heraus, wo das Gestein fest und wo es brüchig war.
An den gefährlichen Stellen pressten sie Beton und Dichtmittel in den Fels.
Erst dann wagten sie sich mit dem großen Haupttunnel voran.
Erst Nachtzug, dann Schnellzug
Zunächst fuhren durch den Tunnel vor allem normale Züge und Nachtzüge.
Seit 2016 fährt auch der japanische Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen hindurch.
Dafür musste der Tunnel aufwendig für zwei verschiedene Spurweiten umgebaut werden.
Heute verkürzt er die Reise zwischen den Inseln auf einen Bruchteil der früheren Zeit.
Aus der gefährlichen Fährpassage ist eine schnelle, sichere Bahnfahrt geworden.
Zwei Bahnhöfe tief unter dem Meer
Im Seikan-Tunnel gab es lange zwei Stationen tief unter dem Meer.
Eine davon, Tappi-Kaitei, galt als einer der tiefsten Bahnhöfe der Welt.
Sie diente zugleich als Notausstieg und als kleines Tunnelmuseum.
Mit dem Umbau für den Shinkansen wurden diese Halte für Reisende geschlossen.
Geblieben ist ihre Rolle als Fluchtweg, falls im Tunnel etwas passiert.
Warum so tief unter dem Meer
Die große Tiefe ist kein Selbstzweck.
Der Tunnel muss tief genug liegen, um unter dem Meeresboden festes Gestein zu finden.
Zu nah am Boden wäre das Gestein zu brüchig und das Wasser zu nah.
Also führte man die Strecke bewusst rund 100 Meter unter den Meeresgrund.
So entstand ganz nebenbei der tiefste Punkt, den eine Bahn je erreicht hat.
Was der Rekord erzählt
Die 240 Meter unter dem Meeresspiegel stehen für einen alten Traum.
Man wollte zwei Inseln verbinden, die das Meer über Jahrtausende getrennt hatte.
Der Seikan-Tunnel zeigt, wie weit die Technik dafür gehen kann und muss.
Er ist bis heute das Beispiel für eine Bahn, die unter dem Meer verschwindet.
Wer hindurchfährt, merkt von all dem nichts, außer dass es draußen lange dunkel bleibt.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
