Wie steil war die Malbergbahn in Bad Ems?

Zahlen, bitte!

„Bitte zurückbleiben: Die Malbergbahn klettert mit mehr als einem halben Meter Steigung je Meter auf den Hohen Malberg.“

Wie steil war die Malbergbahn in Bad Ems?

→ Eine historische Bergbahn in Zahlen.

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Kurz gesagt

Die Malbergbahn in Bad Ems überwand eine maximale Steigung von 54,5 Prozent (545 Promille). Auf 520 Metern Länge legte sie dabei 260 Höhenmeter zurück.

Die Malbergbahn im rheinland-pfälzischen Bad Ems gehörte zu den steilsten Bahnen des Landes.

Von 1887 bis 1979 zog sie Kurgäste auf den Hohen Malberg hinauf.

Heute steht sie still, ihre Zahlen aber sind bemerkenswert geblieben.

Bad Ems 06 2008 014
Foto: rs-foto, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Zahlen

545 ‰

maximale Steigung

das sind 54,5 Prozent

520 m

Streckenlänge

auf Meterspur

260 m

Höhenunterschied

bis zum Hohen Malberg

Von der Eröffnung 1887 bis zur Stilllegung 1979 fuhr die Bahn ohne einen einzigen Unfall.

Eine Bahn in der Vergangenheitsform

Die Malbergbahn wird im Imperfekt beschrieben, denn sie fährt seit 1979 nicht mehr.

Sie war eine Standseilbahn und verband den Ort Bad Ems mit einem Hotel auf dem Hohen Malberg.

Zwei Jahre nach der Stilllegung wurde sie 1981 zum technischen Denkmal erklärt.

Ihre Zahlen erzählen bis heute von einer ungewöhnlich steilen Strecke.

2018 Malbergbahn Bad Ems Talstation (01)
Foto: Marion Halft, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

545 Promille Steigung

Die größte Steigung der Malbergbahn lag bei 545 Promille.

Das entspricht 54,5 Prozent, also mehr als einem halben Meter Anstieg je Meter Strecke.

Solche Werte erreichen nur wenige Bahnen überhaupt.

Damit galt die Malbergbahn als eine der steilsten Standseilbahnen, die Deutschland je besaß.

Gut zu wissen

Bad Ems liegt im Welterbe der bedeutenden Kurstädte Europas, zu dessen Kulisse die Bergbahn einst gehörte.

Eine Wasserballastbahn braucht keinen Strom und keinen Verbrennungsmotor, sondern nur Wasser und das Gefälle des Berges.

520 Meter und 260 Höhenmeter

Die Strecke der Malbergbahn war 520 Meter lang.

Auf dieser kurzen Distanz überwand sie einen Höhenunterschied von 260 Metern.

Der Hohe Malberg selbst ist rund 350 Meter hoch.

Fast die Hälfte der Strecke war damit reiner Höhengewinn.

Der Wasserballast als Antrieb

Die Malbergbahn fuhr als Wasserballastbahn und kam ohne Motor aus.

Der obere Wagen wurde mit Wasser beschwert und zog durch sein Übergewicht den unteren Wagen hinauf.

An der Bergstation ließ man das Wasser wieder ab.

So nutzte die Bahn allein die Schwerkraft als Kraftquelle.

Die Riggenbach-Zahnstange

Zwischen den Schienen lag eine Leiterzahnstange nach dem System Riggenbach.

Sie diente als Bremszahnstange und regelte die Fahrgeschwindigkeit.

Bei stehendem Fahrzeug sicherte sie die Wagen gegen Abrollen.

Gerade bei so steilem Gelände war diese Bremse unverzichtbar.

Zweigleisig auf Meterspur

Die Malbergbahn war durchgehend zweigleisig gebaut.

Ihre Spurweite betrug 1000 Millimeter, die sogenannte Meterspur.

Zwei Wagen fuhren einander entgegen und glichen sich aus.

Während der eine hinauffuhr, rollte der andere hinab.

Warum Bad Ems eine Bergbahn wollte

Im Jahr 1872 beschloss die Stadt Bad Ems, auf dem Hohen Malberg ein Hotel zu bauen.

Der Kurort wollte damit ausbleibende Gäste zurückgewinnen.

Um das Hotel bequem zu erreichen, brauchte es eine Bahn.

1885 wurde eigens die Malbergbahn AG gegründet.

Die Eröffnung von 1887

Am 5. Juni 1887 nahm die Malbergbahn feierlich ihren Betrieb auf.

Von Anfang an brachte sie Kurgäste und Ausflügler auf den Berg.

Unweit der Talstation verlief die Lahntalbahn.

So war die Bergbahn an den übrigen Verkehr gut angebunden.

Über 90 Jahre ohne Unfall

Die Malbergbahn fuhr bis zu ihrem letzten Betriebstag ohne einen Unfall.

Mehr als neun Jahrzehnte lang beförderte sie ihre Fahrgäste sicher.

1951 ging die Bahn in den Besitz der Stadtwerke Bad Ems über.

Die alte Technik erwies sich als erstaunlich zuverlässig.

Das Ende im Jahr 1979

1979 stellte der TÜV Rheinland altersbedingt schwere Mängel fest.

Die Stadt sah sich finanziell nicht in der Lage, diese zu beheben.

Daraufhin wurde der Betrieb zunächst vorläufig eingestellt.

Aus der vorläufigen Pause wurde das endgültige Aus.

Technisches Denkmal seit 1981

Am 7. Dezember 1981 wurde die stillgelegte Bahn zum technischen Denkmal erklärt.

Damit stand ihre Technik unter besonderem Schutz.

Die Anlage blieb als Zeugnis früher Bergbahntechnik erhalten.

Ihre steile Trasse ist bis heute im Gelände zu erkennen.

Keine Rückkehr auf die Schiene

Im Juni 2000 beschloss der Rat der Stadt, die Bahn nicht wieder in Betrieb zu nehmen.

2019 entschied der Stadtrat, die Bergstation an einen Investor zu verkaufen.

Eine Wiederinbetriebnahme der historischen Bahn ist damit nicht vorgesehen.

Die Zahlen der Malbergbahn bleiben so ein Stück Verkehrsgeschichte.

Die Kurwaldbahn als Nachfolgerin

Am gegenüberliegenden Ufer der Lahn entstand 1979 die Kurwaldbahn.

Sie übernahm die Aufgabe, Gäste bequem auf die Höhe zu bringen.

So verlor Bad Ems seine Bergbahn und gewann zugleich eine neue.

Beide Bahnen zeigen, wie wichtig der Höhenverkehr für einen Kurort ist.

Was die Steigung bedeutet

Eine Steigung von 54,5 Prozent ist für Schienenfahrzeuge extrem.

Normale Eisenbahnen schaffen oft nur wenige Prozent Steigung.

Nur mit Seil und Zahnstange ließ sich ein so steiler Hang überwinden.

Darin liegt der eigentliche Rekordwert der Malbergbahn.

Eine Bahn für den Kurort

Die Malbergbahn war mehr als ein Verkehrsmittel.

Sie gehörte zum Bild des Kurortes Bad Ems.

Ihre Fahrt auf den Malberg war selbst ein Erlebnis.

Als technisches Denkmal erinnert sie an diese Blütezeit.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Warum Verlässlichkeit so wichtig ist

Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.

Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.

Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.

Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.

Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.

Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.

Häufige Fragen

Wie steil war die Malbergbahn?
Ihre maximale Steigung betrug 545 Promille, also 54,5 Prozent, und zählt zu den höchsten Werten einer deutschen Standseilbahn.
Wie lang war die Strecke?
Die Malbergbahn war 520 Meter lang und überwand dabei einen Höhenunterschied von 260 Metern.
Wie wurde die Bahn angetrieben?
Sie war eine Wasserballastbahn: Der obere Wagen wurde mit Wasser beschwert und zog den unteren Wagen hinauf, ganz ohne Motor.
Von wann bis wann fuhr sie?
Die Malbergbahn fuhr vom 5. Juni 1887 bis 1979, über neunzig Jahre lang und ohne einen Unfall.
Gibt es die Malbergbahn noch?
Der Betrieb wurde 1979 eingestellt, seit 1981 ist sie technisches Denkmal; eine Wiederinbetriebnahme ist nicht geplant.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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