Zahlen, bitte!
„Vorsicht an der Bergstation Oberloschwitz: Die Dresdner Schwebebahn hängt an einer Schiene und zieht am Seil den Hang hinauf.“
Wie lang ist die Dresdner Schwebebahn?
→ Eine Hängebahn in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Dresdner Schwebebahn ist 273,8 Meter lang und damit kurz, aber einzigartig. Sie hängt an einer einzigen Schiene und wird von einem 390 Meter langen Zugseil bewegt.
Nur wenige Minuten von der Dresdner Standseilbahn entfernt hängt eine zweite Bergbahn in der Luft.
Die Schwebebahn verbindet den Körnerplatz mit Oberloschwitz.
Sie ist kurz, aber eine der ungewöhnlichsten Bahnen Deutschlands.

Die wichtigsten Zahlen
273,8 m
Streckenlänge
an einer Schiene hängend
390 m
Länge des Zugseils
38 Millimeter dick
39,9 %
maximale Neigung
im Schnitt 32,18 Prozent
Die reine Bergfahrt dauert nur etwa drei Minuten.
Hängen statt Stehen
Anders als die benachbarte Standseilbahn steht die Schwebebahn nicht auf den Schienen.
Sie ist eine einschienige Hängebahn, deren Wagen unter der Schiene hängen.
Angetrieben wird sie durch ein Seil, nicht durch eigene Motoren.
Damit vereint sie zwei Welten: Hängebahn und Seilbetrieb.

273,8 Meter über Loschwitz
Die Strecke der Schwebebahn ist 273,8 Meter lang.
Sie führt von der Talstation Körnerplatz hinauf zur Bergstation Oberloschwitz.
Damit ist sie deutlich kürzer als die Dresdner Standseilbahn.
Was ihr an Länge fehlt, macht sie durch ihre Bauweise wett.
Gut zu wissen
Die Dresdner Schwebebahn gilt als eine der ältesten Bergschwebebahnen der Welt und ist technisch eng mit der Wuppertaler Schwebebahn verwandt.
Weil die Wagen am Seil hängen und keine eigenen Motoren haben, ähnelt der Betrieb dem einer Standseilbahn in der Luft.
Bis zu 39,9 Prozent Steigung
Die durchschnittliche Neigung der Trasse beträgt 32,18 Prozent.
An der steilsten Stelle sind es 39,9 Prozent.
Das ist für eine Bahn ein beachtlicher Anstieg.
Entsprechend steil hängt die Schiene über dem Hang.
Das Zugseil von 390 Metern
Die Wagen der Dresdner Schwebebahn haben keinen eigenen Antrieb.
Stattdessen zieht sie ein 390 Meter langes Zugseil.
Dieses Seil hat einen Durchmesser von 38 Millimetern.
Damit funktioniert die Schwebebahn im Kern wie eine Standseilbahn, nur hängend.
Keine eigenen Motoren
Im Gegensatz zur Wuppertaler Schwebebahn tragen die Dresdner Wagen keinen Antrieb.
Die Kraft kommt von einer ortsfesten Maschine am Seil.
Das macht die Fahrzeuge leichter und einfacher.
Zugleich verbindet es die Hängebahn mit der Technik der Standseilbahn.
Stützen bis zu 14 Meter
Die Schiene ruht auf einem Gerüst aus Stahlstützen.
Diese Stützen sind bis zu 14 Meter hoch.
Sie stehen mittig zwischen den beiden Fahrprofilen.
So trägt das Gerüst die Bahn sicher über den Hang.
Das System Eugen Langen
Die Schwebebahn wurde nach dem System des Ingenieurs Eugen Langen gebaut.
Nach demselben Prinzip entstand die berühmte Wuppertaler Schwebebahn.
In Dresden ist die Anlage durchgehend zweigleisig ausgeführt.
Das Grundprinzip, die hängende Schiene, verbindet beide Bahnen.
Zwei Monate nach Wuppertal
Die Dresdner Schwebebahn wurde im Mai 1901 eröffnet.
Die Wuppertaler Schwebebahn ging rund zwei Monate früher in Betrieb.
Dresden ist damit nicht die erste Schwebebahn, aber eine der ältesten Bergschwebebahnen.
Beide Bahnen fahren bis heute.
Wagen mit fünf Abteilen
Die Fahrzeuge sind als Abteilwagen mit je fünf Abteilen gebaut.
Die Abteile sind entsprechend der Steigung abgestuft angeordnet.
Sie sind nur von außen zugänglich.
So passt sich der Wagen der schrägen Fahrt an.
Drei Minuten bergauf
Die reine Bergfahrt dauert nur etwa drei Minuten.
Früher fuhr die Bahn regulär im Zehn-Minuten-Takt.
In Spitzenzeiten konnte der Takt verdichtet werden.
Für die kurze Strecke ist das ein zügiger Betrieb.
Von der Straßenbahn zur Schwebebahn
Um 1900 wollte man die Straßenbahnendstellen Loschwitz und Oberloschwitz verbinden.
Loschwitz wurde ab 1895, Oberloschwitz ab 1899 bedient.
1898 erhielt die Elektra AG die Konzession zum Bahnbau.
Daraus entstand die heutige Schwebebahn.
Denkmal und Wahrzeichen
Seit 1975 steht die Dresdner Schwebebahn unter Denkmalschutz.
2007 wurde sie zur Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert.
Damit gilt sie als technisches Baudenkmal von Rang.
Ihre Technik ist bis heute im Einsatz.
Der Bogen am Berg
Für die Talstation ließ sich das ursprünglich geplante Grundstück nicht erwerben.
Deshalb erhielt die anfangs gerade geplante Trasse unten einen Bogen.
Dieser Bogen hat einen Radius von 120 Metern.
So fügte sich die Bahn in die enge Bebauung von Loschwitz.
Zwei Bergbahnen in Loschwitz
Die Schwebebahn und die Standseilbahn liegen nahe beieinander.
Beide erschließen den steilen Elbhang in Dresden.
Zusammen bilden sie ein seltenes Paar historischer Bergbahnen.
Seit der Eingemeindung von Loschwitz 1921 gehören sie zum Dresdner Stadtgebiet.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
