Zahlen, bitte!
„Einsteigen zum Weißen Hirsch: Die Dresdner Standseilbahn zieht seit 1895 den Hang über Loschwitz hinauf.“
Wie lang ist die Standseilbahn in Dresden?
→ Eine Bergbahn in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Dresdner Standseilbahn misst 547 Meter und überwindet dabei rund 95 Höhenmeter. Sie verbindet den Körnerplatz in Loschwitz mit dem Villenviertel Weißer Hirsch.
In Dresden fahren zwei Bergbahnen dicht beieinander den Elbhang hinauf.
Die ältere der beiden ist die Standseilbahn von 1895.
Sie klettert vom Körnerplatz bis hinauf zum Weißen Hirsch.

Die wichtigsten Zahlen
547 m
Streckenlänge
eingleisig
95 m
Höhenunterschied
etwa
29,8 %
maximale Neigung
am steilsten Punkt
Seit Oktober 1895 fährt die Bahn, zuerst mit Dampf, seit 1909 mit Strom.
Dresdens ältere Bergbahn
Dresden besitzt gleich zwei historische Bergbahnen im Stadtteil Loschwitz.
Die Standseilbahn ging 1895 in Betrieb und ist damit die ältere.
Die benachbarte Schwebebahn folgte erst 1901.
Beide werden heute von den Dresdner Verkehrsbetrieben betrieben.

547 Meter den Hang hinauf
Die eingleisige Strecke der Standseilbahn ist 547 Meter lang.
Sie führt vom Körnerplatz unten bis zum Weißen Hirsch oben.
Auf dieser Strecke liegt die Bahn fast durchgehend am Hang.
Für eine Standseilbahn ist das eine ordentliche Länge.
Gut zu wissen
Die Dresdner Standseilbahn und die benachbarte Schwebebahn liegen nur wenige Minuten voneinander entfernt und lassen sich gut an einem Tag erleben.
Die Abtsche Weiche ist nach dem Ingenieur Carl Roman Abt benannt, der viele Bergbahnen der Welt mitprägte.
95 Höhenmeter und 29,8 Prozent
Die Bahn überwindet einen Höhenunterschied von etwa 95 Metern.
Ihre größte Neigung beträgt 29,8 Prozent.
Damit ist sie deutlich flacher als die alte Malbergbahn in Bad Ems.
Dennoch wäre der Hang zu Fuß ein mühsamer Aufstieg.
Meterspur und ein Gleis
Die Standseilbahn fährt auf einer Spurweite von 1000 Millimetern.
Das ist die Meterspur, schmaler als die Normalspur der großen Bahn.
Die Strecke hat nur ein Gleis.
Nur in der Mitte teilt sie sich kurz auf.
Die Abtsche Weiche
In der Mitte der Strecke liegt eine Ausweichstelle auf dem Viadukt.
Dort sorgt eine Abtsche Weiche dafür, dass sich die beiden Wagen passieren können.
Diese besondere Weiche kommt ohne bewegliche Zungen aus.
So begegnen sich der bergwärts und der talwärts fahrende Wagen genau in der Mitte.
Über Tunnel und Viadukt
Die Strecke führt durch den Prinzeß-Louisa-Tunnel und den Burgbergtunnel.
Außerdem überquert sie ein Gerüstviadukt.
Dieses Viadukt trägt 136 Brückenbalken.
Tunnel und Viadukt machen die kurze Strecke technisch anspruchsvoll.
Vom Dampf zum Strom
Im Oktober 1895 wurde die Bahn mit Dampfantrieb eröffnet.
Eine ortsfeste Dampfmaschine zog damals das Seil.
1909 stellte man den Betrieb auf elektrischen Antrieb um.
Seither fährt die Bahn mit Strom.
Die Idee von 1873
Schon 1873 entwarf der Unternehmer Ludwig Küntzelmann das Projekt einer Standseilbahn.
Er besaß am Hang viele Grundstücke.
Als der Weiße Hirsch sich zum bekannten Kurort entwickelte, wuchs der Bedarf.
1897 entstand eigens eine Aktiengesellschaft für den Betrieb der Bahn.
Verbindung zweier Stadtteile
Unten liegt der Körnerplatz im Stadtteil Loschwitz.
Oben wartet das Villenviertel Weißer Hirsch.
Die Bahn verbindet beide Lagen auf kurzem Weg.
Für die Bewohner am Hang ist sie ein praktisches Verkehrsmittel.
In der Nähe des Blauen Wunders
Die Talstation liegt nahe der berühmten Elbbrücke Blaues Wunder.
Damit steht die Bahn in prominenter Nachbarschaft.
Viele Besucher verbinden beide Sehenswürdigkeiten.
Der Elbhang mit seinen Villen prägt das Bild.
Krieg und Wiederaufbau
Bei Bombenalarm fuhr das Personal die Wagen zum Schutz in die Tunnel.
Den Februar 1945 überstand die Anlage unversehrt.
Nach einer Rekonstruktion nahm die Bahn im Oktober 1994 den Betrieb wieder auf.
Fördermaschine, Tunnel und Viadukt wurden dabei instand gesetzt.
Die Rundumerneuerung 2020
Zum 125-jährigen Bestehen wurde die Anlage von Mitte 2020 bis Mitte 2021 rundum erneuert.
Dabei kümmerte man sich auch um die Stützwand oberhalb des Burgbergtunnels.
Ebenso wurden die 136 Brückenbalken des Viadukts bearbeitet.
So blieb die historische Bahn betriebsfähig.
Wie eine Standseilbahn funktioniert
Zwei Wagen hängen am selben Seil und gleichen sich wie an einem Flaschenzug aus.
Fährt der eine Wagen hinauf, rollt der andere hinab.
Das spart Energie, weil das Gewicht des einen dem anderen hilft.
Ein Antrieb oben am Berg bewegt das Seil.
Teil des Dresdner Nahverkehrs
Die Standseilbahn ist kein reines Ausflugsvergnügen.
Sie gehört zum Netz der Dresdner Verkehrsbetriebe.
Damit ist sie ein offizielles öffentliches Verkehrsmittel.
Für den Elbhang ist sie seit über einem Jahrhundert selbstverständlich.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
