Zahlen, bitte!
„Aus England rollt eine blaue Stromlinienlok heran, die vor fast neunzig Jahren eine Marke setzte, die keine Dampflok mehr übertraf.“
Wie schnell fuhr die Mallard?
→ Ein Dampfrekord in Zahlen.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!
Kurz gesagt
Die Mallard erreichte am 3. Juli 1938 rund 201 Kilometer pro Stunde. Das gilt bis heute als schnellste je gemessene Fahrt einer Dampflokomotive.
Dampflokomotiven gelten heute als gemütliche Fahrzeuge aus einer langsameren Zeit.
Eine einzige von ihnen aber fuhr so schnell, dass ihr Rekord seit Jahrzehnten steht.
Es war die britische Lok mit dem Namen Mallard, die 1938 an die Grenze des Machbaren ging.

Die wichtigsten Zahlen
201,2 km/h
Rekordfahrt am 3. Juli 1938
nach Angaben der Wikipedia
1938
Jahr des Rekords
bis heute ungebrochen
35
gebaute Loks der Klasse A4
Mallard trug die Nummer 4468
Die Zahlen stammen aus der deutschsprachigen Wikipedia zur LNER-Klasse A4.
Der Rekord in einem Satz
Am 3. Juli 1938 erreichte die Lok Mallard bei einer Messfahrt in England rund 201 Kilometer pro Stunde.
Sie gehörte zur britischen Baureihe A4 und trug die Nummer 4468.
Diese Marke gilt bis heute als schnellste je gemessene Fahrt einer Dampflok.
Keine andere Dampflokomotive fuhr jemals nachweisbar schneller.
Damit steht der Rekord seit mehr als achtzig Jahren.

Wie schnell 201 km/h sind
Zweihundert Kilometer pro Stunde erreichen heute nur schnelle Autos auf freier Autobahn.
Für eine Dampflok mit Feuer, Wasser und Kohle war das eine gewaltige Leistung.
Der Dampf musste in Sekundenschnelle immer neue Kraft auf die Räder bringen.
Bei dieser Geschwindigkeit drehten sich die großen Treibräder viele Male in jeder Sekunde.
Ein kleiner Fehler an Gleis oder Maschine hätte schwere Folgen gehabt.
Gut zu wissen
Die Buchstaben LNER stehen für eine große britische Bahngesellschaft, die bis 1948 bestand. Sie betrieb viele der schnellen Fernzüge im Osten Großbritanniens.
Der Name Mallard bedeutet auf Deutsch Stockente. Die Loks der Klasse A4 waren oft nach Vögeln oder nach Persönlichkeiten benannt.
Warum der Rekord inoffiziell heißt
Die Fahrt war keine offiziell überwachte Rekordveranstaltung mit festen Regeln.
Deshalb wird der Wert bis heute als inoffizieller Rekord geführt.
Je nach Quelle wird die Spitze mit 201 bis 203 Kilometern pro Stunde angegeben.
Die deutsche Wikipedia nennt einen Wert von 201,2 Kilometern pro Stunde.
Sicher ist, dass keine Dampflok den Bereich um 200 danach überbot.
Die Stromlinien-Klasse A4
Die Mallard gehörte zur Baureihe A4 der britischen Bahngesellschaft LNER.
Diese Loks trugen eine glatte Verkleidung, die den Luftwiderstand senken sollte.
Man nennt eine solche Form Stromlinie, weil die Luft besser um sie herumströmt.
Die Verkleidung gab den Loks ihr unverwechselbares, rundes Aussehen.
Gerade sie machte hohe Geschwindigkeiten überhaupt erst möglich.
Ein Prototyp als Vorbote
Schon vor der Mallard hatte ein erster Vertreter der Klasse für Aufsehen gesorgt.
Bereits drei Wochen nach seiner Indienststellung erreichte dieser Prototyp 181 Kilometer pro Stunde.
Dabei zog er einen immerhin 235 Tonnen schweren Zug hinter sich her.
Das zeigte, dass die Bauart für sehr hohe Tempi geeignet war.
Der eigentliche Rekord der Mallard folgte wenige Jahre später.
Loks für schnelle Züge
Die Klasse A4 wurde für schnelle Reisezüge zwischen großen Städten gebaut.
Ein bekannter Zug dieser Zeit trug den Namen Silver Jubilee.
Er verband Fahrgäste rasch und war für die damalige Zeit sehr komfortabel.
Solche Prestigezüge sollten zeigen, wie modern die Eisenbahn sein konnte.
Die schnellen Loks waren dabei das Aushängeschild der Bahngesellschaft.
Nur eine kleine Baureihe
Von der erfolgreichen Klasse A4 entstanden nach und nach mehrere Exemplare.
Zwischen 1936 und 1938 kamen weitere einunddreißig Loks hinzu.
Insgesamt wurden so rund fünfunddreißig Maschinen dieser Bauart gebaut.
Die Mallard war nur eine von ihnen, wurde aber die berühmteste.
Ihr Name ist bis heute mit dem Dampfrekord verbunden.
Dampf an der Grenze
Eine Dampflok wandelt die Hitze des Feuers über Wasserdampf in Bewegung um.
Bei sehr hoher Geschwindigkeit muss der Kessel enorme Mengen Dampf liefern.
Die Kraft wird über Stangen auf die großen Treibräder übertragen.
Diese bewegten Massen setzen der Höchstgeschwindigkeit eine natürliche Grenze.
Die Mallard reizte diese Grenze so weit aus wie kaum eine andere Lok.
Ein knappes Rennen mit Deutschland
Zwei Jahre vor der Mallard hatte eine deutsche Lok bereits vorgelegt.
Die deutsche Baureihe 05 erreichte 1936 rund 200 Kilometer pro Stunde.
Die Mallard übertraf diesen Wert 1938 nur um wenige Stundenkilometer.
So lieferten sich britische und deutsche Loks ein enges Rennen.
Am Ende behielt die Mallard die Nase knapp vorn.
Warum der Rekord noch steht
Nach 1938 verlor die Dampflok nach und nach ihre Bedeutung.
Elektro- und Dieselloks übernahmen die schnellen Verbindungen.
Neue Rekorde wurden deshalb nicht mehr mit Dampf, sondern elektrisch gefahren.
So blieb der Wert der Mallard für Dampflokomotiven unangetastet.
Aus technischer Sicht wird ihn wohl keine Dampflok mehr überbieten.
Was von der Mallard bleibt
Die Mallard ist heute ein bekanntes Ausstellungsstück in einem britischen Museum.
Sie steht dort als Zeuge einer Zeit, in der Dampf noch Spitzenwerte lieferte.
Ihr Rekord verbindet Technikgeschichte mit einer klaren, einprägsamen Zahl.
Für viele Eisenbahnfreunde ist sie die berühmteste Dampflok überhaupt.
Ihre rund 201 Kilometer pro Stunde bleiben eine Bestmarke der Dampfzeit.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
