Zahlen, bitte!
„Auf Gleis der Rekorde steht ein Zug, der fast zwei Kilometer weit reicht und dabei nur durch die Schweizer Berge rollt.“
Wie lang war der längste Personenzug der Welt?
→ Ein Rekordzug in Zahlen.
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Kurz gesagt
Der längste Personenzug der Welt war 1906 Meter lang und bestand aus 25 gekuppelten Triebzügen mit rund hundert Wagen. Er fuhr im Oktober 2022 über die Albulabahn der schweizerischen Rhätischen Bahn.
Ein gewöhnlicher Regionalzug misst selten mehr als zweihundert Meter von der ersten bis zur letzten Tür.
Im Oktober 2022 aber schickte die schweizerische Rhätische Bahn einen Zug auf die Reise, der beinahe zwei Kilometer lang war.
Er gilt seither als der längste Personenzug, der jemals in einem Stück gefahren ist.

Die wichtigsten Zahlen
1906 m
Länge des Rekordzuges
rund hundert Wagen am Stück
4550
Sitzplätze im Zug
gefahren von sieben Lokführern
25 km
Länge der Rekordstrecke
von Preda nach Alvaneu
Alle Angaben stammen von der Rhätischen Bahn und beziehen sich auf die Rekordfahrt im Oktober 2022.
Der Rekord in einem Satz
Im Oktober 2022 kuppelte die Rhätische Bahn 25 vierteilige Triebzüge zu einem einzigen Zug zusammen.
Zusammen ergaben diese Fahrzeuge eine Länge von 1906 Metern.
Das sind rund hundert einzelne Wagen, die hintereinander über die Gleise rollten.
Kein Personenzug der Welt war jemals länger als dieser eine.
Damit schrieb eine kleine Gebirgsbahn ganz nebenbei einen Weltrekord.

Fast zwei Kilometer am Stück
Eine Länge von 1906 Metern ist schwer vorstellbar, wenn man an einen normalen Bahnsteig denkt.
Der Zug hätte an keinem gewöhnlichen Bahnhof komplett neben einem Bahnsteig halten können.
Vom ersten bis zum letzten Wagen war es beinahe so weit wie zwanzig Fußballfelder.
Wer zu Fuß am Zug entlanggehen wollte, brauchte dafür viele Minuten.
Auf einem Foto passte der Zug nur aus großer Höhe vollständig ins Bild.
Gut zu wissen
Die Rhätische Bahn ist die größte Schmalspurbahn der Schweiz und verbindet viele Orte im Kanton Graubünden. Ihre Albula- und Berninabahn gehören seit 2008 zum Welterbe der UNESCO.
Die Capricorn-Triebzüge sind nach dem Steinbock benannt, dem Wappentier Graubündens. Sie sind bewusst leicht gebaut, um die kurvenreichen Gebirgsstrecken zu schonen.
Hundert Wagen aus 25 Zügen
Der Rekordzug bestand aus 25 sogenannten Capricorn-Triebzügen.
Jeder dieser Triebzüge hat vier Wagen, zusammen kamen so rund hundert Wagen zusammen.
Die Capricorn-Züge baut der Schweizer Hersteller Stadler eigens für die Rhätische Bahn.
Im Alltag fahren sie einzeln oder zu wenigen Einheiten gekuppelt.
Für den Rekord wurden ungewöhnlich viele von ihnen zu einer langen Kette verbunden.
4550 Sitzplätze auf einmal
In den hundert Wagen standen zusammen 4550 Sitzplätze bereit.
Das entspricht ungefähr der Einwohnerzahl einer kleinen Gemeinde.
Ein einzelner Capricorn-Zug bietet dagegen nur einige hundert Plätze.
Erst die Vervielfachung machte aus vielen kleinen Zügen einen riesigen.
Besetzt war der Rekordzug bei der Fahrt allerdings nur zu einem Teil.
Sieben Lokführer und Feldtelefone
Ein so langer Zug lässt sich nicht von einer einzigen Person am vorderen Ende steuern.
Sieben Lokführer saßen deshalb über die ganze Länge verteilt in den Führerständen.
Sie hielten über Feldtelefone des Zivilschutzes ständig Verbindung miteinander.
Nur so ließen sich Anfahren und Bremsen über fast zwei Kilometer genau abstimmen.
Ein falsches Kommando hätte den Zug ruckartig gestreckt oder gestaucht.
Die Strecke durch das Albulatal
Gefahren wurde der Rekord über rund 25 Kilometer der berühmten Albulabahn.
Der Zug startete bei Preda am oberen Ende des Albulatunnels.
Von dort ging es bergab über das bekannte Landwasserviadukt bis nach Alvaneu.
Diese Bergstrecke gehört seit 2008 zum Welterbe der UNESCO.
Sie ist damit eine der wenigen Bahnen, die selbst als Bauwerk geschützt sind.
Warum das so schwierig ist
Die Albulabahn ist eine schmale Gebirgsbahn mit engen Kurven und starkem Gefälle.
Ein langer Zug muss im Gefälle gleichmäßig bremsen, damit er nicht auseinandergezogen wird.
In den Kurven drücken und ziehen die vielen Wagen zusätzlich stark aneinander.
Dass der Versuch ausgerechnet auf einer solchen Strecke gelang, macht ihn besonders.
Auf einer geraden Flachlandstrecke wäre ein langer Zug deutlich einfacher zu fahren.
Schmale Spur, großer Zug
Die Rhätische Bahn fährt nicht auf der üblichen breiten Normalspur.
Ihre Gleise sind nur einen Meter breit, man nennt das Meterspur.
Gerade auf diesen schmalen Gleisen wirkt ein Zug von fast zwei Kilometern besonders erstaunlich.
Die bewusst leicht gebauten Capricorn-Züge schonen dabei das empfindliche Gebirgsgleis.
So ließ sich viel Gewicht über die vielen Brücken der Strecke führen.
Ein Zug als Geburtstagsgeschenk
Der Rekord war kein Zufall, sondern eine sorgfältig geplante Aktion.
Anlass waren die Feierlichkeiten zu 175 Jahren Eisenbahn in der Schweiz.
Die Bahn wollte damit auf den Personenverkehr ihrer Schmalspurbahn aufmerksam machen.
Weltweit blickten an diesem Tag Eisenbahnfreunde in die Schweizer Berge.
Der Rekord brachte der abgelegenen Strecke Aufmerksamkeit in vielen Ländern.
Der Alltag misst 300 Meter
Im täglichen Betrieb bleibt es sehr viel kürzer als beim Rekord.
Bei großer Nachfrage kuppelt die Bahn bis zu vier Capricorn-Einheiten zusammen.
Das ergibt einen rund 300 Meter langen Zug mit 688 Sitzplätzen.
Der Rekordzug war also mehr als sechsmal so lang wie ein langer Alltagszug.
Für den Fahrplan wäre eine solche Länge weder nötig noch praktisch.
Was der Rekord zeigt
Der lange Zug fuhr nur ein einziges Mal in dieser Form über die Schiene.
Er bewies, dass sich moderne Triebzüge auch in großer Zahl gemeinsam steuern lassen.
Für den täglichen Fahrplan bleibt ein solcher Zug jedoch unpraktisch.
Als Rekord und als Bild aber bleibt er lange in Erinnerung.
Er zeigt zugleich, wie viel Technik in einem heutigen Nahverkehrszug steckt.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
