Zahlen, bitte!
„Auf Gleis 1 steht ein Zug, der statt Diesel nur Wasserstoff tankt und trotzdem flott vorankommt.“
Wie schnell fährt der Coradia iLint?
→ Ein Triebwagen in Zahlen.
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Kurz gesagt
Der Coradia iLint erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 140 km/h. Damit liegt er im Nahverkehr auf dem Niveau vieler Dieseltriebwagen, fährt aber ohne direkten Abgasausstoß.
Der Coradia iLint ist ein Regionaltriebwagen, der seinen Strom aus Wasserstoff gewinnt.
Viele fragen sich, ob ein Zug ohne Oberleitung und ohne Diesel überhaupt zügig vorankommt.
Die Antwort steht im Datenblatt des Herstellers Alstom.

Die wichtigsten Zahlen
140 km/h
Höchstgeschwindigkeit
Spitze der Coradia-LINT-Plattform
2 × 110 kWh
Batteriespeicher
Lithium-Ionen unter dem Fahrgastraum
41 Züge
gebaute Wasserstoff-Triebwagen
Stand Dezember 2023
Der Coradia iLint erreicht bis zu 140 Kilometer pro Stunde und fährt dabei allein mit Wasserstoff.
Die kurze Antwort
Der Coradia iLint erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 140 Kilometern pro Stunde.
Dieser Wert gehört zur Coradia-LINT-Plattform, deren Fahrzeuge je nach Bauart zwischen 120 und 140 Kilometer pro Stunde schnell sind.
Für einen Zug im Nahverkehr ist das ein solides Tempo.
Besonders ist dabei nicht die Zahl, sondern der Weg dorthin ganz ohne Diesel und ohne Oberleitung.

Was das Tempo bedeutet
Im Regionalverkehr halten die Züge oft, deshalb zählt weniger die Spitze als die Beschleunigung zwischen den Halten.
Mit 140 Kilometern pro Stunde kann der iLint auf freier Strecke gut mit anderen Regionalzügen mithalten.
Auf vielen Nebenstrecken liegt die zulässige Geschwindigkeit ohnehin niedriger.
Das Fahrzeug ist damit vor allem für Strecken gedacht, die keine durchgehende Oberleitung haben.
Gut zu wissen
Der iLint holt beim Bremsen Energie zurück und speichert sie für das nächste Anfahren.
Als Pufferspeicher dienen zwei Lithium-Ionen-Batterien mit je 110 Kilowattstunden.
Ein Zug ohne Dieselqualm
Der iLint gilt als weltweit erster Serienzug mit einem Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb.
Statt einen Dieselmotor zu füttern, wandelt eine Brennstoffzelle Wasserstoff in Strom um.
Als Abgas entsteht dabei im Wesentlichen nur Wasserdampf.
Damit ist der Zug eine Antwort auf die Frage, wie Strecken ohne Fahrdraht sauberer werden können.
Wie der Antrieb funktioniert
Auf dem Dach sitzen die Brennstoffzellen und die Tanks für den Wasserstoff.
Die Brennstoffzelle liefert den Strom für die Fahrmotoren.
Als Pufferspeicher dienen zwei Lithium-Ionen-Batterien mit je 110 Kilowattstunden unter dem Fahrgastraum.
Beim Bremsen fließt Energie zurück in diese Batterien und steht beim nächsten Anfahren wieder zur Verfügung.
Woher der Name stammt
Die Abkürzung LINT steht für leichter innovativer Nahverkehrstriebwagen.
Das vorangestellte i verweist auf den Brennstoffzellenantrieb.
So wurde aus dem bekannten Dieseltriebwagen LINT die Wasserstoff-Variante iLint.
Der Grundaufbau beider Fahrzeuge ähnelt sich stark.
Wer den Zug baut
Hersteller ist der Konzern Alstom.
Die LINT-Familie wurde ursprünglich von Linke-Hofmann-Busch im niedersächsischen Salzgitter entwickelt.
Nach der Übernahme vermarktet Alstom die Fahrzeuge innerhalb seiner Produktreihe Coradia.
Der iLint ist die wohl bekannteste Neuentwicklung aus dieser Reihe.
Wo der iLint unterwegs war
Erste Fahrzeuge kamen in Niedersachsen zum Einsatz.
Im Taunus sollten ab Dezember 2022 insgesamt 27 Brennstoffzellenzüge die bisherigen Dieselfahrzeuge ersetzen.
Damit zeigte der Zug, dass Wasserstoff auf ganzen Linien funktionieren kann.
Er wurde so vom Einzelstück zum fahrplanmäßigen Verkehrsmittel.
Wie viele gebaut wurden
Bis Dezember 2023 entstanden 41 Wasserstoff-Triebwagen.
Zum Vergleich: Von der Diesel-Variante LINT wurden über eintausend Stück gebaut.
Der iLint blieb also eine Sonderbauart in einer großen Fahrzeugfamilie.
Trotzdem erreichte er als Vorreiter viel Aufmerksamkeit.
Die Maße des Triebwagens
Der iLint fährt auf der in Deutschland üblichen Spurweite von 1435 Millimetern.
Das Fahrzeug ist 4,34 Meter hoch und 2,75 Meter breit.
Auf dem Dach ist genug Platz für die Tanks und die Brennstoffzellen.
Von außen sieht der Zug einem normalen Regionaltriebwagen sehr ähnlich.
Vergleich mit schnelleren Zügen
Ein Fernzug fährt deutlich schneller als der iLint.
Der moderne ICE der Baureihe 408 erreicht 320 Kilometer pro Stunde und damit mehr als das Doppelte.
Doch solche Zahlen gelten für Schnellfahrstrecken mit Oberleitung.
Auf einer kurvigen Nebenstrecke bringt eine höhere Spitze kaum etwas.
Warum das Tempo zum Einsatz passt
Der iLint ist für den Regionalverkehr gebaut und nicht für Rekorde.
Dort kommt es auf häufiges Anfahren, bequemes Bremsen und einen sauberen Betrieb an.
Die 140 Kilometer pro Stunde reichen für die meisten dieser Strecken aus.
Sein eigentliches Argument ist der Antrieb, nicht die Geschwindigkeit.
Das vorläufige Ende der Bauart
Ende 2025 stellte Alstom die Produktion des iLint ein.
Als Grund wurde genannt, die Technologie sei für einen zuverlässigen Serienbau noch nicht ausgereift.
Die bereits gebauten Fahrzeuge bleiben davon unberührt.
Der iLint bleibt damit ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zum sauberen Nahverkehr.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
