Stimmt es, dass …?
„Sehr geehrte Fahrgäste, hier sehen Sie nicht nur die Landschaft, Sie sitzen mittendrin.“
Stimmt es, dass es bei der Bahn einen Gläsernen Zug zum Aussichtfahren gab?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Der Gläserne Zug war ein echter Triebwagen, der rundum und bis ins Dach verglast war und fast nur zu Aussichtsfahrten eingesetzt wurde. Der Mythos stimmt, denn das 1935 gebaute Fahrzeug fuhr bis zu einem schweren Unfall 1995 und steht heute in einem Museum.
Es gab bei der Bahn tatsächlich einen Zug, der fast nur zum Schauen gebaut war.
Seine Wände und sogar Teile des Dachs bestanden aus Glas.
Dieser Beitrag prüft, ob der berühmte Gläserne Zug wirklich existierte.

Die Fakten in Zahlen
1935
gebaut
ein Schwesterwagen folgte 1936
110 km/h
Höchstgeschwindigkeit
anfangs sogar 120 km/h
70
Sitzplätze
rundum an großen Fenstern
Ab 1968 lief der erhaltene Wagen als Baureihe 491; seit 2005 steht er im Bahnpark Augsburg.
Ein Zug zum Hinausschauen
Die meisten Züge sollen Menschen möglichst schnell von einem Ort zum anderen bringen.
Der Gläserne Zug hatte eine andere Aufgabe, denn bei ihm war der Weg das Ziel.
Er wurde gebaut, damit die Fahrgäste die Landschaft so gut wie möglich sehen konnten.
Dafür war der Triebwagen rundum mit großen Scheiben versehen.
Sogar ein Teil des Daches bestand aus Glas.
So entstand ein rollender Aussichtspunkt auf Schienen.

Was den Gläsernen Zug besonders machte
Der Name des Fahrzeugs beschreibt genau seine Bauart.
Die Seitenwände waren über fast die ganze Länge verglast.
Dazu kamen Fenster in den oberen Partien und im Dachbereich.
Die Fahrgäste saßen dadurch fast wie unter freiem Himmel.
Berge, Täler und Seen ließen sich von den Sitzplätzen aus weit überblicken.
Einen solchen Blick bot damals kaum ein anderes Schienenfahrzeug.
Gut zu wissen
Der Gläserne Zug trug zuerst die Bezeichnung ET 91 und ab 1968 die Baureihennummer 491.
Weil er auf Strecken ohne Oberleitung nicht selbst fahren konnte, wurde er dort von Dieselloks gezogen.
Gebaut in den 1930er Jahren
Der erste dieser Wagen entstand im Jahr 1935.
Ein zweites, sehr ähnliches Fahrzeug folgte 1936.
Den mechanischen Teil lieferte die Waggonfabrik Fuchs.
Die elektrische Ausrüstung stammte vom Unternehmen AEG.
Die Wagen trugen zunächst Nummern der damaligen Reichsbahn.
Von Anfang an waren sie als Aussichtsfahrzeuge gedacht.
Nur für Ausflüge unterwegs
Im Alltag des Fahrplans tauchte der Gläserne Zug kaum auf.
Er wurde vor allem für Ausflugs- und Sonderfahrten eingesetzt.
Beliebte Ziele lagen im Süden Deutschlands und in Österreich.
Auch in die Schweiz führten einige seiner Fahrten.
Auf Strecken ohne Oberleitung konnte er nicht aus eigener Kraft fahren.
Dort wurde der Wagen dann von einer Diesellokomotive gezogen.
Technik und Ausstattung
Trotz seiner Fenster war der Gläserne Zug ein vollwertiger Triebwagen.
Seine Höchstgeschwindigkeit lag bei 110 Kilometern in der Stunde.
Ursprünglich waren sogar 120 Kilometer in der Stunde vorgesehen.
Im Inneren fanden rund 70 Fahrgäste einen Sitzplatz.
Viele der Sitze ließen sich in der Blickrichtung umstellen.
Angetrieben wurde der Wagen mit Bahnstrom aus der Oberleitung.
Vom ET 91 zur Baureihe 491
In den ersten Jahrzehnten trug das Fahrzeug die Bezeichnung ET 91.
Nach dem Krieg kam der erhaltene Wagen zur Deutschen Bundesbahn.
Dort erhielt er im Jahr 1968 eine neue Nummer.
Seither lief er als Fahrzeug der Baureihe 491.
Die genaue Betriebsnummer lautete 491 001.
Unter diesem Namen wurde er vielen Eisenbahnfreunden ein Begriff.
Der Verlust des zweiten Wagens
Von den beiden gläsernen Wagen blieb nur einer lange erhalten.
Der zweite Wagen wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Bei einem Luftangriff im März 1943 ging er verloren.
Kurz darauf wurde er offiziell aus dem Bestand gestrichen.
Damit blieb nur noch ein einziges Fahrzeug dieser Art übrig.
Dieser verbliebene Wagen prägte das Bild des Gläsernen Zuges.
Das Unglück von Garmisch 1995
Das Ende der Einsatzzeit kam durch einen schweren Unfall.
Am 12. Dezember 1995 stieß der Wagen im Bahnhof Garmisch-Partenkirchen mit einem anderen Zug zusammen.
Es war ein Frontalzusammenstoß mit großen Schäden.
Bei dem Unglück kam ein Mensch ums Leben.
Viele weitere Personen wurden dabei verletzt.
Seit diesem Tag war der Gläserne Zug nicht mehr fahrbereit.
Heute im Bahnpark Augsburg
Nach dem Unfall wurde der Wagen endgültig abgestellt.
Ende 1997 strich man ihn aus dem Fahrzeugbestand.
Seit dem Jahr 2005 steht er im Bahnpark Augsburg.
Dort können Besucher das ungewöhnliche Fahrzeug ansehen.
Eine Wiederherstellung für den Fahrbetrieb war aus Kostengründen nicht vorgesehen.
So bleibt der Gläserne Zug ein Stück bewahrte Eisenbahngeschichte.
Das Fazit
Der Mythos stimmt, denn den Gläsernen Zug gab es wirklich.
Das 1935 gebaute Fahrzeug war rundum und bis ins Dach verglast.
Es wurde fast nur für Aussichts- und Sonderfahrten genutzt.
Ein schwerer Unfall im Jahr 1995 beendete seine Zeit auf der Strecke.
Heute ist der einstige Aussichtstriebwagen im Bahnpark Augsburg erhalten.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
