Zahlen, bitte!
„Zurück ins Jahr 1835, als in Bayern eine Strecke eröffnete, die kürzer war als heute mancher Weg zur Arbeit.“
Wie lang war die erste deutsche Eisenbahn?
→ Eine Pionierstrecke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die erste deutsche Eisenbahn mit Lokomotive war nur rund 6 Kilometer lang. Sie verband ab 1835 die Städte Nürnberg und Fürth.
Heute misst das deutsche Schienennetz mehr als dreißigtausend Kilometer.
Am Anfang stand eine winzige Strecke, die man zu Fuß fast überblicken konnte.
Die erste deutsche Eisenbahn mit Lokomotive war nur gut sechs Kilometer lang.

Die wichtigsten Zahlen
6,04 km
Länge der ersten Strecke
von Nürnberg nach Fürth
1835
Jahr der Eröffnung
am 7. Dezember
1435 mm
Spurweite der Gleise
die englische Spur, bis heute Standard
Die Angaben stammen aus der deutschsprachigen Wikipedia zur Ludwigseisenbahn.
Sechs Kilometer in einem Satz
Die erste deutsche Eisenbahn mit Lokomotive war die Ludwigseisenbahn.
Sie verband die Stadt Nürnberg mit der Nachbarstadt Fürth.
Ihre Strecke war nur rund 6 Kilometer lang.
Genau gemessen betrug die Länge etwa 6,04 Kilometer.
Damit begann 1835 das deutsche Eisenbahnzeitalter im ganz kleinen Maßstab.

Eine fast schnurgerade Linie
Die Strecke verlief nahezu schnurgerade neben der damaligen Fürther Straße.
Sie führte vom Nürnberger Plärrer bis nach Fürth.
Die Bahn war eingleisig, es gab also nur ein einziges Gleis.
Für zwei Fahrtrichtungen musste man sich sorgfältig abstimmen.
Auf so kurzer Strecke war das noch gut zu bewältigen.
Gut zu wissen
Die Lokomotive Adler ist als Nachbau erhalten und ein bekanntes Ausstellungsstück der deutschen Eisenbahngeschichte. Sie erinnert an den Beginn der Bahn in Deutschland.
Der Name Ludwigseisenbahn geht auf den bayerischen König Ludwig zurück. Nach ihm war die Betreibergesellschaft benannt.
Die Spur der Engländer
Die Gleise hatten einen Abstand von 1435 Millimetern.
Diese Breite hatte man aus England übernommen.
Sie gilt bis heute in weiten Teilen der Welt als Normalspur.
Schon die kleine Ludwigseisenbahn setzte damit einen bleibenden Standard.
Was in Nürnberg begann, prägt das Netz bis heute.
Der Start am 7. Dezember 1835
Am 7. Dezember 1835 fuhr die Bahn zum ersten Mal.
Damit war sie die erste mit Lokomotiven betriebene Eisenbahn Deutschlands.
Zuvor hatte eine königliche Erlaubnis den Bau gestattet.
Die Gesellschaft dahinter trug den Namen des bayerischen Königs Ludwig.
Der Tag gilt als Geburtsstunde der deutschen Eisenbahn.
Vorbild England
In England fuhren Eisenbahnen bereits einige Jahre früher.
Schon ab 1825 gab es dort eine erste bekannte Bahnlinie.
Diese Nachrichten erregten in Deutschland großes Aufsehen.
Fränkische Kaufleute wollten die neue Technik selbst ausprobieren.
So wurde England zum Vorbild für die Strecke in Bayern.
Die Lok kam von weit her
Die erste Lokomotive der Strecke trug den Namen Adler.
Sie wurde in England gebaut und musste nach Nürnberg gebracht werden.
Der Transport über rund 1500 Kilometer war beschwerlich und dauerte lange.
Er zeigte deutlich, wie dringend Europa bessere Verkehrswege brauchte.
In Einzelteilen zerlegt erreichte die Lok schließlich Bayern.
Ein Lokführer als Attraktion
Die Bahn brachte auch einen englischen Lokführer mit.
Sein Name war William Wilson.
Er bediente die neue Maschine, die kaum jemand sonst beherrschte.
Der große Engländer wurde in Nürnberg schnell zur echten Attraktion.
Viele Menschen kamen allein, um ihn und die Lok zu sehen.
Schienen aus Schmiedeeisen
Die Schienen bestanden aus gewalztem Schmiedeeisen.
Sie waren jeweils nur etwa 15 Fuß lang, also gut viereinhalb Meter.
Solche kurzen Schienen mussten in großer Zahl verlegt werden.
Der Werkstoff und die Länge unterscheiden sich stark von heutigen Gleisen.
Moderne Schienen werden dagegen zu langen, geschweißten Strängen verbunden.
Warum Nürnberg und Fürth
Die Verbindung zwischen Nürnberg und Fürth war stark befahren.
Sie galt als die am meisten genutzte Straßenverbindung im Königreich Bayern.
Genau dort versprach eine Bahn den größten Nutzen.
Viele Waren und Menschen pendelten täglich zwischen den beiden Städten.
So fiel die Wahl auf diese kurze, aber wichtige Strecke.
Vom Versuch zum Netz
Die Ludwigseisenbahn galt zunächst als deutsche Versuchsstrecke.
Man hoffte, den Schienenstrang später weit ausdehnen zu können.
Aus dem kleinen Anfang wuchs im Laufe der Jahrzehnte ein dichtes Netz.
Heute misst das deutsche Schienennetz viele tausend Kilometer.
Die ersten 6 Kilometer waren der Anfang von allem.
Was von der Strecke blieb
Die alte Bahnverbindung selbst fuhr nur wenige Jahrzehnte.
Später übernahmen andere Verkehrsmittel die Strecke zwischen den Städten.
Seit 1985 verbindet eine U-Bahn-Linie Nürnberg und Fürth.
Die Erinnerung an die erste Bahn ist jedoch bis heute lebendig.
Ihre Länge von gut 6 Kilometern bleibt eine schöne Merkzahl.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
