Zahlen, bitte!
„Einst das längste Tramnetz der Welt: in Sankt Petersburg maßen die Linien rund sechshundert Kilometer.“
Wie lang war das Straßenbahnnetz von Sankt Petersburg?
→ Ein Tramnetz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Um das Jahr 2002 besaß Sankt Petersburg mit rund 285 Kilometern Streckenlänge und etwa 600 Kilometern Linienlänge das längste Straßenbahnnetz der Welt. Durch viele Stilllegungen ist es heute nur noch das viertlängste.
Sankt Petersburg ist die zweitgrößte Stadt Russlands und war lange ein Zentrum der Straßenbahn.
Jahrzehntelang trug ein riesiges Tramnetz einen großen Teil des Nahverkehrs der Millionenstadt.
Wie groß dieses Netz einmal war, zeigt ein Blick auf die Zahlen des frühen 21. Jahrhunderts.

Die wichtigsten Zahlen
600 km
Linienlänge um 2002
damals Weltrekord
285 km
Streckenlänge um 2002
physische Gleisstrecke
Platz 4
heutiger Rang
nach Stilllegungen
1899 betrug die Streckenlänge erst 131,3 Kilometer.
Das Netz in seiner größten Zeit
Noch 2002 hatte Sankt Petersburg eine Streckenlänge von rund 285 Kilometern.
Die Linienlänge, also die Summe aller Linien, lag bei etwa 600 Kilometern.
Damit besaß die Stadt das längste Straßenbahnnetz der ganzen Welt.
Kaum eine andere Metropole hatte ihrem Tram je so viel Platz eingeräumt.

Warum es heute kürzer ist
In den Jahren danach wurden viele Strecken stillgelegt.
Dadurch schrumpfte das einst größte Netz der Welt deutlich.
Heute ist das Petersburger Tramnetz nur noch das viertlängste.
Der Rückbau zeigt, wie sehr sich der Nahverkehr der Stadt gewandelt hat.
Gut zu wissen
Die Linienlänge zählt alle Linien zusammen und liegt deshalb deutlich über der physischen Streckenlänge.
Im Winter verlegten die frühen Betreiber zeitweise Gleise auf der zugefrorenen Newa, um über den Fluss zu fahren.
Strecke und Linie — zwei Maße
Die Streckenlänge misst die physischen Gleise auf der Karte.
Die Linienlänge zählt dagegen alle Linien zusammen, auch auf gemeinsamen Abschnitten.
Deshalb lag die Linienlänge mit 600 Kilometern weit über der Streckenlänge.
Beide Zahlen gemeinsam ergeben erst das Bild des riesigen Netzes.
Die ersten Pferdebahnen
Vor der elektrischen Bahn fuhren in Sankt Petersburg Pferdebahnen.
Eine der ersten Strecken war die Newskaja Vorortpferdebahn.
Sie wurde mit der russischen Breitspur von 1524 Millimetern gebaut und war 4,3 Kilometer lang.
Schon im folgenden Jahr kamen zwei weitere Strecken von je 3,5 Kilometern hinzu.
Gleise auf der zugefrorenen Newa
Eine Besonderheit der frühen Zeit war der Winterbetrieb über die Newa.
In den kalten Monaten verlegten die Betreiber Gleise auf dem zugefrorenen Fluss.
So konnte die Bahn auch über das Eis des breiten Stroms fahren.
Diese ungewöhnliche Lösung zeigt den Erfindergeist der frühen Straßenbahner.
Der Sprung zur Elektrischen
Im September 1907 ging die erste dauerhafte stadteigene elektrische Bahn in Betrieb.
Damit begann der Aufstieg zum späteren Weltrekordnetz.
Die elektrische Straßenbahn löste die Pferdebahnen nach und nach ab.
In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Netz über die ganze Stadt.
Das Wachstum in Zahlen
Schon 1877 verkehrten 27 Linien auf insgesamt 90,7 Kilometern Strecke.
Bis 1899 war die Streckenlänge auf 131,3 Kilometer gestiegen.
Im 20. Jahrhundert setzte sich dieses Wachstum kräftig fort.
Am Ende stand das längste Straßenbahnnetz, das die Welt je gesehen hatte.
Die russische Breitspur
Die Bahn wurde mit der russischen Breitspur von 1524 Millimetern gebaut.
Diese Spur ist breiter als die in Westeuropa übliche Regelspur.
Sie entspricht der Spurweite der großen russischen Eisenbahnen.
So passte das Tram von Anfang an in das russische Schienensystem.
Vom Rekord zum Rückbau
Der Weltrekord von 2002 markierte zugleich einen Wendepunkt.
In den Jahren danach verschwanden zahlreiche Linien aus dem Stadtbild.
Autoverkehr und neue Verkehrsmittel drängten die Straßenbahn zurück.
Aus dem einstigen Spitzenreiter wurde ein immer noch großes, aber kleineres Netz.
Was die Länge bedeutete
Ein Netz von 600 Kilometern Linienlänge ist schwer vorstellbar.
Es entsprach einem dichten Teppich aus Schienen über die ganze Millionenstadt.
Fast jedes Viertel war so an das Tram angeschlossen.
Die Straßenbahn war damit über Jahrzehnte das Rückgrat des Nahverkehrs.
Ein Rekord der Vergangenheit
Heute trägt eine andere Stadt den Titel des längsten Tramnetzes.
Sankt Petersburg bleibt mit Platz vier dennoch in der Weltspitze.
Die Frage nach der Länge führt deshalb vor allem in die Vergangenheit.
Der einstige Weltrekord erzählt von einer großen Tram-Tradition am Finnischen Meerbusen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
