Zahlen, bitte!
„Auf Gleis eins die Seilbahn zum Waldfriedhof, bitte einsteigen, es geht hinauf durch den Wald.“
Wie lang ist die Stuttgarter Standseilbahn?
→ Eine Bergbahn in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Stuttgarter Standseilbahn ist 536 Meter lang. Sie fährt seit 1929 und verbindet den Stadtteil Heslach mit dem Waldfriedhof in Degerloch.
In Stuttgart gibt es eine kleine, aber besondere Standseilbahn.
Sie fährt seit fast hundert Jahren leise durch den Wald bergauf.
Doch wie lang ist diese Seilbahn eigentlich?

Die wichtigsten Zahlen
536 m
Streckenlänge
Standseilbahn in Stuttgart
1929
Eröffnung
am 30. Oktober
282 ‰
größte Steigung
rund 28 Prozent
Die Strecke ist 536 Meter lang und überwindet dabei eine Steigung von bis zu 282 Promille.
536 Meter durch den Wald
Die Stuttgarter Standseilbahn ist nur 536 Meter lang.
Damit gehört sie zu den kürzeren Bahnen dieser Art.
Sie fährt ohne Zwischenhalt von unten nach oben.
Auf dem Weg geht es mitten durch ein Waldstück.
Für eine Standseilbahn ist das eine kompakte, aber feine Strecke.

Von Heslach zum Waldfriedhof
Die Talstation liegt im Stadtteil Heslach an der Böblinger Straße.
Sie trägt den Namen der benachbarten Haltestelle Südheimer Platz.
Von dort führt die Bahn hinauf zum Waldfriedhof in Degerloch.
Zwischen den beiden Stationen gibt es keinen weiteren Halt.
So verbindet die Bahn Tal und Höhe auf direktem Weg.
Gut zu wissen
Die Stuttgarter Standseilbahn ist als Linie 20 in das Stadtbahnnetz eingebunden und kann zum regulären Tarif des Verkehrsverbunds genutzt werden.
Weil sie zum Waldfriedhof führt, trägt sie im Volksmund Spitznamen wie Erbschleicher-Express oder Witwen-Express.
Steil den Hang hinauf
Die größte Steigung der Strecke beträgt 282 Promille.
Das sind rund 28 Prozent und damit ein ordentlich steiler Hang.
Ohne Seil käme ein normaler Zug hier nicht hinauf.
Die Bahn fährt auf einer Spur von einem Meter Breite.
Ein kräftiges Seil zieht die Wagen sicher den Berg hinauf.
Seit 1929 in Betrieb
Eröffnet wurde die Standseilbahn am 30. Oktober 1929.
Gebaut hatte sie die Maschinenfabrik Esslingen in den Jahren 1928 und 1929.
Seitdem ist sie fast ohne Unterbrechung in Betrieb.
Damit zählt sie zu den älteren Bahnen ihrer Art in Deutschland.
Ihre lange Geschichte macht sie zu einem Stück Stadtgeschichte.
Keine Bahn für Touristen
Anders als viele Bergbahnen dient die Stuttgarter Seilbahn kaum dem Tourismus.
Sie ist vor allem ein Teil des örtlichen Nahverkehrs.
Man kann sie zum ganz normalen Tarif des Verkehrsverbunds benutzen.
Für die Menschen in Heslach ist sie ein praktischer Weg nach oben.
So gehört sie zum Alltag der Stadt wie ein Bus oder eine Stadtbahn.
Linie 20 im Stadtbahnnetz
Betrieben wird die Bahn von den Stuttgarter Straßenbahnen.
Seit Ende der 1990er Jahre trägt sie die Liniennummer 20.
Damit ist sie fest in das Netz der Stadtbahn eingebunden.
An der Talstation besteht Anschluss an zwei Stadtbahnlinien.
In Stuttgart selbst nennt man sie meist einfach nur die Seilbahn.
Die Spitznamen der Seilbahn
Weil die Bahn zum Waldfriedhof führt, hat sie einige Spitznamen.
Im Volksmund heißt sie etwa Erbschleicher-Express.
Auch die Namen Witwen-Express und Lustige-Witwen-Bahn sind verbreitet.
Wegen der Bauart nennt man sie zudem scherzhaft Schnürlesbahn.
Diese Namen zeigen, wie sehr die Bahn zum Stadtleben gehört.
Historische Wagen unter Denkmalschutz
Die Bahn fährt bis heute mit ihren historischen Wagen von 1929.
Diese Fahrzeuge stehen längst unter Denkmalschutz.
Anlage und Wagen müssen deshalb erhalten bleiben.
Eine Modernisierung mit moderner Technik kam daher nicht in Frage.
So ist die Fahrt zugleich eine kleine Reise in die Vergangenheit.
Nur zwei Begleiter an Bord
Zur Bedienung der Bahn sind nur zwei Wagenbegleiter nötig.
Sie sorgen für den sicheren Ablauf an den Stationen.
Die Anlage selbst ist bewusst schlicht gehalten.
Sie entstand im nüchternen Stil der Neuen Sachlichkeit.
Gerade diese Einfachheit macht ihren Reiz aus.
Als der Orkan Lothar kam
Im Dezember 1999 fegte der Orkan Lothar über das Land.
Dabei stürzte ein Baum auf einen der Wagen und beschädigte ihn.
Der historische Wagen wurde anschließend aufwändig restauriert.
So blieb das alte Fahrzeug der Bahn erhalten.
Heute fährt es wieder wie eh und je durch den Wald.
Leise durch den Wald
Die Fahrt mit der Seilbahn ist ruhig und beschaulich.
Rechts und links ziehen hohe Bäume vorbei.
Kaum ein Geräusch stört die kurze Reise bergauf.
Viele Fahrgäste genießen diese kleine Auszeit vom Trubel.
So wird aus einem Alltagsweg ein Moment der Ruhe.
Was die 536 Meter bedeuten
Nur 536 Meter klingen nach kaum mehr als einem Spaziergang.
Doch der steile Hang macht die Strecke ohne Bahn beschwerlich.
Mit ihren alten Wagen verbindet die Seilbahn Technik und Geschichte.
Jede Fahrt spart Kraft und schenkt zugleich ein Stück Ruhe.
Gerade das macht die kleine Zahl so sympathisch.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
