Zahlen, bitte!
„Nächster Halt Marienplatz, bitte zügig einsteigen, dahinter drängt schon die nächste S-Bahn.“
Wie lang ist die Münchner S-Bahn-Stammstrecke?
→ Ein Nadelöhr in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Münchner S-Bahn-Stammstrecke ist elf Kilometer lang. Ihr Kernstück ist ein 4,343 Kilometer langer Tunnel unter der Innenstadt.
Jeden Werktag quetschen sich in München unzählige S-Bahnen durch dieselbe Röhre.
Diese zentrale Strecke heißt Stammstrecke.
Die naheliegende Frage lautet: Wie lang ist diese vielbefahrene Strecke eigentlich?

Die wichtigsten Zahlen
11 km
Gesamtlänge
von Pasing zum Ostbahnhof
4,343 km
Tunnelstrecke
Hackerbrücke bis Ostbahnhof
1972
Tunnel eröffnet
am 28. April
30
Züge je Stunde und Richtung
in der Hauptverkehrszeit
Alle Werte nach der deutschsprachigen Wikipedia zur S-Bahn-Stammstrecke München.
Elf Kilometer quer durch München
Die Münchner S-Bahn-Stammstrecke ist elf Kilometer lang.
Sie reicht vom Bahnhof Pasing im Westen bis zum Ostbahnhof.
Dabei durchquert sie die Stadt in West-Ost-Richtung.
Auf diesem Weg liegen die wichtigsten Stationen der Innenstadt.
Fast alle Linien der Münchner S-Bahn nutzen diese eine Strecke.

Das Herzstück ist ein Tunnel
Das Kernstück der Strecke ist ein langer Tunnel.
Er misst 4,343 Kilometer und liegt unter der Innenstadt.
Der Tunnel reicht von der Hackerbrücke bis zum Ostbahnhof.
Unter der Erde liegen Stationen wie der Marienplatz.
So fahren die Züge mitten durch die Stadt, ohne oben zu stören.
Gut zu wissen
Eine Stammstrecke bündelt viele S-Bahn-Linien auf einer gemeinsamen Achse.
Das spart Platz, macht die Strecke aber auch zum Nadelöhr.
In München ist deshalb eine zweite Stammstrecke im Bau.
Eröffnet im Jahr 1972
Der Tunnel wurde am 28. April 1972 eröffnet.
München richtete sich damals für die Olympischen Spiele neu her.
Die neue S-Bahn sollte die vielen Gäste bewegen.
Seitdem ist der Tunnel das Rückgrat des Nahverkehrs.
Er verband zum ersten Mal viele Linien zu einem Netz.
Nur für die S-Bahn
Die Stammstrecke wird ausschließlich von der S-Bahn genutzt.
Fernzüge und Güterzüge fahren hier nicht.
Das hält die Strecke frei für den dichten Takt.
Nur so passen überhaupt so viele Züge hintereinander.
Die Strecke ist damit ganz auf den Nahverkehr zugeschnitten.
West-Ost durch die Stadt
Im Westen beginnt die Strecke am Bahnhof Pasing.
Von dort führt sie über den Hauptbahnhof in die Innenstadt.
Weiter geht es über Marienplatz und Isartor.
Im Osten endet sie am Ostbahnhof.
Diese Achse verbindet beide Hälften der Stadt.
Die meistbefahrene Strecke Deutschlands
Bis Dezember 2024 galt die Tunnelstrecke als Rekordhalter.
Sie war die meistbefahrene zweigleisige Eisenbahnstrecke Deutschlands.
In der Hauptverkehrszeit fuhren dort 30 Züge je Stunde und Richtung.
Dichter geht es auf zwei Gleisen kaum.
Die Strecke arbeitete damit ständig an ihrer Grenze.
Was 30 Züge pro Stunde bedeuten
30 Züge pro Stunde heißt: alle zwei Minuten ein Zug.
In jede Richtung rollt also fast im Minutentakt eine S-Bahn.
Jede Verspätung wirkt sich sofort auf die folgenden Züge aus.
Ein kleiner Zwischenfall kann die ganze Strecke ins Stocken bringen.
Der dichte Takt ist Stärke und Schwäche zugleich.
Aus einer alten Vorortbahn
Der westliche, oberirdische Teil ist viel älter als der Tunnel.
Er ging aus einer Vorortbahn der Jahre 1894 und 1895 hervor.
Diese Bahn verband den Hauptbahnhof mit dem Westen der Stadt.
Erst der Tunnel machte daraus eine durchgehende Stammstrecke.
Alt und neu wurden so zu einer Linie verbunden.
Die erste Vorortbahn von 1894
Im August 1894 ging eine zweigleisige Vorortbahn in Betrieb.
Sie führte vom Starnberger Flügelbahnhof zum Bahnhof Laim.
Diese Strecke war 4,11 Kilometer lang.
Sie war ein früher Schritt zum heutigen Nahverkehr.
Schon damals ging es um schnelle Verbindungen in den Westen.
Die Verlängerung nach Pasing 1895
Im Mai 1895 folgte die nächste Ausbaustufe.
Die Vorortbahn wurde bis zum Bahnhof Pasing verlängert.
Dieser Abschnitt war 3,10 Kilometer lang.
Auch er war von Anfang an zweigleisig.
So wuchs die Strecke Stück für Stück in ihre heutige Form.
Warum die Strecke an die Grenze kommt
Eine einzige Stammstrecke muss fast den ganzen Verkehr tragen.
Das macht sie zum Nadelöhr des Münchner Nahverkehrs.
Fällt die Strecke aus, steht ein großer Teil des Netzes still.
Deshalb ist sie so empfindlich gegen Störungen.
Genau hier liegt das größte Problem des Systems.
Elf Kilometer im Vergleich
Mit elf Kilometern ist die Münchner Stammstrecke recht lang.
Die vergleichbare Wiener Stammstrecke misst rund 13 Kilometer.
Beide bündeln den Verkehr vieler Linien auf einer Achse.
Solche Stammstrecken sind das Herz jeder großen S-Bahn.
Ihre Länge entscheidet mit darüber, wie viel sie leisten können.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
