Zahlen, bitte!
„Auf Gleis eins fährt der Toy Train nach Shimla, einmal quer durch das indische Vorgebirge des Himalaya.“
Wie lang ist die Kalka-Shimla Railway?
→ Eine Strecke in Zahlen.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!
Kurz gesagt
Die Kalka-Shimla Railway misst 96,5 Kilometer. Auf dieser kurzen Distanz steigt sie um 1.420 Meter in die Berge von Himachal Pradesh.
Manche Bahnen messen ihre Länge in Hunderten von Kilometern.
Die Kalka-Shimla Railway in Nordindien braucht viel weniger und wirkt doch endlos.
Denn sie windet sich auf engem Raum in die Höhe statt geradeaus in die Ferne.

Die wichtigsten Zahlen
96,5 km
Streckenlänge
Kalka bis Shimla
1.420 m
Höhenunterschied
656 m bis 2.076 m
919
Kurven
auf kurzer Distanz
Eine schmale Strecke mit vielen Kurven, Brücken und Tunneln.
Von Kalka hinauf nach Shimla
Die Kalka-Shimla Railway verbindet die Stadt Kalka mit Shimla im Norden Indiens.
Shimla ist die Hauptstadt des Bundesstaates Himachal Pradesh.
Die Strecke liegt im Vorgebirge des Himalaya.
Sie ist eine reguläre Bahnstrecke der Indian Railways.
Wegen ihrer schmalen Spur heißt sie im Volksmund Toy Train, also Spielzeugeisenbahn.
Bei Reisenden ist die Fahrt wegen der Ausblicke sehr beliebt.

96,5 Kilometer kurze Strecke
Die Strecke ist insgesamt 96,5 Kilometer lang.
Das ist nach Wikipedia die offizielle Länge zwischen Kalka und Shimla.
Für eine Fernbahn wäre diese Zahl winzig.
Für eine Bergbahn ist sie beachtlich.
Denn die Bahn legt diese Strecke nicht in der Ebene zurück.
Jeder Kilometer führt ein Stück weiter nach oben.
Gut zu wissen
Die Kalka-Shimla Railway ist eine von mehreren Gebirgsbahnen Indiens, die gemeinsam zum UNESCO-Welterbe zählen.
Ihre Länge von 96,5 Kilometern wirkt kurz, doch der Höhenunterschied von 1.420 Metern macht die Fahrt zu einem langsamen Aufstieg.
1.420 Meter nach oben
Auf den 96,5 Kilometern überwindet die Bahn einen Höhenunterschied von 1.420 Metern.
Kalka liegt auf 656 Metern über dem Meer.
Der Bahnhof Shimla liegt auf 2.076 Metern.
Zwischen beiden Orten liegt also mehr als ein Kilometer Höhe.
Diese Steigung macht die kurze Strecke so anstrengend.
Die Bahn braucht dafür viele Stunden.
864 Brücken und 102 Tunnel
Die Strecke überquert 864 Brücken.
Viele davon sind steinerne Viadukte.
Dazu kommen 102 Tunnel.
Der längste Tunnel misst 1,14 Kilometer.
Ohne diese Bauwerke wäre der Aufstieg nicht möglich.
Sie sind der Grund, warum die kurze Strecke so lange gebaut werden musste.
919 Kurven bis zum Ziel
Auf der Strecke liegen 919 Kurven.
Fast ununterbrochen windet sich der Zug um den Berg.
Die Kurven verlängern den Weg und bremsen das Tempo.
Gerade Abschnitte sind selten.
Die vielen Kurven machen die Fahrt zu einem langsamen Schauspiel.
Sie erklären, warum sich 96,5 Kilometer wie viel mehr anfühlen.
18 Bahnhöfe am Weg
Die Bahn hält an 18 meist kleinen Bahnhöfen.
Sie liegen auf immer größerer Höhe.
Jeder Halt öffnet einen neuen Blick auf die Berge.
Der Bahnhof Barog ist einer der bekanntesten.
Der Endbahnhof Shimla liegt am höchsten.
Von dort geht es für die Reisenden in die alte Sommerhauptstadt.
Eine Spur von 762 Millimetern
Die Kalka-Shimla Railway hat eine Spurweite von 762 Millimetern.
Das ist deutlich schmaler als die breite indische Hauptspur.
Die schmale Spur passt besser in das enge Gebirge.
Enge Kurven sind so leichter zu befahren.
Die schmale Spur gab der Bahn auch ihren Spitznamen.
Sie ist typisch für die Gebirgsbahnen Indiens.
Eröffnet im Jahr 1903
Im November 1903 wurde die Strecke offiziell eröffnet.
Sie entstand in der Zeit der britischen Kolonialherrschaft.
Shimla war damals die Sommerhauptstadt der britischen Verwaltung.
Die Bahn sollte den Aufstieg in die Berge erleichtern.
Vorher war der Weg beschwerlich und langsam.
Seit über hundert Jahren fährt die Bahn nun.
Welterbe seit 2008
2008 wurde die Strecke in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.
Sie gehört zur Welterbestätte Gebirgseisenbahnen in Indien.
Dazu zählen auch die Darjeeling Himalayan Railway und die Nilgiri Mountain Railway.
Die Darjeeling-Bahn kam schon 1999 auf die Liste.
Die Nilgiri-Bahn folgte 2005.
Gemeinsam stehen sie für die Ingenieurskunst im Gebirge.
Der Toy Train und seine Gäste
Die Fahrt im Toy Train ist heute vor allem ein Erlebnis.
Die kleinen Wagen rollen langsam durch die Landschaft.
Touristen aus aller Welt reisen für die Strecke an.
Die Ausblicke auf Täler und Hänge sind weithin berühmt.
Trotzdem bleibt die Bahn ein echtes Verkehrsmittel.
Sie verbindet Orte, die sonst schwer zu erreichen wären.
Warum die Länge täuscht
96,5 Kilometer klingen nach einer kurzen Reise.
In Wahrheit dauert die Fahrt viele Stunden.
Die Steigung, die Kurven und die Bauwerke bremsen den Zug.
Länge und Fahrzeit passen hier nicht zusammen.
Gerade das macht die Strecke so besonders.
Sie misst ihre Größe nicht in Kilometern, sondern in Höhenmetern.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
