Zahlen, bitte!
„Sehr geehrte Fahrgäste, die Harzquerbahn verbindet auf Meterspur zwei Bundesländer, langsam, dampfend und 60,5 Kilometer lang.“
Wie lang ist die Harzquerbahn?
→ Eine Schmalspurstrecke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Harzquerbahn ist 60,5 Kilometer lang und verbindet Nordhausen in Thüringen mit Wernigerode in Sachsen-Anhalt. Sie ist in Meterspur gebaut, eingleisig und nicht elektrifiziert. Zusammen mit der Brockenbahn und der Selketalbahn gehört sie zum 140,4 Kilometer langen Netz der Harzer Schmalspurbahnen. Bis heute ziehen Dampflokomotiven die Züge über den Harz.
Wer in Nordhausen in die Harzquerbahn steigt, hat einen langen, langsamen Tag vor sich.
Die Strecke zieht sich quer durch den Harz, von Thüringen bis nach Sachsen-Anhalt.
Und sie ist genau so lang, dass die Fahrt zum eigenen kleinen Ausflug wird.

Die wichtigsten Zahlen
60,5 km
Streckenlänge
Nordhausen–Wernigerode, Meterspur
557 m
Scheitelpunkt
höchster Punkt der Strecke über dem Meer
1000 mm
Spurweite
eingleisig, nicht elektrifiziert
140,4 km
HSB-Gesamtnetz
mit Brocken- und Selketalbahn, 44 Bahnhöfe
Die Streckenlänge gilt für die durchgehende meterspurige Strecke Nordhausen–Wernigerode; die Netzlänge nennen die Harzer Schmalspurbahnen für ihr gesamtes Streckennetz.
Zwei Länder, eine Meterspur
Die Harzquerbahn verbindet die Stadt Nordhausen in Thüringen mit Wernigerode in Sachsen-Anhalt.
Dazwischen liegen 60,5 Kilometer eingleisige Strecke in Meterspur, also mit einem Gleisabstand von 1000 Millimetern.
Die Strecke ist nicht elektrifiziert, Strom spielt hier keine Rolle.
Im Volksmund trägt die Bahn den Spitznamen Quirl, weil sie sich durch den Harz windet.
Betrieben wird sie von den Harzer Schmalspurbahnen, kurz HSB.

Wie die Zahl zustande kommt
Die 60,5 Kilometer sind die durchgehende Strecke von Nordhausen bis Wernigerode.
Sie ist aber kein Einzelstück, sondern Teil eines größeren Netzes.
Zusammen mit der Brockenbahn und der Selketalbahn ergeben sich 140,4 Kilometer Streckennetz.
Dieses Netz hat 44 Bahnhöfe und Haltepunkte in zwei Bundesländern.
Die Harzquerbahn ist davon die lange Nord-Süd-Achse, an der die anderen Strecken hängen.
Gut zu wissen
Die Harzquerbahn ist nur eine von drei Strecken der Harzer Schmalspurbahnen; zusammen mit der Brockenbahn und der Selketalbahn bildet sie ein Netz von 140,4 Kilometern Länge.
An den Bahnhöfen Drei Annen Hohne und Eisfelder Talmühle kann man zwischen den Strecken umsteigen.
Der lange Weg nach oben
In Nordhausen beginnt die Strecke fast eben und folgt rund sieben Kilometer dem Tal der Zorge.
Dann wird aus der Talbahn eine Gebirgsbahn, die sich Meter um Meter in den Harz schraubt.
Ihren höchsten Punkt, den Scheitelpunkt, erreicht die Strecke auf 557 Metern über dem Meer.
Für eine Adhäsionsbahn ohne Zahnstange ist das ein ordentlicher Anstieg.
Genau dieser Höhenunterschied macht die Fahrt so langsam und so reizvoll.
Drei Annen Hohne, wo der Brocken abzweigt
Etwa auf halber Strecke liegt der Bahnhof Drei Annen Hohne.
Hier mündet die Brockenbahn ein, die hinauf auf den höchsten Berg Norddeutschlands führt.
Viele Fahrgäste steigen an diesem Bahnhof um, wenn sie auf den Brocken wollen.
Drei Annen Hohne ist damit einer der wichtigsten Knoten im ganzen Netz.
Ohne die Harzquerbahn gäbe es keinen bequemen Zugang zur berühmten Brockenbahn.
Eisfelder Talmühle, der Knoten im Süden
Weiter südlich liegt der kleine Bahnhof Eisfelder Talmühle.
Dort trifft die Harzquerbahn auf die Selketalbahn, die nach Stiege und weiter in Richtung Quedlinburg führt.
Im Sommer ist hier regelmäßig eine Doppelausfahrt zweier Dampfzüge zu erleben.
Ein Zug fährt in Richtung Stiege, der andere in Richtung Brocken.
Für Eisenbahnfreunde ist dieser Moment ein kleines Schauspiel.
Der einzige Tunnel im Netz
Auf ihren 60,5 Kilometern durchquert die Harzquerbahn den einzigen Tunnel des gesamten HSB-Netzes.
Alle anderen Strecken der Harzer Schmalspurbahnen kommen ohne Tunnel aus.
Das zeigt, wie geschickt die Trasse sonst an den Hängen entlanggeführt wurde.
Statt den Berg zu durchbohren, legten die Erbauer lieber Schleifen und Kehren an.
Jeder Tunnel kostete damals viel Geld, das die Kleinbahn sparen wollte.
Die engste Kurve der ganzen Strecke
In der Nähe des Bahnhofs Steinerne Renne, bei Streckenkilometer 54,5, liegt die engste Kurve im Netz.
Ihr Radius beträgt nur 60 Meter.
Solch enge Bögen sind der große Vorteil der Schmalspur.
Eine normalspurige Bahn bräuchte hier viel weitere Kurven und damit viel mehr Platz.
So passt sich die Harzquerbahn eng an die Täler und Hänge des Harzes an.
Gebaut zwischen 1897 und 1899
Der erste Abschnitt von Nordhausen nach Ilfeld ging im Juli 1897 in Betrieb.
Im Februar 1898 folgte die Fortsetzung bis Netzkater.
Bis 1899 war die Strecke durchgehend befahrbar.
In nur wenigen Jahren entstand so eine komplette Gebirgsbahn quer durch den Harz.
Das war für die damalige Zeit eine beachtliche Leistung.
Warum überhaupt Schmalspur?
Im Gebirge war eine normalspurige Bahn zu teuer und zu platzraubend.
Die Meterspur erlaubt engere Kurven, kleinere Brücken und geringere Erdbewegungen.
Dadurch ließ sich die Strecke billiger an die steilen Hänge legen.
Der Preis dafür ist die geringere Geschwindigkeit und die kleineren Fahrzeuge.
Für eine Bahn, die Menschen in abgelegene Harzorte bringen sollte, war das ein guter Handel.
Dampf bis heute
Anders als fast überall sonst fahren auf der Harzquerbahn bis heute planmäßig Dampflokomotiven.
Ihr Betriebswerk haben die Loks im Bahnhof Wernigerode-Westerntor.
Dort werden die Maschinen gewartet, geheizt und für den nächsten Tag vorbereitet.
Dieser tägliche Dampfbetrieb ist in Europa selten geworden.
Er macht die Strecke zu einem lebenden Stück Eisenbahngeschichte.
Von der Reichsbahn zur HSB
Lange gehörte die Strecke zur Deutschen Reichsbahn der DDR.
Seit 1993 betreibt die eigens gegründete Gesellschaft Harzer Schmalspurbahnen das Netz.
Sie fasste Harzquerbahn, Brockenbahn und Selketalbahn zu einem Verbund zusammen.
So blieb eines der größten zusammenhängenden Schmalspurnetze Europas erhalten.
Heute ist die Bahn vor allem ein Anziehungspunkt für Ausflügler und Touristen.
Langsam, aber mit Absicht
Auf 60,5 Kilometern hat die Harzquerbahn keine Eile.
Die Höchstgeschwindigkeit liegt weit unter der einer Hauptbahn.
Für die ganze Strecke brauchen die Züge mehrere Stunden.
Wer es eilig hat, ist mit dem Auto schneller.
Wer den Harz erleben will, sitzt in der Bahn genau richtig.
Anschluss an die Straßenbahn in Nordhausen
Im Süden, mitten in Nordhausen, trifft die Harzquerbahn auf die Straßenbahn der Stadt.
Rund sieben Kilometer verläuft die Strecke durch Nordhausen und sein Umland.
Dieser Anschluss verbindet die Gebirgsbahn mit dem Nahverkehr der Stadt.
So wird aus der reinen Ausflugsbahn auch ein Stück Alltagsverkehr.
Gerade dieser Übergang macht die Harzquerbahn im Netz besonders.
Was die Länge im Harz bedeutet
60,5 Kilometer klingen nach wenig, wenn man an einen ICE denkt.
Für eine dampfbetriebene Gebirgsbahn in Meterspur sind sie eine kleine Weltreise.
Die Strecke verbindet Täler, Wälder, Kurorte und den Zugang zum Brocken.
Jeder Kilometer erzählt ein Stück Harzer Geschichte.
Deshalb ist die Harzquerbahn mehr als nur eine Zahl auf der Streckenkarte.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
